Liebe Hiver,
unlängst waren ja die 75-Jahr-Feiern zum Ende des 2. Weltkriegs. Aber nach dem Sieg über die Nazis begann erst eines der dunkelsten Kapitel der Menschheit, mitten in Deutschland - nach Ende des Krieges, ein Kapitel, das einige von Euch vielleicht noch nicht in diesem Ausmaß kennen.
Bitte glaubt keiner einzelnen genannten Quelle, sondern bildet Euch Eure eigene Meinung!
Lager Sinzig mit über 300.000 Gefangene Quelle public domain
Laut der Haager Landkriegsordnung von 1910, aber auch den Genfer Konventionen gehören Kriegsgefangene zu den Wehrlosen und deren Behandlung unterliegt bestimmten Auflagen, zum Beispiel müssen sie mit Menschlichkeit behandelt werden und in Unterbringung und Verpflegung den eigenen Truppen gleichgestellt sein.
Doch schon 1943 und später auf der Konferenz von Jalta im Feb. 1945 einigten sich die Alliierten, die möglichen deutschen gefangenen Soldaten nicht als Kriegsgefangene, sondern (unter Nichtachtung des Völkerrechtes) als Strafgefangene zu behandeln und sie auch für Arbeitseinsätze zu verwenden. “Die jeweiligen Oberkommandierenden der Streitkräfte sollen über die Gefangenen frei verfügen können.” Der Oberkommandierende der US-Truppen Dwight David Eisenhower erhielt am 10. März 1945 aus Washington die Ermächtigung, die auf deutschem Boden gefangen gehaltenen deutschen Soldaten nicht zu entlassen (gemäß Völkerrecht), sondern sie als „Disarmed Enemy Forces“ (DEF) weiter gefangen zu halten. Die meisten Gefangenen hatten somit keinen Schutz des internationalen Rechts und waren der Willkür des Siegers ausgeliefert. Nichteinhaltung des Völkerrechts bei Kriegshandlungen gilt nach internationalem Recht als Kriegsverbrechen! Erst 1946 wurden alle bis dahin noch überlebenden Gefangenen zu POW (prisoners of wars) erklärt.
Gefangenentransport Quelle
Rheinwiesenlager hieß ein Komplex von etwa zwanzig US-amerikanischen Gefangenenlagern für etwa 3,4 Millionen deutsche Kriegsgefangene (und politisch tätig gewesene Zivilisten, Mitglieder des Volkssturms, auch Frauen und Jugendliche waren darunter) im Rheinland in der Zeit zwischen Frühjahr und Spätsommer 1945. Manche Quellen gehen von fünf bis sechs Millionen aus. Einige wurden nach wenigen Wochen wieder entlassen oder als Zwangsarbeiter verpflichtet, aber es ist heute schwer zu sagen, wieviele dort länger verbringen mussten, es ist jedenfalls von mehreren Millionen auszugehen!
Die Bedingungen in den Lagern
Die Gefangenen wurden weder bei der Einlieferung noch während des Aufenthaltes registriert. Es wurden ihnen nur alle Rangabzeichen und persönlichen Gegenstände, auch Eheringe, abgenommen. Sie hatten keinerlei Verbindung zur Außenwelt und keinen Postverkehr.
Die Gefangenen hausten trotz Kälte und Regen ohne Obdach auf nacktem Boden, der sich mit der Zeit in eine unergründliche Schlammwüste verwandelte. Unterkünfte zu errichten, war verboten. Zelte wurden (an Männer) nicht ausgegeben, obwohl sie in den Depots der deutschen Wehrmacht und in denen der US-Armee reichlich vorhanden waren.
Die Ernährung und die hygienischen Verhältnisse in diesen Lagern waren katastrophal. Da Zelte verboten waren und ihnen auch keine Werkzeuge ausgegeben worden waren, mussten sie mit den Händen oder Konservendosen Erdlöcher in den Boden graben, um vor der schlimmsten Kälte geschützt zu sein. Nach Regenfällen brachen die Erdhaufen manchmal zusammen und begruben die Ausharrenden darin. Kameraden waren oft zu entkräftet, um sie zu befreien.
