Mein philosophischer Ω-mega α-dventskalender
Liebe Kinder, gebt gut acht, ich hab' euch etwas mitgebracht.
Tür 8 - Unendlichkeit
Laut biblischer Schöpfungsgeschichte wurden das Universum in sechs Tagen von einem Gott erschaffen, der dann am siebten Tag ruhte. Diese Einteilung finden wir auch heute noch darin wieder, dass wir jeweils 6 Tage lang shoppen können, während wir am Sonntag meistens vor verschlossenen Türen stehen.
So gesehen war der achte Tag quasi der erste reguläre Arbeitstag nach der Schöpfung.
Im jüdischen Brauchtum werden alle männlichen Nachkommen am achten Lebenstag beschnitten. Dies soll ein Zeichen des Bundes zwischen Gott und dem Menschen sein und geht auf die Zeiten Abrahams zurück.
In der christlichen Symbolik steht die Acht für das Leben nach dem Tode. Sie soll die Verbindung der beiden Sphären von Himmel (Kreis) und Erde (irdische Ordnung, Quadrat) symbolisieren. Sie gilt als Zahl der Macht und der Kraft.
Die Griechen nannten die Acht die Zahl der Gerechtigkeit, weil sie sich (mehrfach) zu geradzahligen Teilen dividieren lässt.
Merkurstab
Auch im (ebenfalls als Hermesstab bezeichneten) Merkurstab erinnert die Form zweier sich umschlingender Schlangen an die Zahl Acht. Der Stab galt als Zeichen des Friedens und des Handels:
Nach einer Legende fand Hermes einst zwei Schlangen in heftigem Kampfe ineinander verschlungen. Mit einem Olivenzweig trennte er die Kämpfenden, und zum Dank dafür umschlangen sie den Stab friedlich und wandten sich in Liebe einander zu. Hermes mit seinem Symbol galt fortan als Friedensstifter. Dies ist die positivste Bedeutung, die der Hermesstab erlangt hat.Via
Achtheit von Hermopolis
Diese altägyptischen Götterlehre besagt, dass vor der Entstehung der Welt acht Götter herrschten.Nun und Naunet (seine Gattin) stehen für das Urgewässer und für den Urozean (Das Element, das zeugt und gebiert); Heh und Hehet für den ewigen Raum, für die Endlosigkeit und für die Unendlichkeit (Die Urzeit, der Hauch und die Liebe des Schaffens, das schöpferische Verlangen); Kek und Keket für die Urfinsternis (Vor Erschaffung der Gestirne, der Urraum, der als Mann das Helle schafft und als Frau die Nacht und so den Tag gebiert); Tenem und Tenemu für die Weglosigkeit (Der kosmische Niederschlag, der sich zeugend und kreisend aus dem Urwasser absetzt).Via
Durch diese göttliche Achtheit wurde schließlich der ägyptische Sonnengott Re geboren.
Buddhismus
Der sogenannte Edle achtfache Pfad wird von allen buddhistischen Schulen als wesentlicher gemeinsamer Lehrinhalt angesehen und gibt eine Anleitung zum Gewinn der Erlösung (Nirwana).Via
I Ging
Das I Ging („Buch der Wandlungen“) gilt als ältester klassischer chinesischer Text (ca. 3. Jahrtausend v. Chr.). Es besteht aus jeweils 2 sogenannten Trigrammen entweder durchgezogener oder unterbrochener Linien, die übereinander dargestellt werden.Die durchgezogene Linie steht dabei für das yang, die unterbrochene Linie für das yin. Durch die Kombination jeweils zweier Trigramme (symbolisch für eine Person sowie deren äußere Situation) entstehen insgesamt 64 Hexagramme, die zur Deutung einer Situation und deren möglicher Entwicklung herangezogen werden können.
Die Bedeutung der 8 Grund-Trigramme ist:
☰ = Himmel☱ = Sumpf
☲ = Feuer
☳ = Donner
☴ = Wind
☵ = Wasser
☶ = Berg
☷ = Erde
Wenn man übrigens ein gespiegeltes Yin und Yang-Zeichen über das ungespiegelte legt, ergibt sich ebenfalls eine Acht:
Bits und Bytes
Die zwei möglichen Zustände jeder Linie im I Ging (bzw. das yin und yang) erinnern an das Binärsystem unseres Computer-Zeitalters. Die kleinste Einheit nennt man dabei Bit (möglicher Zustand: 0 oder 1) und es ist üblich, jeweils acht solcher Bits zu einem Byte zusammenzufügen.Die etwas weniger gebräuchliche Zusammenfassung von vier Bits nennt man Nibble.
[Sie] basiert auf dem englischen Verb to nibble („anknabbern“, „einen kleinen Bissen nehmen“) und der phonetischen Ähnlichkeit von bite („beißen“, „Bissen“) und byte.
Unendlichkeitszeichen
In der Mathematik ist die liegende Acht als Zeichen der Unendlichkeit gebräuchlich.Theoretisch beschreibt der Begriff „unendlich“ ein Objekt, welches kein Ende oder Schluss hat, aber einen Anfang oder Beginn haben kann, in der Geometrie würde also ein Strahl oder eine Kreisbahn als unendlich beschrieben werden.ViaIn der Theologie und manchen philosophischen Konzeptionen ist die Unendlichkeit eines der Attribute Gottes, während die Schöpfung per se endlich ist.
Der Mathematiker Bernard Bolzano präzisierte den Unendlichkeitsbegriff in der Mathematik durch sein Buch Paradoxien des Unendlichen. Ihr könnt es online lesen, wenn ihr auf den Titel klickt.