Alles Illusion?
Kurzgeschichte Teil 2/2Verwendete vorgeschlagene Wörter: Ghettoblaster( |
Zu Teil 1:
https://steemit.com/deutsch/@sabrina.jayharp/7-kurzgeschichte-alles-illusion-teil-1-2-and-einblicke-in-meine-tabelle-zu-den-wortvorschlaegenEhe ich mich versah, schossen mehrere regenbogenfarbene Lichtstrahlen aus den Lautsprechern, welche über meinem Kopf explodierten und mich umhüllten. Mir wurde schwindelig, es fühlte sich an, als ob etwas an mir ziehen würde. Ich konnte gar nichts mehr erkennen.
Nach einigen Sekunden verflüchtigte sich das gleißende Licht wieder. Ich rieb meine Augen und versuchte, meine Umgebung zu identifizieren. Scheinbar befand ich mich an einem völlig anderen Ort, unter mir war ein harter, nussbrauner Dielenboden. Die Wände waren mit Holztäfer eingekleidet. Wo war ich nur? Mein Puls raste.
»Herzlich Willkommen, junger Mann! Wie war deine Reise durch die Kugel?« Eine Gestalt mit schwarzem Umhang hockte plötzlich auf einer Dachbodenleiter, welche sich unweit von mir in die Höhe streckte. Erschrocken taumelte ich einige Schritte zurück und stolperte auf den Boden. Ein lautes Kullergeräusch hallte durch den Raum, als eine pomelogroße Kristallkugel meine rechte Hand berührte. Ich zuckte zusammen und nahm die durchsichtige Kugel in die Hand.
Fragend schaute ich die Kapuzengestalt an. »Ich ... wurde aus diese Kugel gespuckt?« Sie richtete sich auf und erwiderte: »Du hast zwei Möglichkeiten, Joshua. Entweder, du kehrst in die Kugel zurück und hast nie wieder eine Chance, diesen Ort hier zu betreten. Oder du nimmst die Kugel und tust sie draußen in eine Mülltonne. Ohne zu wissen, was mit ihr geschehen wird. Ich kann dir versichern: Seit Anbeginn der Zeit befindet sie sich wohlbehalten in diesem Haus, in guten Händen. Wie wirst du dich entscheiden?«
Ich wurde panisch. Woher zum Teufel kannte diese Person bitte meinen Namen? »Werden all die Menschen, oder eher gesagt ... wird meine Heimat in dieser Kugel zerstört, wenn der Kugel etwas passiert?«, fragte ich kleinlaut. Doch daraufhin löste sich die Gestalt in einen Nebelschleier auf. »Du hast drei Minuten Zeit«, fügte sie abschließend hinzu.
Ich spürte eine Enge in der Brust. Was sollte ich nur tun? Einerseits wäre es die Chance, mein blödes Leben endlich hinter mir zu lassen und in dieser Welt - wo auch immer diese lag - neu zu beginnen, diesmal alles besser zu machen. Andererseits wusste ich nicht, ob ich dadurch den Menschen in der Kugel schaden würde. Natürlich verlief mein Leben nicht immer perfekt, aber musste ich deswegen andere unschuldige Menschen in Gefahr bringen? Zudem waren nicht alle Schuld. Ich konnte es einfach nicht glauben, mein ganzes Leben angeblich in einer Kristallkugel verbracht zu haben.
Mit zittrigen Händen hielt ich die Kugel empor. »Ich möchte kein anderes Leben gefährden, nur um meiner Situation zu entfliehen. Ab heute werde ich mir stattdessen mein Umfeld selbst aussuchen, mit dem ich mich umgeben möchte und Einfluss auf meine Umstände nehmen. Ich reise zurück!« Blitzschnell tauchte das bunte Licht wieder auf und zog mich zurück in das Innere der Kugel.
Ich blinzelte mit den Augen. Meine Hände ertasteten die klobigen Holzbeine meines Schreibtisches. Als ich mich umsah, konnte ich meine gewohnten Zimmerwände wiedererkennen. Meine Hände pochten vor lauter Adrenalin. War das eben wirklich alles passiert? Ungläubig stellte ich fest, dass der Ghettoblaster sich nicht mehr im Raum befand. Es konnte also kein Traum gewesen sein. Instinktiv griff ich zu meinem Handy und löschte alle Kontakte, mit denen ich nichts mehr zu tun habe wollte. Ich öffnete einen Koffer und stopfte alle möglichen Sachen hinein. Plötzlich stand meine Mutter mit verschmierter Schminke im Gesicht an der Tür. »Was machst du, Joshua? Verlässt du mich jetzt auch noch? Wo gehst du hin?« Ohne sie anzusehen, lief ich an ihr vorbei und erwiderte: »In ein neues Leben!« Ich schlitterte zur Ausgangstür. »Aber die Uni! ...«, hörte ich verständnislose Worte hinter mir. Doch mir war alles egal. Ich wollte einfach nur noch weg und rausfinden, was ich wirklich wollte.
Was denkt ihr? Wird Joshua doch eines Tages den Weg in die Kristallkugel zurückfinden, bzw. wie wird er sein weiteres Leben verbringen?
- Neben meinem "Weg zum Autor" schreibe ich Kurzgeschichten, die ich mir aus zufällig generierten, bzw. von euch vorgeschlagenen Wörtern, ausdenke
- Wer Lust hat, kann mir hierfür gern neue Wörter vorschlagen. Diese werde ich in der Reihenfolge, wie sie genannt wurden, in den nächsten Geschichten verwenden
- Bitte pro Leser nur einen Vorschlag (Substantive)
Ich freu mich auf eure Ideen!
(Foto: Von mir aufgenommen)