Liebe Steemians,
dies ist der erste Teil einer recht zwanglosen Folge von Beiträgen, die ich zum Thema Zivilschutz veröffentlichen möchte. Dabei möchte ich gerne Erlebnisse teilen, die mir bisher passiert sind oder die ich aus welchen Gründen auch immer diesbezüglich für relevant erachte und mit euch diskutieren möchte.
Warum das Ganze?
Nun, einerseits beschäftige ich mich nun doch seit vielen Jahren ganz bewußt mit dem Thema und zwar zunächst als Privatperson, Familienvater und – wie ich meine – aufmerksamer Bürger. Ich bin selbst aber an keine Verbände gebunden, die typische Aufgaben des Zivilschutzes betreuen, wie der Freiwilligen Feuerwehr oder dem Roten Kreuz. Ich folge viel eher einem inneren Drang, besser vor zu sorgen, als die Nachsicht zu haben, und zugleich erhöre ich hier (ausnahmsweise) die explizite Aufforderung des Staates an alle Bürger, mich selbst um mich und meine Nächsten zu kümmern. (Das wird von Land zu Land ein bisschen unterschiedlich gehandhabt; das soll aber erst später ein Thema hier sein.)
Der zweite Punkt hat damit zu tun, dass das beinahe uralte Thema 'Zivilschutz' durch ein vermeintlich neues, nämlich 'Prepping', zunehmend auch im deutschsprachigen Raum in Zusammenhang gebracht wird. Das ist zwar aus inhaltlicher Sicht verständlich, dennoch ist das, was man bisher unter diesem besonders angloamerikanischen Konzept verstanden hat, unter ganz anderen zivilgesellschaftlichen und rechtlichen Umständen entstanden. Das beste Beispiel hier betrifft in meinen Augen der ganz selbstverständliche Umgang mit Waffen zur Selbstverteidigung in sehr vielen US-Staaten. Dass Selbstverteidigung eigentlich auch zum Zivilschutz gehört, artikuliert aber bspw. der Östereichische Zivilschutzverband eben nicht, während es in den USA eben selbstverständlich ist. Die Waffengesetze in Österreich, Deutschland und der Schweiz sind aber dermaßen unterschiedlich, dass hier gar kein 'typisches' Selbstschutz-Konzept beschrieben werden kann. Eigene Überlegungen sind hier also notwendig, wenn man diesen typischen Aspekt, der zumeist beim US-amerikanischen 'Prepping' irgendwie eine Rolle spielt, berücksichtigen will.
Aber das nur als Beispiel. Das Thema 'Prepping' ist aber auch einfach ein großer Markt, der von vielen einzelnen Personen, Gruppen und Medien dementsprechend aufgesogen und ev. wiedergekäut wird. Ich meine nicht, dass es grundsätzlich 'schlecht' ist, sich auch mit diesen anderen Zugängen zum Thema Zivilschutz auseinandezusetzen; ganz im Gegenteil, es gibt erstklassige Informationen aus der 'Prepper-Community', die besonders aus den USA kommen.
Aber wovon der (Hipster-)Markt und die Marke 'Prepping' eben auch ganz leicht ablenkt, ist, in meinen Augen, dass es eben nicht nur um Zeug ('Gear') geht, sondern vor allem um körperliche und mentale Fähigkeiten und Einstellungen. Das kann man nicht kaufen, nicht 'liken' und sich nicht tätowieren lassen.
Das heißt also:
Zivilschutz hat damit zu tun, sich selbst und seine allernächste Umgebung auf Umstände vorzubereiten, die regelmäßig und möglicherweise eintreffen können. Sei es ein paar Kerzen, ein paar Dosen Ravioli und einen Campingkocher für den kurzen Stromausfall oder ein paar Sandsäcke, weil man in einem Hochwassergebiet lebt.
Aber:
Dass es tatsächlich nicht bei den paar Dosen bleiben wird (und schon gar nicht (nur) Ravioli :) ) und dass einem ein paar Sandsäcke nicht das Haus und die Wertsachen retten können, ist wohl auch nachvollziehbar.
Alles was ich in den nächsten Beiträgen in dieser Reihe dazu sagen will, ist also nicht in einem reißerischen, 'trendigen' oder sonstwie blödsinnigen Sinne gemeint. Ich möchte eher meine geschätzten Leserinnen und Leser a) auf ganz konkrete Themen sensibilisieren, b) dem Zivilschutz wieder mehr öffentlichen Raum geben und c) – im Idealfall – rege Diskussionen anreizen.
Daher meine Frage an euch: Habt ihr Wünsche, Fragen oder Ideen? Ich würde mich über eure Meinung freuen.
Im nächsten Beitrag dieser Reihe möchte ich das eine oder andere Erlebnis aus meinem Leben teilen, die direkt mit Aspekten des Zivilschutzes zu tun hatten und aus dem Alltag gegriffen sind, und so oder so ähnlich also schon vielen anderen passiert sind bzw. passieren könnten.