Liebe Steemianer,
ich hoffe, der Titel ist für einige hier ein clicklbait, denn der Begriff Manager ist ja in unserer Gesellschaft stark verpönt, meist ist davon die Rede im Zusammenhang mit "Managergehältern", die viel zu hoch sind (z.B. hier), wobei aber immer die - für uns tatsächlich absurd hohen - Gehälter von Topmanagern, Voständen und CEOs gemeint sind. Dadurch wird von den Medien (bewusst?) dem Begriff "Manager" etwas Diebisches, Ausbeuterisches, und Obszönes angehaftet und er diametral zu anderen Berufen von "einfachen, ehrlichen Leuten" gestellt.
Der Begriff Manager bezeichnet aber letztlich jeden Beruf, bei dem Planung, Führung und Kontrolle in einem wirtschaftlichen Kontext ausgeübt werden, unabhängig von der Branche. Das klingt erst mal etwas abstrakt, daher muss man sich bewusst sein, was eigentlich "wirtschaften" ist! Wirtschaften heißt nichts anderes als "planmäßige und effiziente Entscheidung über knappe Ressourcen zwecks bestmöglicher Bedürfnisbefriedigung." Ich würde das etwas weiter fassen, von Bedürfnisbefriedigung zu jeglicher Zweckerreichung.
WIe auch immer, der Kern des Ganzen ist, dass es um knappe Resourcen geht. Ohne knappe Resourcen brauche ich nicht wirtschaften. Daher ist lange Zeit bedenkenlos Wasser und Luft verschwendet/verschmutzt worden, da diese nicht als knappe Resourcen angesehen wurden. Schnee ist zwar derzeit auch nicht knapp, trotzdem muss hier auch gemanaged werden, da wenn viel Schnee da ist, die Schneepflüge knapp werden und wenn zuwenig Schnee da ist, Alternativpläne wie künstliche Beschneiung etc. geplant werden.
Ich will aber auf etwas ganz anderes hinaus:
Die wichtigste knappe Resource für Euch ist Eure eigene Lebenszeit!
Es ist an Euch, die Zeit, die Ihr habt, bestmöglich einzusetzen. Leider passiert es im Alltag oft, dass auch sehr intelligente, achtsame Menschen an alles mögliche denken, aber nicht über sich selbst reflektieren. Und damit meine ich gar nicht den Umstand, dass im Schnitt jeder pro Tag 2,5 Stunden fernsieht. Klar, diese Zeitfresser sind eine Pest für sich, aber viele Menschen würden, wenn sie weniger fernsehen würden, stattdessen etwas anderes Unproduktives machen. In echt ist es nämlich so:
Die meisten Menschen sind wie Zuschauer oder bestenfalls Statisten in dem Film ihres eigenen Lebens!
Stattdessen sollten wir der Regisseur dieses Films sein.
Wie? Indem wir regelmässig aus der Alltagsroutine ausbrechen, innehalten (apropos, ein Ausdruck, der bezeichnenderweise langsam aus unserem Sprachgebrauch verschwindet), und uns darüber klar werden, was wir eigentlich wollen.
Viele leben ohne Ziel in den Tag hinein. Und die, die ein Ziel haben, brechen es nicht herunter auf konkrete, messbare Kurzziele oder Aktionen.
Das extreme Gegenteil ist der immer gut organisierte Nat Eliason.
Zwischen gar keiner Formulierung von Zielen und einem perfekten Ziel- und Zeitmanagement liegt eine optimale Situation irgendwo in der Mitte, abhängig vom Charakter und den Wünschen selbst.
Das sagt sich alles so einfach, ist aber im Wirklichkeit Knochenarbeit und erfordert einen eisernen Willen, da der Mensch gern in einer Komfortzone bleibt und da nur ungern heraus will. Weil jedes heraus bedeutet Veränderung und damit Risiko. Aber ohne Veränderung keine Verbesserung!
Eine gute Übung, um sich über die Oberziele klar zu werden, ist diese: Angenommen, es wäre dort Platz für einen, maximal zwei Sätze, was wollt Ihr, dass auf Eurem Grabstein einmal stehen soll? Wer kann diese Frage sofort beantworten?
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Wenn die Langfristziele klar sind, ist die nächste Frage: Was muss ich tun, um diese zu erreichen? Und so weiter, bis Ihr zu einer Aufgabe kommt, die Ihr innerhalb eine Woche abschliessen könnt. Ziele, die nur "irgendwann" zu erzielen sind, sind völlig wertlos. Daher sind die guten Vorsätze meist vergebens, weil immer verschoben wird. Damit das nicht passiert, muss noch was dazukommen:
Die schwierige Aufgabe, sich selbst zu "controlen". Das hat zwar auch mit kontrollieren (überwachen) zu tun, aber ist ein Begriff aus der Wirtschaftslehre und meint eher, dem Unternehmen (oder in diesem Fall sich selbst) alle Informationen in die Hand zu geben, damit die richtigen Entscheidungen getroffen werden. Der Controller ist wie der Beifahrer, der die Straßenkarte liest. Er steuert nicht, aber checkt regelmässig, ob die Richtung mit dem Ziel übereinstimmt.
Da sich ein System schwer selbst überwachen kann, ist es oft hilfreich, das im Buddysystem mit einem Freund zu machen. Jemand hat hier auf Steem geschrieben, dass er einem Freund immer 10$ überweisen muss, wenn er nicht um 6h früh aufsteht (eines seiner Ziele). Ein einfaches Beispiel für gegenseitiges Überwachen und sicherstellen, dass Ziele erreicht werden (ja, manchmal geht es nicht ohne eine Art "Bestrafung").
Das waren nur ein paar grundsätzliche Anregungen, eigentlich Gemeinplätze, aber ich ertappe mich auch immer wieder dabei, in einen Trott zu fallen, und da dachte ich, ab und zu eine Erinnerung kann nicht schaden :).
Es gibt im www ganz viel Informationen über "Selbstmanagement", man muss es nur wollen.
Das Leben ist zu kostbar, um es zu verschwenden!