Bis zum Ende der Welt !
Nach längerem Hinundherüberlegen (ein tolles Wort :) hatte ich mich dann entschlossen,
die iberische Halbinsel zu erkunden.
Ich war seiner Zeit noch bei Facebook aktiv und auf einen Post aufmerksam geworden.... es suchte jemand eine Mitfahrgelegenheit für ein Surfboard von Mittelhessen, also ganz in meiner Nähe, nach Ericeira an der portugiesischen Küste.
Als Gegenleistung wurde ein Schnupperkurs im Surfen angeboten, da hab ich nicht lange überlegt und auf den Post geantwortet... schon hatte ich mein erstes Reiseziel inkl. Surfkurs :)
Das Brett passte schließlich noch in den Bulli rein obwohl er schon recht vollgeladen war.
Es war Ende Oktober und in den heimischen Breiten doch schon etwas kalt geworden,
deshalb habe ich mir die kürzeste, mautfreie Strecke von Marburg nach Ericeira rausgesucht und bin diese auch mit 2 Übernachtungen recht zügig durchgefahren um schnell in den Süden zu kommen.
Als ich dort ankam wurde ich sehr gastfreundlich von Chris empfangen, der schon auf sein Surfboard wartete. Er stammt aus Deutschland und wohnt zeitweise in Ericeira.
Abends sind wir dann noch durch den Ort gelaufen und so bekam ich quasi aus erster Hand sehr viele Infos zu Ericeira und zum Surfen...
Was mir vorher nicht bewusst war...
Ericeira ist eines von nur 10 World-Surfing-Resorts weltweit und das Einzige in Europa!
Entsprechend ist Surfen auch DAS THEMA in diesem wunderschönen Ort... neben Hippies und Bullis :)
Einige von Elkes Vorfahren haben wir auch getroffen :D
Es gibt Bullis an Hauswänden...
und es gibt Bullis als Bar.. einfach toll :)
... wunderschön wild :)
Diesen netten Platz zum frei Stehen habe ich direkt am Rand von Ericeira entdeckt.
Das Meer im Bullifenster beim aufwachen... daran kann man sich nicht satt sehen :)
Am Tag nach meiner Ankunft bekam Chris dann noch mehr Besuch von Surfkollegen und wir sind alle gemeinsam ganz gechillt durch den Ort gezogen, haben das Surfmuseum besucht und sind hier mal was essen gegangen und dort mal was trinken.. es war schön :)
Am Tag darauf sind wir dann zusammen zu einem "Anfänger-Strand" gefahren und mit geliehener Ausrüstung habe ich meine ersten Surf-Versuche gemacht.
Es ist ja soooo unfassbar schwierig !!
Auf dem Bauch liegend eine Welle zu erwischen und sich bis zum Strand tragen zu lassen ist schon eine Herausforderung weil man mit den Armen paddelnd die Geschwindigkeit der von hinten anrollenden Welle erreichen muss... und sollte das mal geklappt haben kommt es auf die exakte Gewichtsverlagerung an....von Aufstehen ganz zu schweigen... das ist mir nur ein mal für geschätzte 5 Meter gelungen :D
Aber es hat einen riesen Spaß gemacht und ich denke ich werde es irgendwann wieder versuchen :)
Eine Nacht bin ich dann noch in Ericeira geblieben um dann mit Abstecher über Lissabon weiter in Richtung Algarve zu fahren. Für Lissabon hatte ich mir ca. 4 Stunden Zeit genommen....natürlich viel zu wenig. Aber ich komme ja wieder :)
Cabo de Sao Vicente... so sieht es also aus... das Ende der Welt.
Europa fällt hier einfach steil in den Atlantik... und wenn man dort steht und mal sein modernes Weltbild verdrängt, kann man schon sehr gut nachvollziehen warum es früher so genannt wurde.
Fortaleza de Sagres... Leider hatte die Wustbude zu, an der es die letzte Bratwurst vor Amerika gibt...
Also musste ein Eis an dieser netten Bar herhalten :D
Das ist das alte Waschhaus in Vila do Bispo. Hier bekommt man kostenfrei sauberes Wasser...perfekt für alle, die mit Bulli oder Womo unterwegs sind.
