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Wer hin und wieder ein Buch liest, wird vermutlich bemerken, dass es gewisse Stereotypen gibt, die gerne mal zur Hauptfigur ernannt werden. Dies kann, gut umgesetzt stimmig sein. Es kann aber auch furchtbar nerven, wenn in der wandelnden 08/15 Hülle nichts als Luft ist.
Gerade bei Hauptprotagonistinnen findet sich so etwas momentan gehäuft. Vielleicht ist es auch gar nicht so häufig, vielleicht liegt es nur daran, dass einige sehr gehypte Autor/innen solche als Frauen verkleidete Hohlkörper durch die Seiten prügeln. Oder, je nach Subgenre durch die Seiten penetrieren lassen. Dadurch geht vielleicht unter, dass es sehr viele mit liebe angelegte, aber weniger bekannte, Heldinnen gibt.
Für mich ist es allerdings super, dass so viele Nervweibchen in Büchern existieren. So habe ich einen schönen Aufhänger um mich erhaben zu fühlen und so zu tun, als wüsste ich genau, wie man es nicht macht. Falls ihr eine andere Meinung zu dem Thema habt, ist diese natürlich falsch. Denn vergesst nie: Die Schreiblust hat immer recht. Immer!
So, da wir das nun geklärt hätten, kommen wir zu den fünf Kandidatinnen.
1. Sie ist nicht menschlich, benimmt sich aber so.
Obwohl sie allen überlegen ist, kommt ihr nicht eine Sekunde der Gedanke, die Erde zu unterwerfen oder sonst irgendeinen persönlichen Nutzen aus ihrer Macht zu ziehen. Außerdem ist sie die heisseste Biene, die jemals vor eines Menschen Auge getreten ist. Sie hat Kräfte, die nie zuvor gesehen wurden. Aber gleichzeitig ist sie naiv und unschuldig wie ein frisch geschlüpftes Eisentenküken. Sie kennt keinen Rassenhass. Denn Menschen sind vom ersten Augenblick an entweder total schützenswert und knuddelsüß oder sie lassen ihre extraterrestrische Unterwäsche einen Waschgang erleben.
2. Die unwillige Auserwählte.
Sie lebt ihr Leben, wie die Autorin denkt, dass amerikanische Teens das so tun. Doch dann, an ihrem Geburtstag, nach einem Unfall, dem kurz abgehandelten Tod ihrer Familie, dem Fund eines geheimnisvollen Artefakts, etc. pp., erfährt sie, dass sie die einzige, die Auserwählte, die Eine ist.
Die Eine, die schon immer feststand, aber nie ausgebildet oder in irgend einer Weise vorbereitet wurde. Die Eine, die die Menschheit retten soll, aber erst am Vortag gelernt hat, wie man sich die Schuhe bindet.
Ja, wer liebt sie nicht. Dieses Mädchen, dass noch nie Verantwortung übernommen oder eine Steuererklärung ausgefüllt hat, aber intuitiv weiß, wie man ein Alien mittels gezielter Punktierung seiner Fußsohlen ausschaltet.
3. Die, die alles kann.
Sie lebt in einer nichtmagischen Welt, in der noch mit Waffen und Fäusten gekämpft wird. Um sie herum sind lauter drei Meter große Kerle, mit Oberarmmuskeln, die nur mit Sauerstoffmaske bestiegen werden können und Schenkeln wie in Stahl gegossene Baumstämme. Auf ihren Bauchmuskeln können sie Gemüse raspeln und ihre Entschlossenheit ist ebenso groß wie ihre Erfahrung im Kampf.
Doch dann kommt SIE. Sie ist schlank wie eine untergewichtige Elfe, sehnig wie ein gespannter Bogen, beweglich wie eine Yogameisterin. Und sie ist jedem Mann im Nahkampf überlegen. Sie ist die Stärkste von allen, weil sie härter trainiert als all die Männer. Aber sehen kann man es nicht. Ihr Busen ist voll und weich, und ihr Hintern wölbt sich hübsch nach außen. Ihre Muskeln sind definiert, aber sehr, sehr, weiblich und hübsch. Selbst, wenn sie nicht ständig in dank ihr ausgeschüttetem Testosteron badet, darf sie nicht die Optik einer Bodybuilderin haben. Nie!
4. Die durch das Buch Getriebene.
Sie wird erst in ihrem gewohnten Umfeld gezeigt. Dort ist sie weder glücklich noch unglücklich. Es ist einfach, wie es ist.
Dann passiert ihr etwas. Sie lässt sich mit den Geschehnissen mitreißen. Fortan treibt sie im Strom der Geschichte dahin. Sie trifft keine Entscheidungen, sie reagiert oder lässt sich von Anderen sagen, was zu tun ist. Weiterhin ist sie emotional irgendwie unbeteiligt. Sie ist beinahe frei von eigenen Hoffnungen, Wünschen oder Ängsten. Sie IST einfach. Sie ist da, damit es eine Protagonistin gibt. Obwohl der Mentor/ Antagonist/ Geliebte der eigentliche Held der Geschichte ist. Es sind seine Überlegungen und Entscheidungen, die zur nächsten Situation führen. Sie wird nur wie eine politisch korrekte, hübsche Puppe an einem Stock von den Anderen durch die Geschichte getragen.
5. Die Seelengefährtin.
Sie sind für einander bestimmt. Sie ist diejenige Eine, die ihn retten kann. Doch sie fürchtet sich vor seiner dunklen Seite/ seinem Äußeren/ seiner Herkunft/ seinen Darmwinden. Er kämpft mit allem, was er hat, um ihre Liebe zu gewinnen, doch sie ziert sich, bis er sie vor dem Bösen rettet und sie die Güte seiner Seele erkennt.
Eine Protagonistin, der man zurufen möchte: Keine Angst, kleiner, verschüchterter Hase, noch ehe das Buch zu Ende ist, wird seine Zunge mit deiner Libido die Worte wahrer Liebe sprechen. Von dieser Sekunde an, wirst du diesen Mann, von dem du nichts weißt, außer der Größe seines Suspensoriums, ewiglich und aufrichtig Lieben.
Halte durch, unschuldiges Reh, halte durch.
Das waren meine fünf weiblichen Kopfschüttler in Büchern. Entgegen meiner vorherigen Aussage darf diskutiert werden.
Für die, die es bis hierher geschafft haben noch ein abschließendes Danke fürs Lesen. Und geht mal wieder raus, ihr Internetsuchtis.
Ausnahmsweise mal von Pixabay.com. Kam unerwartet, ich weiß.