Als ich heute ins Büro kam, drang mir ein starker Duft in die Nase. Nicht etwa hatte Jemand etwas über die Feiertage in der Küche vergessen, nein! Der Duft ist intensiv, süßlich, yasminig-blumig. In Millisekunden wusste ich, was es damit auf sich hat. Denn schon vor ein paar Jahren hatten wir so einen "Vorfall": Die Yucca blüht!
Damals hat das ganze Büro mehrere Tage nach der Quelle des penetrant intensiven Dufts gesucht, Kollegen verdächtigt, neuen Raumduft zu sprühen oder es mit dem Parfüm zu übertreiben. Eine Person beklagte sich sogar über Kopfschmerzen. Mir machte das nichts, ich mochte und vertrug den Duft erstaunlicherweise sehr gut, obwohl ich sonst der erste bin, der flüchtet, wenn irgendwo beispielsweise Räucherstäbchen oder ätherische Öle ins Spiel kommen.
Wie dem auch sei, ich war es, der schließlich seiner feinen Nase folgend im hintersten Zimmer (wo unser Datenschutzbeauftragter haust), die blühende deckenhohe Yucca fand. So etwas hatte ich noch nie gesehen und was fasziniert. Zur "Belohnung" wurde ich dazu verdonnert, unter Protest das arme Gewächs mit einem scharfen Messer um seine Blütenpracht zu bringen und diese zu entsorgen. Leider fand ich keine Zeit, sonst hätte ich mich daran versucht, den Duftstoff zu extrahieren. Die Blüten sollen sogar essbar sein, schreibt das Internet.
Heute waren nur zwei andere Kollegen da und ich bin mir nicht sicher, ob die schon gemerkt haben, was ihnen da blüht. Montag wird bestimmt lustig, wenn die renitente senior Key Accounterin wieder da ist und erst einmal eine riefe Brise Yucca in ihre Nase strömt. Da möchte man direkt eine verstecke Kamera ins Büro des Datenschutzbeauftragten hängen, um ihr Gesicht erhaschen. Nagut, dann nicht :D
Aber das mit dem Duft-Extrakt könnte ich dieses Jahr mal probieren...