Ich wachte auf. Mitten im Dunkel. Ich bewegte mich irgendwie. Wusste nicht wer ich bin? Was ich bin? Wo ich bin? Kurz wurde es hell. Ein Mensch warf Abfall auf mich. Ich befand mich in einer Tonne. Das Licht ermöglichte es mir, meinen Körper zu betrachten. Ich war eine Katze. Nicht schlecht eigentlich. Nur verspürte ich seit dem aufwachen einen unglaublich heftigen Kater. Ob ich ein Kater war, wusste ich noch nicht. Die Mülltonne wurde wieder zugemacht. Dunkel. Ich – Kater.
Kater. Noch besoffen. Noch nie Kater gewesen. Noch nie verkatert ein Kater gewesen. Fuck.
Dunkel.
Ich bewegte mich auf all meinen Pfoten, welche ich erst mal koordinieren musste in meinem Zustand über die vielen Abfallsäcke und Kartonkisten. Ich sah eine andere Katze gemütlich schlafen in einer der Kisten. Aber ich wollte raus aus der Geschichte hier, mich nicht noch in Kater- oder Katzengespräche geschweige -kämpfe verwickeln. Ich liess ihn bzw. sie schlafen und ging wackelnd weiter auf diesem Berg von Abfall.
Dunkel.
Endlich schaffte ich es zum Deckel der Mülltonne. Pause. Durchatmen. Fuck. Faulheit schlich sich ein. Kein Bock, diesen Deckel zu heben. Warten. Warten. Warten auf einen dummen Menschen.
Einer kam. Die Luke öffnete sich. Ich schlich mich im Schatten davon. Sprang runter auf einen Abfallsack am Boden und versteckte mich erstmal in einer Kartonschachtel. Bis der Mensch weg war.
Hell.
Es hat geregnet. Kalt. Mir egal. Besser so. Denn ich habe eine Pfütze gesehen. Nachdem ich es akrobatisch hingekriegt habe, mich in der Pfütze gespiegelt zu sehen, wusste ich, dass ich ein verkaterter Kater war.
Hell.
Erinnerungen kamen hoch. Mein Spiegelbild in der Pfütze hat mir die verkaterten Augen geöffnet. Ich wusste wieder, wer ich war. Was ich war. Wo ich war. Ein philosophischer Kater namens Fantasy Jim, der schon über zehn Jahre auf der Strasse lebte. Probleme hatte. Mit Konsum.
Hell.