Der Tatort gehörte für viele Jahre für mich und vermutlich viele andere zum festen Sonntagabend-Programm, es waren etliche hundert Folgen, die mich über die Jahre bestens unterhalten haben. Aber diesen Sonntag habe ich ihn endgültig begraben.
Er stand jahrelang für gute (Action-)Krimis mit ordentlichen Handlungsstrang, wobei im Gegensatz zu den meist hohlen amerikanischen Hollywood-Produktionen der Story-Plot im Vordergrund stand und nicht irgendein schießwütiger Held, der aus der Hosentasche ohne zu zielen jeden Verbrecher traf.
Mit der Folge am Sonntag, haben die Macher jedoch eine neue Grenze nach unten durchstoßen, solch einen Propaganda-Dreck hat es vermutlich nicht mal in der DDR in die Glotze geschafft. Im Grunde bin ich froh, nachdem ich im April durch Wegfall des DVB-T-Sendebetriebs kaum noch "normales" TV-Programm mehr konsumiere, eine weitere TV-Tradition beerdigen zu können.
Wie schön waren die Zeiten, in denen ein Schimanski den harten Proleten-Kommissar gab, mit Thanner als Partner. Es gab verschieden starke Duos an Kommissaren, wie z.B. das kongeniale Duo Miroslav Nemec als Ivo Batic und Udo Wachtveitl als Franz Leitmayr oder die Kölner Max Ballauf und Alfred („Freddy“) Schenk, die man über die Jahre liebgewonnen hat. Die Kombination aus Wotan Wilke Möhring und einer Talent-freien Franziska Weisz schlägt selbst noch die neue Saarbrücker-Klamauk-Kombination oder das Münsteraner Duo Jan Josef Liefers & Alex Prahl an Niveaulosigkeit.
Hier triefte die platte AFD-Kritik förmlich bei mir aus dem Laptop, die Sprüche waren so platt und hohl, dass ich mich fragte, ob diese selbst bei Low-Brainern noch ankommen. Diese ständige politisch-korrekten Dialoge machten diesen Tatort zu einer einzigen Qual, dagegen war das Genuschel von Til Schweiger noch literarische Prosa !
Die Story war so an den Haaren herbeigezogen, dass einem dieselben zu Berge standen, eine ehemalige Jung-AFD´lerin verkleidet sich als Antifantin und ermordet einen ehemaligen AFD-Vorsitzenden, damit dessen Frau bei der nächsten Wahl mehr Stimmen bekommt. Die AFD wurde hier im Tatort nicht direkt so genannt, sondern Neue Patrioten (für Deutschland), aber jeder Zuschauer wusste, wer gemeint ist. Solch eine Story kann wohl nur einem kranken Hirn von Grün-oder SPD-Wähler entstammen. Der böse Verleger, der hinter dem ganzen Mumpitz als Planer gestanden hat, soll wohl an Jürgen Elsässer vom Compact-Magazin angelehnt sein...
Was bin ich froh, dass ich für solch eine Gülle noch nie GEZ-Gebühren bezahlt habe...
Auch Vera Lengsfeld, eine ehemalige DDR-Bürgerrechtlerin und eine der besten Merkel-Kritikerinnen hat auf ihrem Blog den Finger in diese eitrige ARD-Wunde gelegt :
https://www.anderweltonline.com/kultur/kultur-2017/der-tatort-als-gehirnwaesche/
Der kulturelle Verfall in dieser Republik will irgendwie kein Ende finden, täglich denkt man, es könnte kaum schlimmer werden, aber man wird doch noch überrascht...
p.s. die Gehirnwäsche wird aber nicht nur Abends für Erwachsene betrieben, auch die Kleinen im Kinderkanal KIKA werden schon am frühen Nachmittag richtig "geeicht" :-((