Ich bin neulich auf einen sehr interessanten Text gestoßen, welcher mir in Zeiten eigenen Verlustes und Leids etwas geholfen hat.
Und zwar geht es um die buddhistische Lehre von Anatta. Diese Lehre geht von dem Nichtvorhandensein eines permanenten und unveränderlichen Selbst, eines festen Wesenskerns oder einer Seele aus. Weiter heißt es: Was normalerweise als „Selbst“ betrachtet wird, ist demnach eine Ansammlung von sich konstant verändernden physischen und psychischen Bestandteilen. Leid entsteht demnach durch das Festhalten an der Vorstellung, dass der jeweils erlebte, temporäre Zustand unveränderlich ist. Das Selbst ist also in ständigem Fluss und keine Konstante.
Alles im Leben ist einer kontinuierlichen Veränderung unterworfen und alles, was existiert, existiert nur in Abhängigkeit von Bedingungen. Diese sind jedoch nicht dauerhaft. Daher gilt es als illusorisch, dass irgendetwas ein dauerhaftes Selbst oder eine Seele habe.
Ich habe mir in letzter Zeit in Situationen des Leidens einmal überlegt, worum ich leide. Und jedes Mal war es ein Festhalten an etwas Vergangenes: eine vergangene Liebesbeziehung, Erinnerungen an schöne Zeiten, welche man glaubt nie wieder zu erleben und so weiter.
Auch das Festhalten an einen gerade vorherrschenden Zustand kann Leiden auslösen. Meist sind wir dann von Ängsten geplagt. Wir wollen, wenn wir uns sehr wohl fühlen, diesen Zustand für immer erhalten und haben Angst, dass sich etwas zum schlechten wendet, was widerum dazu führt, dass wir das Jetzt gar nicht richtig genießen können.
Ich hoffe an dieser Stelle auf Diskussionen über dieses Thema.