Mein philosophischer Ω-mega α-dventskalender
Tür 19 - Die Zahnfee
Liebe Leser,
irgendetwas ist ja immer. Vor allem wenn man sich auf eines der letzten großen Abenteuer unserer Zeit eingelassen und Kinder in die Welt gesetzt hat.
Meine jüngste Tochter hat nun endlich ihren ersten Milch-Zahn verloren.
irgendetwas ist ja immer. Vor allem wenn man sich auf eines der letzten großen Abenteuer unserer Zeit eingelassen und Kinder in die Welt gesetzt hat.
Meine jüngste Tochter hat nun endlich ihren ersten Milch-Zahn verloren.
Was war das für eine Aufregung
Wochenlang wurde mit steigender Intensität an dem kleinen Beisserchen gerüttelt und gezuppelt. Doch er wollte einfach nicht ausfallen.Wir hatten natürlich auch schon längst eine Zahndose gekauft, damit der Zahn sich sein zukünftiges Zuhause schon einmal anschauen konnte.
"Komm schon Zahn, ist doch viel schöner als in so einem glitschigen Kindermund..."
Wie gewonnen, so zerronnen
Das hat gewirkt. Vor ein paar Tagen lag der kleine Störenfried plötzlich morgens auf dem Kopfkissen. "Puhh, du hast ihn nicht verschluckt", meine Erleichterung war riesengroß. Hätte ich doch im schlimmsten Fall tagelang in der Kloschüssel rumstochern müssen.Doch dann beim Abwaschen der Trophäe im Bad war das Ding plötzlich weg. Meine Tochter wollte den Zahn natürlich selbst abtrocknen. Schließlich ist sie ja jetzt schon fast erwachsen.
Stundenlang haben wir -unter dem Geschrei meiner Tochter- das ganze Badezimmer auf den Kopf gestellt, doch vom Zahn keine Spur. Da fiel meiner Frau zum Glück die Geschichte mit der Zahnfee ein.
Die Zahnfee
Wenn man den ersten verlorenen Zahn unter das Kopfkissen legt, kommt nachts die Zahnfee und bringt dem Kind ein Geschenk. Je nach Interpretation ist der Zahn dann allerdings weg.
In unserem Fall mussten wir das Ganze dann nur ein wenig umdichten: "Bestimmt hat die Zahnfee den Zahn schon aus dem Badezimmer geholt."
In unserem Fall mussten wir das Ganze dann nur ein wenig umdichten: "Bestimmt hat die Zahnfee den Zahn schon aus dem Badezimmer geholt."
Also schnell das schon vorbereitete Geschenk auf's Bett gelegt und dann war erstmal Ruhe.
Doch woher kommt eigentlich der Brauch der Zahnfee?
Vermutlich liegen die Ursprünge dieses Brauches in einem magischen Ritual, welches das Übergehen vom Kind zum Jugendlichen begleiten sollte. In Zeiten, da man noch an Hexen glaubte, die Macht über die eigene Person erlangen konnten, wenn sie dazu Haare, Zähne oder Fingernägel von der zu verhexenden Person besaßen, war der richtige Umgang mit ausgefallenen Zähnen für die Menschen noch äußerst wichtig. In verschiedenen Kulturen gab es deshalb allerlei Bräuche, einen solchen Zahn an Tiere zu verfüttern, zu verbrennen oder zu begraben, wobei insbesondere die erste Variante eine große Rolle spielte.Via
Rituale im Zusammenhang mit dem Verlust der Milchzähne gibt es in fast allen Kulturen aber der Ursprung des Zahnfee-Mythos wird in England oder Irland vermutet: Im Mittelalter erzählten dort Eltern ihren Kindern, dass sie ihre verlorenen Zähne ins Feuer werfen sollten, um nach ihrem Tod nicht mehr darauf aufpassen zu müssen. Eine andere Version des Brauchs lautete, den Zahn in eine Ecke zu legen, um dafür den guten Zahn eines Tiers, meist einer Maus oder Ratte, zu bekommen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kam die Zahnfee auch in den deutschsprachigen Raum und legt mittlerweile nachts vielen Kindern eine Überraschung unter das Kopfkissen.Via
Wie sieht die Zahnfee aus?
Meine Tochter hat uns die Geschichte allerdings nicht ganz abgenommen. Vor allem als der Zahn plötzlich doch wieder unter dem Waschbecken aufgetaucht ist.Sie hat dann ein Bild der Zahnfee gemalt und sie aufgefordert, sich ihr zu zeigen. "Ich möchte so gerne sehen, wie du aussiehst."
Als die Zahnfee in der nächsten Nacht antwortete: "So jedenfalls nicht!", war unserer Tochter klar, dass wir hinter der Geschichte stecken mussten.
Aber über das Geschenk hat sie sich doch gefreut.