Überlebende berichteten zudem, dass vor allem der Durst wütete - dabei war oft der der Rhein nur 200 Meter entfernt!
…Ein Lagerinsasse von Rheinberg war über 80 Jahre alt, ein anderer war neun Jahre alt....andauernder Hunger und quälender Durst waren ihre Begleiter, und sie starben an Ruhr. Ein grausamer Himmel übergoss sie Woche für Woche mit strömendem Regen...Amputierte schlitterten wie Amphibien durch den Matsch, durchnässt und fröstelnd...Ohne Obdach tagaus, tagein und Nacht für Nacht lagen sie entmutigt im Sand von Rheinberg oder sie entschliefen in ihren zusammenfallenden Löchern....
In der ZDF-Dokumentation „Verbrechen der Befreier“ wird erwähnt, daß verschiedentlich US-Armeeangehörige während der Nacht wahllos in die Lager schossen.
Andere Augenzeugen berichteten:
Das Gefangenenlager war ein vom Regen durchweichter nackter Acker, Stacheldraht umzäunt, ohne ein einziges Zelt oder gar Gebäude. Wir lagen auf dem schlammigen Ackerboden, Körper an Körper, weil nur je drei Mann eine Wolldecke hatten. Es gab ansonsten kein Trinkwasser und keine Verpflegung. Die Latrine war eine mit einem Bulldozer ausgehobene, etwa von der Größe wie zwei Zimmer, große Grube, ohne Randbefestigung und ohne Sitzgelegenheiten. Wer in diese Grube fiel, ertrank in den Fäkalien. Wasser zum Waschen gab es nicht. Jeden Morgen gingen Sanitäter durch die endlosen Reihen der Liegenden und stießen diejenigen mit dem Fuß an, von denen sie glaubten, daß sie tot waren...Nach Tagen gab es das erste Trinkwasser und dann später die erste "Verpflegung": etwa 50 Mann ein Weißbrot und für jeden je einen Teelöffel Kaffeepulver, Eipulver, Milchpulver und Zucker.
Viele oder gar die meisten Opfer aber forderte der Schlamm und der bodenlose Untergrund an den Latrinen, deren Benutzung namentlich nach lang anhaltenden Regenfällen wie jetzt Ende April/Anfang Mai zu einem Spiel mit Leben und Tod ausartete. Die Tatsache darf daher in keiner Lagerchronik fehlen, daß in jener Zeit vor allem nachts mancher sich nur noch mühsam auf den abgezehrten Beinen haltende Landser vom dringenden Gang auf die Latrine nicht mehr in sein Erdloch zu den Kameraden zurückkehrte, weil er kraftlos hineingefallen war in jenen stinkenden und kaum zu beschreibenden Abgrund, aus dem es kein Entrinnen gab.
Es gibt auch Berichte amerikanischer Soldaten:
In Andernach about 50,000 prisoners of all ages were held in an open field surrounded by barbed wire. The women were kept in a separate enclosure I did not see until later. The men I guarded had no shelter and no blankets; many had no coats. They slept in the mud, wet and cold, with inadequate slit trenches for excrement. It was a cold, wet spring and their misery from exposure alone was evident.
Even more shocking was to see the prisoners throwing grass and weeds into a tin can containing a thin soup. They told me they did this to help ease their hunger pains. Quickly, they grew emaciated. Dysentery raged, and soon they were sleeping in their own excrement, too weak and crowded to reach the slit trenches. Many were begging for food, sickening and dying before our eyes. We had ample food and supplies, but did nothing to help them, including no medical assistance.
