23. März 2017
Einleitung
Eines der Bilder des Resultats des Absturzes. Tausende sehr kleine Teile, das Flugzeug muss von den Felsen radikal zermalmt worden sein [9].
Rasch nach dem Unglück wurde in viele Richtungen spekuliert, was den nun die Ursache für den Absturz sein könnte, bis etwa drei Tage später die französische Untersuchungskommission die Hypothese aufstellte, die sich bis heute gehalten hat. Die lautet, dass der schwer depressive Copilot - mit vollem Namen Andreas Lubitz - einen bisher nie dagewesenen erweiterten Suizid geplant hat und das Flugzeug absichtlich in die Felswand gelenkt habe. Im später veröffentlichten Untersuchungsbericht [2] wird an der Hypothese festgehalten. Auf die zahlreichen alternativen Theorien wird nicht eingegangen. Ich habe damals auch ein Video veröffentlicht, seitdem aber nicht mehr angesehen [3]. Vor allem aufgefallen war mir die verdächtig kurze Zeitdauer, die zwischen dem Absturz und der Veröffentlichung der bis heute gültigen Theorie lag. Bei den Abstürzen der Malaysischen Fluglinie MH 370 und MH 17 ging es entweder viel länger oder es ist bis heute nichts bekannt. Beim Absturz des Swissair Flugs 111 ging es auch 4,5 Jahre, bis das Unglück vollständig aufgearbeitet war.
Was geschieht aktuell?
Was ist, wenn die Eltern ihren Sohn, die ihn sicher besser als die Medien kennen dürften, auch als jungen Erwachsenen als liebenswürdigen, empathischen Menschen gekannt haben. Als einen Menschen, der stehts darum bemüht war, es anderen recht zu tun und schon gar nicht andere zu schädigen? Das löst eine riesige Verstörung aus, wobei es aus Selbstschutz wahrscheinlich empfehlenswert ist, die schönen Erinnerungen zu behalten und sich auf das Ende oder darauf, wie dieses dargestellt wird, gar nicht einzulassen. Schlussendlich ist es sowieso unerheblich, woran die Eltern des Copiloten glauben und wenn sie danach gefragt werden, steht es ihnen frei, ihre Ansicht zu äussern. An der Tatsache ihr Sohn und alle anderen tot sind ändert sich nichts mehr. Aus diesem Grund verstehe ich auch den geradezu missionarischen Eifer der Medien nicht, die sich dazu berufen fühlen, die Eltern des Piloten zur Annahme ihrer Wahrheit zu zwingen oder sie darin zu erziehen, dass es ihre Pflicht sei, dies nun mal hinzunehmen.
Der für viele kontroverse, investigative Aktivitäten bekannte Journalist Gerhard Wisnewski hat in seinen Jahrbüchern mindestens zwei längere Reportagen verfasst und auf seinem Konto bei Google Plus die Links zu Mainstream-Artikeln veröffentlicht [4]. Wisnewski ist jemand, der sich sicherlich auch schon argumentativ in Sackgassen manövriert hat und ich würde seine Artikel nie als die ganze Wahrheit bewerben. An seiner Arbeit halte ich für wertvoll, dass er die weitreichende Spekulation nicht scheut. In der Liste der Artikel, die in Wisnewskis Liste auftauchen, ist sogar ein Artikel der Bild, in dem geschrieben stand, der Copilot habe für das Jahr 2016, welches erst 9 Monate nach dem Absturz begann, Heiratspläne gehabt.
Zurück zu den Geschehnissen in zeitlicher Nähe zum Unglück
Die Medien liessen aber nicht locker. Zwischendurch konnte man meinen, die Medien seien die Ermittlungsbehörden und nicht die Staatsanwaltschaft. Nachdem bekannt wurde dass der Copilot zum Zeitpunkt des Absturzes eigentlich krankgeschrieben war, wurde noch eine weitere Diskussion auslöste, nämlich die nach der Vertrauenswürdigkeit des Berufsstandes der Piloten. Sogar die Politik schaltete sich ein und es wurde über neue Richtlinien und Massnahmen gesprochen, wie ähnliche Ereignisse in Zukunft verhindert werden können. Eine weitere Sache, die ich nicht verstehen wollte, war die Tatsache, dass sich die Verantwortlichen bei Germanwings und dem Mutterkonzern Lufthansa nicht einmal am Anfang schützend vor ihren Piloten gestellt und um Geduld gebeten haben, bis die Ermittlungen auf einem einigermassen verlässlichen Stand angelangt sind. Für mich zeigte dies, dass für den wichtigsten Angestellten - ohne Piloten fliegt keine Fluggesellschaft - sehr wenig Respekt und Vertrauen entgegengebracht werden.
