… und was ich daraus für die Zukunft schließe…
Ich erinnere mich so gerne an die Zeit vor 5-6 Monaten, als ich mit meiner Familie in USA und Mexiko unterwegs war und fast täglich geschrieben habe. – Sogar meine erste und einzige Kurzgeschichte stammt aus dieser Zeit. – Ich fühlte mich in dieser Zeit so lebendig und am richtigen Weg.
Rückkehrdepression
Dann kam ich zurück in mein „altes Leben“ und versuchte nur einfach zu überleben, Geld zu verdienen und den Gedanken zu ertragen, dass es das jetzt war. Dass sich mir nie wieder so eine Gelegenheit zu reisen und einfach zu leben bieten wird, da unsere Geldreserven jetzt aufgebraucht sind und immer mehr unserer Kinder in die Schule gehen werden, bzw. es zeitlich einfach nie wieder so gut passend sein wird. (Mein Mann war einfach in Karenz für unser drittes Kind und konnte dann nahtlos wieder in seinen Job einsteigen.)
Neue Pläne
Schön langsam überwinde ich diesen Zustand der Depression und beginne neue Pläne zu schmieden, mir Ziele zu setzen und mir einzureden: Wir werden diesen Sommer in den USA und Mexiko verbringen. Ich werde das Geld dafür verdienen! Ich werde endlich eine Businessidee finden, die mich wirklich erfüllt und mit der ich wirklich Geld verdienen kann.
Dafür habe ich mich auch bei einem einjährigen Online Business Kurs eingeschrieben, der als Bestandteil auch ein Modul zum finden seiner wahren Leidenschaft enthält. – Eigentlich versuche ich ja seit 2004 nichts anderes. Mit mäßigem Erfolg: Ich schwanke immer zwischen ich probiere etwas aus, was meine Leidenschaft sein könnte und dann wird es mir zu heiß und ich ziehe mich zu etwas zurück, das ich immer schon mache und gut kann, ohne dass es meine Leidenschaft ist.
Meine Leidenschaften
Dabei habe ich schon einige Leidenschaften abgehakt, wie kochen, backen, malen und gestalten. – Und doch habe ich um eine immer einen großen Bogen gemacht. Zu unmöglich erschien es mir, jemals damit Geld zu verdienen, es jemals wirklich zu meinem Lebensinhalt zu machen: Das Schreiben.
Backen ist eine Leidenschaft, die ich schon seit der Volksschulzeit mehr oder weniger intensiv gepflegt habe.
Es ist auch die einzige Sache, bei der ich mich noch gar nicht getraut habe, mich weiterzubilden, die ich fast noch gar nicht in meinem Berufsleben eingesetzt habe. (Außer als ich meinen ehemaligen Chef dabei unterstützte, ein Buch für Privatvermieter in Österreich zu schreiben. – Ja wurde tatsächlich schon ganz nebenbei mit ca. 21 Jahren publizierte Co-Autorin des „Handbuchs zur Gästezimmervermietung“ das immerhin mit 3 Auflagen erschienen ist.)
Und doch, oder gerade deswegen, weil es vielleicht wirklich das ist, was mich ausmacht, habe ich verdammte Angst, damit weiterzumachen, mich zu verbessern, das was ich schreibe jemandem zu zeigen, der es kritisieren könnte.
Und es ist auch seltsam: Einerseits hat mir das Schreiben geholfen, die schwierigsten Phasen meines Lebens zu überstehen, meine Gedanken zu sortieren und Klarheit zu schaffen. – Andererseits, habe ich eigentlich dafür, wie gern ich es mache, noch nicht viel geschrieben.
Angst vor Kritik
Ich habe Angst, es nicht zu können. So als ob mir die Schulaufgaben, gegen die ich damals so riesige Widerstände hatte, noch immer in den Knochen sitzen würden. Es ist einfach eine riesengroße Hemmung da.
Dieses spielerische Ausprobieren, dass mir z.B. beim Kochen und Backen erhalten geblieben ist, gibt es in diesem Bereich nicht. – Ja es gibt Sachen, die mir leicht fallen, wie Berichte über meine Erfahrungen, technische Anleitungen und Gedichte, aber darüber hinaus habe ich eine riesige Blockade und Hemmungen, mich auszudrücken.
Schreiben ist nichts, womit man Geld verdienen könnte. Nie hat auch nur jemand ansatzweise daran geglaubt oder mich ermutigt, dass ich Autorin sein könnte, oder vielleicht Journalistin. Das ist kein Beruf, der auf der Wunschliste meiner Eltern stand, genauso wenig wie Kindergärtnerin, Altenpflegerin oder Polizistin.
Die einzige Unterstützung, die ich erfahren habe, war, dass ein Gedicht, das ich mit 13 geschrieben hatte, in einer Christlichen Zeitung bei der meine Eltern mitarbeiteten veröffentlicht wurde. Es hieß „Kinder im Krieg“. Es war einer der wenigen Texte, die ich tatsächlich aus eigenem Antrieb und ohne offiziellen Auftrag und ohne mich zu fürchten verfasst hatte.
Ach wie viel gäbe ich dafür, damals einer Schreibgruppe, die mich gefördert und herausgefordert hätte, angehört zu haben, anstatt immer nur für die Schule Texte zu verfassen. – Ja ich war gut darin, aber es war immer mit einem gewissen Gefühl der Sinnlosigkeit verbunden und auch der Zwang, es tun zu müssen, war nicht hilfreich, um wirklich als Verfasserin von Texten aufzublühen.
Der Bereich auf meinem Visionboard der mit Schreiben zu tun hat. - Fast wollte ich ihn schon einmal abmontieren. - Das werde ich nun nicht, aber umgestalten ist bald angesagt...
Dabei träume ich eigentlich davon, eines Tages einen eigenen Roman zu veröffentlichen. Auch mit der Idee eine Art Tagebuch von mir zu verfassen, in dem die LeserInnen meine Verwandlung zu einem glücklichen, verantwortungsbewussten Menschen mitverfolgen können, indem ich verschiedene Selbstcoaching- und Schreibtechniken anwende, habe ich mich einmal getragen und auch tatsächlich damit begonnen. Vielleicht sollte ich das trotz der großen Lücke wieder aufnehmen.
Ach ich spüre schon, es wird Zeit, dass ich mich in diesem Bereich meines Lebens, an dem mein Herz hängt und der mich wirklich durch schwere, einsame Zeiten getragen hat, weiterbilde, wachse und entfalte und wer weiß, was sich daraus ergeben kann.
Es ist Zeit. Es ist an der Zeit, dass ich (noch mehr) ins Tun komme und dass ich negative Erinnerungen, die mit dem Schreiben verbunden sind, mittels FasterEFT ins Positive verwandle, sodass noch mehr den Drang spüre, etwas zu tun und mich weiterzuentwickeln.
Ach wie gut, dass ich außerdem dank meiner drei Skillshare-Kurse, die ich vor 2 Jahren erstellt habe, immer noch gratis Mitglied bei Skillshare bin und es dort jede Menge „Writing Classes“ gibt und ich habe jetzt ganz spontan entschieden, die folgenden Kurs zu machen: „Creative Writing for All: A 10-Day Journaling Challenge“, wobei die Aufgabe ist, 10 Tage lang 10 Minuten zu schreiben und dabei den Text jeweils mit folgendem Satz zu beginnen: „Heute habe ich bemerkt…“
PS: Ich habe mich für einen anderen Satzanfang entschieden, aber dazu gibt es morgen mehr...