Quanten fliegen manchmal rückwärts
Heisenbergs Unschärferelation besagt, dass es nicht möglich ist, von einem Teilchen Ort und Geschwindigkeit gleichzeitig genau zu messen. Je genauer man die einer Größe misst, umso unschärfer wird die andere und kann viele verschiedene Werte annehmen.
Aus der Unschärferelation ergibt sich somit ein Effekt, der unseren Alltagserfahrungen widerspricht. Wir haben noch nie beobachtet, wie z.B. ein Auto in eine Richtung losfährt und plötzlich hinter seinem Startpunkt ist. In der Quantenphysik ist das allerdings nach Heisenberg möglich.
Die Rede ist vom sogenannten Backflow-Effekt. Bereits 1969 wurde beschrieben, dass ein Teilchen, das in eine bestimmte Richtung fliegt, hinter seinem Ausgangspunkt sein kann, da der Ort nicht genau zu ermitteln ist. Kurz nach dem Start wächst die Wahrscheinlichkeit für diesen Effekt noch.
Trotz, dass die Wahrscheinlichkeit wächst, ist sie noch immer sehr klein. Sie ist so klein, dass der Effekt bisher nicht im Experiment beobachtet werden konnte. Somit sind alle Überlegungen in der Richtung bislang rein theoretisch.
Daniela Cadamuro von der TU München und zwei ihrer Kollegen untersuchen den Effekt und wollen herausfinden, ob der Backflow-Effekt auch dann noch besteht, wenn auf das fliegende Teilchen eine Kraft wirkt.
Ihr Ergebnis ist, das auch unter solchen Bedingungen der Effekt besteht, wodurch sie zuversichtlicher werden, das auch in einem Experiment sehen zu können, wo Teilchen ständig Kräften aus ihrer Umgebung ausgesetzt sind.
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