Die Beiden standen irgendwo zwischen Vila do Bispo und Bordeira neben der Strasse... und wenn man ein bisschen durchs Gebirge fährt trifft man noch mehr davon :)
Für knapp 3 Wochen lag mein Aktionsradius im südwestlichsten Zipfel Europas zwischen Aljezur und Lagos. Es begegnen einem dort sehr viel Deutsche, die ebenfalls vor der Kälte geflüchtet sind und teilweise sogar den ganzen Winter bleiben.
- Es gibt Aussteiger...
- Es gibt Hippies...
- Es gibt Surfer...
- Es gibt jede Menge Bullis und andere selbst ausgebaute Fahrzeuge...
- Es gibt Waschmaschinen und Trockner an Tankstellen und Supermärkten...
- Es gibt Tankstellen AN Supermärkten...
- Es gibt Duschen auf einem Campingplatz für 2€ ohne das man auf dem Platz stehen/bezahlen muss...
- Es gibt 4G Internet ohne Volumenbegrenzung für 1€ pro Tag...
- Es gibt wunderschöne Märkte in kleinen versteckten Orten...
- Es gibt einen Hippiemarkt...
- Es gibt einen Hippiestrand...
- Es gibt unglaublich schöne wilde Strände an denen man mit dem Bulli stehen kann.
Offiziell ist das zwar nicht erlaubt. Aber solange man kein offenes Feuer macht und keinen Müll hinterlässt, stört sich auch die Polizei nicht daran...
Ich zeige euch jetzt einfach mal einige Impressionen aus dieser Gegend :
Praia da Ingrina
Bocca do Rio
Lecker Fisch... :)
Bocca do Rio
Praia do Amado
Praia do Amado
Praia do Amado
Praia do Amado
Der Stausee bei Corsino
Jaaaa und dann irgendwann bin ich auch wieder weitergefahren immer an der Küste entlang bis nach Tarifa (Spanien). Hier gibt es ähnlich wie in Ericeira die drei Themen...Surfen...Hippies...Bullis... :)
Auch wenn hier wegen der Windverhältnisse ganz klar das Kite-Surfen im Vordergrund steht.
Am Strand von Tarifa...
Vom dortigen Hafen aus habe ich dann per Fähre eine Tagestour nach Tanger (Marokko) gemacht.
Elke habe ich allerdings in Europa warten lassen. Die Überfahrt wäre sonst einfach viel zu teuer gewesen.
Jetzt kann ich mit Fug und Recht behaupten, dass ich schon mal in Afrika war.... wenn auch nicht weit und nicht lange :D
Wieder zurück in Europa war dann Gibraltar (England) die nächste Station.. wegen der Spritpreise
und natürlich wegen der Affen :)
Sehr kurios finde ich auch den Grenzübergang zwischen Spanien und Gibraltar.
Man fährt durch einen Grenzübergang mit Kontrolle so wie man es kennt, steht dann aber vor einer Schranke... nicht etwa für eine Bahnstrecke... nein für die Rollbahn des Flughafens von Gibraltar.
Die muss man überqueren um in die Stadt zu kommen.
Als nächstes Ziel stand die Gegend um Malaga auf der To Do List.
Dort war ich aber nur für 3 Tage weil das Wetter gerade sehr zu wünschen übrig lies.. es hat geschüttet wie aus Eimern und es war nachts auch echt kalt.
Von dort aus bin ich auf direktem Wege wieder in Richtung Heimat gefahren mit
3 sehr kühlen Zwischenstopps. (Beim letzten -2 Grad morgens im Bulli... brrrr...)
Das ist übrigens auch der Grund warum Elke noch vor der nächsten Tour eine Standheizung verpasst
bekommt :D
Das war die Tour 2017...
Gefahrene Kilometer : 6500
Dauer der kompletten Tour : gut 4 Wochen
PORTUGAL ICH KOMME WIEDER !!!
Ich hoffe Ihr habt Freude beim Lesen und anschauen der Fotos und könnt auch vielleicht die ein oder andere nützliche Info daraus ziehen.
Und falls Ihr zu irgeneinem Thema Genaueres wissen wollt, scheut euch nicht zu fragen !
Bis dann...
Grüße Jan