Meine Gedanken zum Beruf des Piloten
Der Beruf des Piloten ist längst nicht mehr so lukrativ wie er es in den 1970er und 80er Jahren noch war. Den absoluten Rockstar-Status von damals haben sie eingebüsst. Ein Traumberuf ist er allerdings geblieben. Auch die Ausbildungen dauern immer noch lange und sind anspruchsvoll und teuer geblieben. Das führt dazu, dass sich viele angehende Piloten für ihre Ausbildungen massiv verschulden und dann bei günstigen Luftverkehrslinien einsteigen, zu niedrigen Löhnen, die es ihnen nicht einfach machen, wieder schuldenfrei zu werden. Früher war das mindestens bei den grossen Airlines anders. Die haben meist die grossen, flugbegeisterten jungen Talente abgegriffen und ihnen die Ausbildung bezahlt.
Andreas Lubitz war ein junger Pilot, der bei einer dieser günstigen Airlines geflogen ist. Warum er unter Depressionen gelitten hat, ist mir nicht bekannt. Sollte er noch verschuldet gewesen sein, kann ich ganz gut nachvollziehen, dass er seine gesundheitlichen Probleme weitestgehend verschwiegen hat. Wie sollte er die Schulden bezahlen, wenn er den Beruf aufgeben und in diesem Zustand einen neuen erlernen muss? Fragen, die sich die besserwissenden Medien und Politiker nie stellen. Stattdessen wurde gefordert, den Berufsstand des Piloten unter eine Art Generalverdacht zu stellen. Daran, das mehr Überwachung nicht unbedingt Verbesserungen, sondern eher ausgeklügeltere Vertuschungen nach sich ziehen werden und dass deswegen trotzdem kaum ein Pilot seinen Traumberuf freiwillig aufgeben wird, daran hat keiner gedacht.
Schlussbetrachtung
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Germanwings-Flug_9525
[2] File Number BEA2015-0125. Accident to the Airbus A320-211, registered D-AIPX and operated by Germanwings, flight GWI18G, on 03/24/15 at Prads-Haute-Bléone
https://www.bea.aero/en/investigation-reports/notified-events/detail/event/accident-to-the-airbus-a320-211-registered-d-aipx-flight-gwi18g-on-24-march-2015/
[3] Ansichten eines einfachen Menschen 021 - Wahrheit im Bild
[4] https://plus.google.com/s/wisnewski%20germanwings/top
[5] KenFM am Telefon: Peter Haisenko zum Absturz von Germanwings 4U9525. KenFM, 26. März 2015.
[6] KenFM am Telefon: Peter Haisenko zu Flug 4U9525. Wir wissen nichts! KenFM, 29. März 2015.
[7] http://www.gfk-verein.org/compact/fokusthemen/weltweites-ranking-vertrauenswuerdige-berufe
[8] Die Bildrechte liegen bei Reuters. Das gezeigte taucht in einer Bilderserie bei 20min.ch auf.
Germanwings-Absturz - Vater von Todespilot spricht von «Unfall». 20min.ch, 20. März 2017
http://www.20min.ch/panorama/news/story/Vater-von-Todespilot-spricht-von--Unfall--29075996
Zugehörige Google-Bildersuche:
https://www.google.ch/search?q=germanwings+tr%C3%BCmmerfeld&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=0ahUKEwj37ZuIo-zSAhWC0RQKHdLmACQQ_AUIBigB&biw=1041&bih=823#imgrc=nR_dQlKwovWxGM: