Liebe Steemianer,
jedes mal das gleiche traurige Ergebnis - jedes Jahr die gleichen müden Erklärungen, warum die Kinder in Österreich und Deutschland nicht besser abschneiden, trotz der hohen Bildungsausgaben.
Einstein wird (fälschlicherweise, aber ist ja egal) dieses Zitat zugeschrieben:
"Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten."
Genauso wie bei PISA. Wie am 3. Dez. veröffentlicht. schnitten die öst. Schüler ab wie der OECD-Durchschnitt, aber nicht besser (nur im Mathe leicht über dem Schnitt). Beim Lesen und in Mathematik waren sie in etwa konstant, in den Naturwissenschaften gab es aber einen weiteren Abfall. Die deutschen Schüler waren zwar besser als die österreichischen, aber mit fallender Tendenz in allen 3 Kategorien.
Deutsche 15-Jährige im Jahresvergleich:
Quelle
Österreichische 15/16-Jährige (rot) bei der naturwissensch. Kompetenz im Jahresvergleich, blau ist der OECD-Schnitt:
Quelle
Wenigstens wird das Kind in Österreich beim Namen genannt: "In Österreich schneiden Schüler mit Migrationshintergrund bei der PISA-Studie nach wie vor deutlich schlechter ab als Jugendliche, deren Eltern in Österreich geboren wurden." Quelle. Von 2000 bis 2018 ist diese Gruppe in Öst. von 11 auf 23% angestiegen. Selbst nach der Herausrechnung des signifikant niedrigeren sozioökonomischen Status der Migrantenkinder (rote Balken unten), bleibt noch ein deutlicher Leistungsunterschied. Ohne die Bürde der Migration würden Österreich und Deutschland wesentlich besser abschneiden, hätten sogar europäische Spitzenplätze. Und nein, man kann dieses schlechte Abschneiden auch nicht mit den schlechteren Einkommensverhältnissen begründen (Schlagwort "soziale Herkunft"), denn in vielen asiatischen Ländern, die herausragende Scores haben (zur deren Kritik siehe unten), ist das durchschnittliche Einkommensniveau weit niedriger als bei uns. Vermutlich hat die schlechte Beherrschung der Sprache einen großen Einfluss auf die Ergebnisse. Umso erschreckender, dass von den österreichischen Kindern mit Migr.hintergrund zu Hause nur 26,2% deutsch sprechen Quelle. Ein sogar schlechterer Wert als in Deutschland (37,5%).
In Deutschland wird nicht gesagt, dass Migrantenkinder schlechter abschneiden, sondern "zu den Benachteiligten gehören in Deutschland viele Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund." Quelle, als ob sie durch irgendeine Böswilligkeit schlechtergestellt wären. Eine eklatante Sprachmanipulation!
Oder es werden Wortkreationen benutzt wie "...gelingt den Schulen, bei einer deutlich stärkeren Heterogenität der Schülerschaft weiterhin gute Ergebnisse im internationalen Vergleich zu erzielen." Quelle
Mittelwertunterschiede in Lesen zwischen Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund (absolut und unter Konstanthaltung des sozioökonomischen Status (SES)):
Quelle
Was in obiger Graphik auffällt: In Kanada, Neuseeland und Australien sind die Unterschiede zw. Einwandererkindern und Autochthonen nicht signifikant. Das wird auch gerne von Politiker- und Journalistenseite als Ausrede benützt, dass Einwanderung per se nicht schuld am bescheidenen Abschneiden bei PISA sei. Aber es wird meist verschwiegen, dass Kanada und Neuseeland eine Auswahl der potentiellen Einwanderer vornehmen nach bestimmten, integrationsförderlichen Parametern und nicht wie hier jeder reingelassen wird unter dem manipulativen Deckmantel des Asyls.
Als 2016 die deutsche Pisa-Koordinatorin Kristina Reiss befragt wurde, ob Deutschland nicht ohne Einwanderer im europäischen Spitzenfeld rangieren würde, war ihre Antwort "Diese Argumentation ist gefährlich." und sie verwies auf die guten Ergebnisse der Einwanderer in Kanada Quelle. Die unterschiedlich selektive Auswahl der Einwanderer wird offenbar bewusst unterschlagen und ist nach wie vor tabu!
Die Reaktion der hiesigen Politikerdarsteller? „Handlungsauftrag an die Politik ... Bildung ins Zentrum zu rücken“, „dringend ... Bildungsreform“, „Österreich weiterhin vor großen Herausforderungen" und „Bildungssystem schwerfällig".
Immer das gleiche Blabla. Keiner traut sich die Wahrheit zu sagen: Österreich so wie alle Länder mit unselektiver Massenweinwanderung werden in den nächsten Jahren bildungstechnisch abgehängt werden, was (neben der Deindustrialisierung) unweigerlich zu weiterem Wohlstandsverlust führen wird.
Dieser Wohlstandsverlust schreckt zunächst nicht. Alle mit sehr guter Ausbildung werden auch in der Zukunft einen vernünftigen Job haben können. Aber wenn immer weniger ein immer größeres Heer an Arbeitslosen versorgen müssen, wird auch die Auswanderung der Hochverdiener immer stärker werden und eine Todesspirale des Niedergangs sich immer weiter beschleunigen.
Eine Einsicht irgendwelcher Art verbunden mit einem Richtungswechsel in der Migrationspolitik sucht man bei den Verantwortlichen natürlich vergeblich. Stattdessen werden die unangenehmen Ergebnisse mit Worthülsen vernebelt.
Trotz allem sollte man die Einschränkungen der Studie nicht unerwähnt lassen:
- Die Stichproben sind relativ klein (tw. unter 1% der Zielgruppe), d.h. selbst minimale Fehler können das Ergebnis relativ stark beeinflussen. Mehrmals (z.B. Öst. 2000, USA 2009) mussten frühere Ergebnisse aufgrund von falscher Stichprobenauswahl oder Datenauswertung später korrigiert werden Quelle.
- In manchen gut abschneidenden asiatischen Ländern nehmen nur rund 80% der Schüler teil, in Deutschland über 95%. Es gibt Hinweise, dass vor allem schlechtere Schüler am PISA-Prüfungstag krank werden oder die Schule schwänzen. Das verfälscht die Ergebnisse. Die Mindestteilnahmerate wurde deswegen auch mit 80% angesetzt, dennoch wurden immer wieder Länder zugelassen mit Werten deutlich darunter (z.B. Vietnam hatte 2015 in Naturwissenschaften einen guten 8.Platz, obwohl nur 48,5% der vorgesehenen Schüler teilgenommen hatten) Quelle.
- Die chinesischen Werte sind mit Vorsicht zu geniessen, es wurde nur ein Schultyp ausgewählt, für den die Kinder von Millionen Wanderarbeitern gar nicht zugelassen sind Quelle.
Fazit:
Eine offene Dabatte zu PISA und seinen Erkenntnissen, aber auch seinen Mängeln ist nicht zu erwarten, müssten die PISA-Macher doch ihren Unfehlbarkeitsanspruch aufgeben und die Menschen würden auf unbequeme Wahrheiten stossen, die die Politiker lieber unerwähnt lassen wollen. Die kommenden Entwicklungen sollen am besten unumkehrbar sein, bevor die Menschen hier aufwachen...
Mehr dazu:
öst. PISA-Ergebnisse
PS:
Die bislang profundeste Analyse der PISA-Ergebnisse in Deutschland ist hier zu lesen. Nichts für schwache Nerven!