Outraged, I protested to my officers and was met with hostility or bland indifference. When pressed, they explained they were under strict orders from "higher up." No officer would dare do this to 50,000 men if he felt that it was "out of line," leaving him open to charges. Realizing my protests were useless, I asked a friend working in the kitchen if he could slip me some extra food for the prisoners. He too said they were under strict orders to severely ration the prisoners' food and that these orders came from "higher up." But he said they had more food than they knew what to do with and would sneak me some.
Die Bretzenheimer Einwohner sahen von April bis Juli 1945 jeden Morgen die Haufen von 120 bis 180 Leichen am Tor und können vom Verladen dieser Umgekommenen auf Lastkraftwagen berichten.
"Rechnet man zu den Toten am Lagertor noch die in Schlamm und Latrinen Versunkenen hinzu, kann man allein im Lager Bretzenheim in den ersten Monaten auch bei vorsichtiger Schätzung von 15% Toten ausgehen." Das wären bei einer Lagerstärke zu Beginn von 100.000 alleine 15.000 Tote in Bretzenheim.
Das Internationale Rote Kreuz hatte keinen Zutritt zu den Lagern. Nahrungsmittel und Hilfsgüter, welche das Schweizer Rote Kreuz in Eisenbahnwaggons an den Rhein transportieren ließ, wurden auf Befehl Eisenhowers zurückgeschickt. Es war von der US-amerikanischen Besatzungsmacht nicht erwünscht, Abgesandte des IKRK die Zustände in den Lagern sehen zu lassen. Eine offizielle Direktive verbot es auch der umliegenden Bevölkerung unter Androhung der Erschießung, den Gefangenen Lebensmittel zuzustecken.
Quelle
Suche nach der Wahrheit? Verboten!
Nur ca. 5000 Tote sind auf offiziellen Lagerfriedhöfen begraben worden, das entspricht der Zahl, die bis heute von der offiziellen Geschichtsschreibung angegeben wird. 4537 Tote wurden von umliegenden deutschen Gemeindeverwaltungen gemeldet, die US-Stellen gaben 3053 Tote an. Diese offiziellen 5000 würden einer Todesrate von 0,1 % entsprechen, also einer Rate, die einer normalen Sterblichkeitsrate unter normalen Bedingungen entspricht. Doch die vielen in Erdlöchern Erfrorenen oder Verschütteten, im Schlamm entkräftet Liegengebliebenen und in den Latrinen Ertrunkenen wurden nie erfasst und bestattet. Daher geben andere Quellen insgesamt 750.000 bis zu einer Million Toten in den Rheinwiesenlagern an – alles in den Monaten ab Mai 1945 nach dem Ende des Krieges.
Auf einem Mahnmal bei Bad Kreuznach ist über das Lager Bretzenheim angegeben: Mai 1945 hundertundeintausend Gefangene, Juli 1945 Lagerübergabe an die Franzosen siebzehntausendfünfhundert Gefangene
Eventuell könnte man durch wissenschaftliche Ausgrabungen mehr erfahren, doch warum ist das Graben auf den ehemaligen Flächen der alliierten Lager behördlich untersagt? Der Volksbund für Deutsche Kriegsgräberfürsorge darf nicht (er ist nur im Ausland zuständig). Im Inland bräuchte es einen Grabungsauftrag seitens deutscher Behörden – dieser ist nie erfolgt.
Private Initiativen wurden untersagt. Der Grabungsexperte Otto Schmitt hat es sich seit ca. 1970 zur Aufgabe gemacht, in Eigenleistung Vermißtenschicksale aufzuklären.
"Landwirt Karl Schneider aus Sinzig findet manchmal beim Pflügen seiner Äcker auf dem früheren Lagergelände die Erkennungsmarken deutscher Soldaten. Bis heute untersuchte niemand die Gruben der ehemaligen “Toilettenanlagen” auf die Überreste vermißter deutscher Kriegsgefangener hin."
