Die fabelhafte Welt der Amelie ist wohl der bekannteste Film von Jean Pierre Jeunet. Doch sein Markenzeichen der skurril -karikaturenhaften Bilder hat er auch in so manch anderem Film großartig verwirklicht. Hier haben wir wohl in erster Linie mal Jeunets Version von typischen Szenen wie in Spionage- und Actionfilmen, und das scheppert und klappert, als wären Clowns auf einem Schrottplatz losgelassen worden. So fehlt auch nicht die typische große Explosion, aber unter anderem fliegt bei Jeunet dadurch jemandem das Toupet vom Kopf.
Basils Vatert wurde beim Entschärfen einer Mine getötet, als Basil ein Kind war. Als Erwachsener bekommt Basil aus Versehen eine Kugel aus einer Pistole in den Kopf und muss etwas eingeschränkt leben dadurch. Bald verliert er Wohnung und Job. Basil wird von einer Gruppe Clochards adoptiert, die Schrott sammeln und daraus auch alles Mögliche bauen können. Die verschiedenen Clochards zeichnen sich jeweils durch eigene Marotten aus, eine Schlangenfrau ist dabei, ein Zahlengenie, jemand mit zig Metallimplantaten und weitere.
Basil findet den Rüstungskonzern, der die Mine, die seinen Vater tötete, und die Kugel in seinem Kopf hergestellt hat. Basil will sich rächen und mobilisiert seine neuen Freunde mitzumachen. Allerlei skurrile Situationen entstehen, als die Clochards mit selbstgebautem Gerät und ihren besonderen Talenten Spionage und Sabotage betreiben. Vieles geht auch schief, aber ganz am Schluss können die Freunde die Chefs des Konzerns in einer großartig inszenierten Szene dann sehr heftig reinlegen.
Delicatessen hat mir ja von Jeunets Filmen, die ich kenne, bis heute noch am besten gefallen. MicMacs gefiel mir gut, aber ich fand die spezielle Action, die ja durchaus was Nettes fürs Auge ist, zog sich streckenweise in der Mitte ein bisschen. Der Schluss rundete das Ganze dann aber wieder ab und entschädigte so sehr dafür, dass ich den Film doch empfehlenswert finde. Das Thema Waffenhandel wird am Ende noch mit Reminiszenzen an Italo-Western etwas ernsthafter politisch kritisiert, und das gab dem Film dann zufriedenstellend einen Sinn. Ich fand, dass die zig Kuriositäten vorher doch eher vom Ernst der Thematik ablenkten.