06. Januar 2019
Heute wurde mir ein interessantes Bild zu den Themen Sozialismus und Kapitalismus geteilt. Leider gab es keine Quelle dazu und angesichts der lausigen Nachbearbeitung ist auch offensichtlich, dass Sozialismus und Kapitalismus nicht die ursprünglichen Worte waren, die auf dem Bild standen. Dennoch fielen mir beim Betrachten des Bildes einige interessante, aber triviale Dinge ein, die ich meinen Lesern nicht vorenthalten möchte. Sollte jemand die Rechte an diesem Bild halten, werde ich es auf Anfrage entfernen und durch eine eigene Zeichnung ersetzen.
| Sozialismus und Kapitalismus in instabiler Balance. |
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Das abgebildete Gleichgewicht ist instabil und nur einer kann ohne Hilfe stehen, es ist der Kapitalist, der festen Grund unter seinen Füssen hat. Wer gelernt hat, produktiv zu sein, aus sich heraus Werte zu schöpfen, zu arbeiten, steht fest da.
Der Kapitalist wird durch eine Schusswaffe bedroht und bleibt deswegen auf dem Brett stehen. Es ist eine Tatsache, dass versucht wird, produktive Menschen als Ausbeuter oder Umweltschädlinge zu denunzieren, wobei sie das überhaupt nicht verdient haben. Wer mehr erwirtschaftet als er braucht und davon abgibt, freiwillig oder unfreiwillig, hat eine grüne Bilanz und gehört dafür geehrt. Wer sich hingegen von Gebühren oder Steuern bezahlen lässt, weist eine rote Bilanz auf. Diese sollen sich gegenüber allen Produktiven dankbar zeigen. Würden diese nicht so viel erwirtschaften, gäbe es möglicherweise gar keine solchen Positionen.
Der Sozialist ist bewaffnet, er bedroht den Kapitalisten. Über dem Abgrund zu stehen und den möglichen Retter zu bedrohen erscheint mir nicht unbedingt als die erfolgsversprechendste Haltung für eine Rettung.
Der Sozialist ist entweder auf den Anstand des Kapitalisten angewiesen, auf seinem Platz stehen zu bleiben und sich nicht von dem Brett zu entfernen oder muss hoffen, dass er nach der Erschiessung auf dem Brett zu liegen kommt. Auch wenn sich der Sozialist seiner Lage möglicherweise nicht gewahr ist und sich dessen auch gar nicht gewahr werden will, seine Position ist problematischer.
Erschiesst der Sozialist den Kapitalisten, wird er mit hoher Wahrscheinlichkeit fallen. Es ist eine empirisch gesicherte Erkenntnis, dass sich sozialistische Staaten spätestens dann auf dem Weg in den unaufhaltsamen Niedergang befinden, wenn sie von den kapitalistischen Partnern und Nachbarn fallen gelassen werden.
Beide stehen auf dem gleichen Brett, der Sozialist hätte aktuell die Möglichkeit, auf den festen Boden zurückzukehren. Der Kapitalist ist nicht der Aggressor, auch wenn sich schon viele Autoren, Gesellschaftskritiker, Philosophen und weitere sehr viel Mühe gegeben haben, das zu suggerieren und mit entsprechenden Theorien Bücher zu füllen.
Der Sozialist glaubt wohl, den Kapitalisten mit seiner Waffe fixiert zu haben. Dennoch hat dieser die Möglichkeit, den Sozialisten über eine schnelle Bewegung zu Fall zu bringen. Es ist keine gute Idee, Kapitalisten im Sinne von Akteuren in der freien Marktwirtschaft fixieren zu wollen. Denn das hindert die Ehrlichen in ihrer produktiven Tätigkeit. Auch wenn eine angebliche Fixierung besteht, gibt es noch immer Auswege, die der Sozialist möglicherweise nicht sieht. Dass das stimmt sieht man daran, dass mit vielen Regeln vor allem die nicht besonders vermögenden Mittelständler in ihren Freiheiten eingeschränkt werden, nicht die reichsten Menschen und Firmen, die weltweit vernetzt sind und sich Rechtsabteilungen mit Hunderten von Mitarbeitern leisten können.
Mir ist bewusst, dass dieser Beitrag etwas gar kurz war, es wird wieder längere geben.
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