Bei einem Versuch einer Grabung erklärte man Schmitt auf Geheiß des Landesamt für Denkmalpflege in Mainz, das Gelände stünde unter Denkmalschutz und dass Grabungen bei Androhung von 250.000 DM Geldstrafe verboten seien. Nach jahrelangen Prozessen gibt er auf, die scheinheilige Begründung für das Verbot: Das Gelände ist Kulturgut. Kulturgüter können nur von Fachkräften des Landesamts ausgegraben werden. Fachkräfte stehen aber nicht zur Verfügung.
Grabungen in anderen Lagergeländen könnten nur genehmigt werden, wenn bereits Tote gefunden seien. Tote aber werden nur durch Grabung gefunden, und ungenehmigtes Graben ist verboten. So hat es bisher auch keine Nachforschungen nach möglichen Massengräbern in näherer oder weiterer Umgebung der einzelnen Lager gegeben.
Der Soldatenfriedhof Lohrer Wald Quelle
Offenbar besteht kein Interesse daran, die Wahrheit zu erfahren. Das, oder Deutschland hat nicht die Souveränität, im eigenen Land Untersuchungen durchzuführen, die Licht in die Kontroverse um die Opferzahl bringen würde.
Von offizieller Seite heißt es etwa:
Vertreter der extremen Rechten nutzen die Thematik und verbreiten falsche, übertriebene oder aus dem Zusammenhang gerissene Darstellungen der Bedingungen in den Kriegsgefangenenlagern, um Stimmung gegen demokratische Werte zu machen. Die Rheinwiesenlager müssen aber mit dem politischen und militärischen Geschehen vor 1945 in Verbindung gebracht werden, denn die Lager sind eine Folge der NS-Diktatur, des von Deutschland ausgehenden Zweiten Weltkriegs sowie der nationalsozialistischen Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Fazit
Ich weiß nicht, was wirklich passiert ist damals (niemand von uns war dabei), aber wenn man etwas nicht weiß oder es umstritten ist, dann muss es doch erlaubt sein, Fragen zu stellen, zum Beispiel ob denn all die Augenzeugenberichte frei erfunden sind, warum keine Zelte und das rote Kreuz nicht erlaubt waren und warum bis heute keine Grabungen erlaubt sind, um die Wahrheit ans Licht zu bringen. Und was konnten denn die einfachen Soldaten für die NS-Diktatur? (Soweit ich weiß, wurden amerikanische Kriegsgefangene von den Deutschen korrekt behandelt!) Ist es “Stimmungsmache gegen demokratische Werte” zu fragen, ob sich die Amerikaner durch dieses Verhalten nicht auf die gleiche Stufe gestellt haben, in dem sie ebenfalls ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit verübt haben?
Quellen:
http://www.rheinwiesenlager.de/index.htm
english version: http://www.rheinwiesenlager.de/Englisch.neu!.htm
http://de.metapedia.org/wiki/Rheinwiesenlager
https://equapio.com/geschichte/rheinwiesenlager-1945-millionen-deutsche-in-die-rheinwiesen-gekippt/#Opferzahlen_5000_oder_1_Million_Tote_in_den_Rheinwiesenlagern
offizielle Darstellung: https://de.wikipedia.org/wiki/Rheinwiesenlager
http://rheinwiesen-lager.de/
aktuelle politisch korrekte Berichterstattung: https://www.welt.de/geschichte/zweiter-weltkrieg/article207794857/Rheinwiesenlager-Wohin-mit-7-7-Millionen-Kriegsgefangenen.html
Buchtipp:
https://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3548331637/ref=ase_wienernachric-21/302-6979706-3820012
Video zum Thema:
PS:
Dieser Artikel wurde vor 2 1/2 Jahren schon auf Steem gepostet, aber jetzt, genau 75 Jahre nach den geschilderten Ereignissen habe ich ihn etwas verändert und revhived. Manche Dinge sollte man NIEMALS VERGESSEN.