18. September 2017
Das Thema Sicherheit ist immer dann besonders im Alltag und der Politik anzutreffen, wenn es die Sicherheit in der Öffentlichkeit gefährdende Ereignisse gibt und man den Tätern mit den Mitteln des Rechtsstaats nicht wirklich beikommt und/oder man das Gefühl bekommt, der Staat selber sei nicht wirklich interessiert an der Verfolgung dieser Täter. Vielleicht, weil es der Regierung und der ganzen Staatsverwaltung nicht immer abträglich ist, wenn ein gewisses Mass an Konflikt in der Bevölkerung präsent ist. Das ist eine seit Jahrhunderten bekannte Strategie der Herrschaft, die auch tatsächlich funktioniert.
Diskussionen über Sicherheit werden aus meiner Sicht oft nur in ungenügender Tiefe geführt. So wird, wenn es mehr Straftaten gibt, sehr oft einfach nach mehr Polizisten gerufen. Das soll das Allheilmittel sein. Dass das zur Symptombekämpfung durchaus dienlich sein kann, möchte ich nicht in Abrede stellen. Was mir aber viel wichtiger ist, ist etwas anderes. Eine Überlegung, die jeder Mensch für sich selber anstellen kann und auch soll. Es ist die Überlegung, worin die Rolle des positiv wirkenden Einzelnen in der Gesellschaft besteht und was die absolut essentiellen Grundpfeiler einer zivilisierten Gesellschaft sind.
Aus dieser Überlegung kann man ableiten, ob man selber im Einklang mit diesen Grundpfeilern lebt und ob oder wann man es nicht tut. Man kann sich damit auch klarmachen ob man seinen Mitmenschen dieselben Freiheiten zugesteht, als sich selber oder nicht? Wenn man seinen Mitmenschen nicht dieselbe Freiheit zugestehen möchte, sollte man dies begründen können.
Der absolute, in keiner Weise verhandelbare Grundpfeiler einer funktionierenden Zivilgesellschaft ist der folgende:
Jeder Mensch, ungeachtet seines Alters und seiner physischen und geistigen Verfassung, muss sich zu jeder Tageszeit in der Öffentlichkeit zeigen dürfen, ohne dass ihm auch nur ein Haar gekrümmt oder er um Teile seines Eigentums erleichtert wird.
Wird dieser Grundsatz beachtet, steht dem friedlichen Miteinander in einer Gesellschaft nichts im Wege. Wird diesem Grundsatz nicht Folge geleistet, ist Chaos die Folge. Allem, was damit in Verbindung steht, kann ich eigentlich nichts abgewinnen. Wer sich diesem Grundsatz nicht unterordnen kann, muss sich vergegenwärtigen, ein destabilisierendes Element der Gesellschaft zu sein, von denen es nicht allzuviele geben kann, wenn die Verhältnisse nicht in grösserem Masse chaotisch werden sollen.
Ein von mir vor einiger Zeit aufgenommenes Bild, auf dem zwei flüchtende, junge Rehe zu sehen sind. Diese Tiere sind zwar scheu und flüchten in der Regel rasch, nachdem sie Kenntnis von menschlicher Präsenz in ihrer Umgebung genommen haben. Verhält man sich selber ausgesprochen ruhig, kann es durchaus lange gehen, bis sie einen bemerken.
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