Danke für die Antwort, endlich traut sich mal jemand 😀.
Dass diese Zitate nicht die Parteilinie widerspiegeln, ist mir bewusst, andernfalls hätte ein Parteiverbot wohl schon längst stattgefunden. Die AfD ist meiner Meinung nach eine legitime Partei, und niemand muss sich dafür rechtfertigen oder gar schämen, sie zu wählen. So funktioniert eine Demokratie nun mal.
Ich selbst ordne mich innenpolitisch weder dem rechten noch dem linken Spektrum zu, habe jedoch trotzdem Meinungen, hinter denen ich guten Gewissens stehen kann. Dass beispielsweise Migration in Deutschland zu grossen Problemen geführt hat, ist offensichtlich. Wäre ich Bürger Deutschlands, wäre ich mehr als wütend darüber, dass hier notorisch weggesehen oder die Probleme kleingeredet werden. In diesem Punkt vertrete ich durchaus eine eher rechte Position. Andererseits bin ich ein starker Befürworter der Unterstützung der Ukraine. Meiner Meinung nach ist es für Deutschland als Wirtschaftsmotor unerlässlich, sich aus dem Griff der russischen Energieerpressung zu lösen. Ich bin überzeugt, dass Europa in Zukunft einen viel grösseren Preis zahlen wird, wenn die Ukraine jetzt nicht unterstützt wird. Aber das ist ein ganz anderes Thema.
Ich bin kein Politprofi und betrachte einzelne Parteien europaweit nur aus der Vogelperspektive. Was bei der AfD jedoch auffällt und sie einzigartig macht, ist die Tatsache, dass praktisch keine andere seriöse rechte Partei in Europa etwas mit ihr zu tun haben will.
Hier zwei Beispiele zu Herrn Dr. Krah:
Rassemblement National (RN): Im Mai 2024 kündigte das RN unter Marine Le Pen an, nach den Europawahlen nicht mehr mit der AfD in einer Fraktion im EU-Parlament sitzen zu wollen. Grund dafür waren umstrittene Äusserungen des AfD-Spitzenkandidaten Maximilian Krah zur SS.
Quelle
Identität und Demokratie (ID)-Fraktion: Ebenfalls im Mai 2024 wurde die AfD aus der ID-Fraktion im Europaparlament ausgeschlossen. Auslöser waren unter anderem die Äusserungen Krahs sowie Vorwürfe über chinesische und russische Spionageeinflüsse auf die AfD.
Quelle
Mein Punkt ist, dass es normal ist, dass eine rechte Partei wie die AfD von Linken nicht gemocht wird – das ist quasi deren Aufgabe. Wenn jedoch andere rechte Parteien nichts mit einer Partei zu tun haben möchten, spricht das Bände.
Ich bin gerne bereit, mir das Interview anzuhören, aber ob ich die vollen 4,5 Stunden durchhalte, kann ich nicht versprechen. Nicht, weil ich andere politische Meinungen nicht aushalte, sondern eher, weil meine Zeit mit Familie und Kind begrenzt ist. Während der Arbeit kann ich mich ausserdem nicht ausreichend auf das Gesagte konzentrieren.
Zum Schluss möchte ich noch sagen, dass es nicht meine Absicht ist, dich umzustimmen. Das ist weder meine Aufgabe noch mein Ziel. Wenn du die AfD wählen möchten, steht dir das als freier Bürger selbstverständlich frei, und diese Freiheit gilt es zu respektieren. Man muss nicht immer mit allen einverstanden sein. Mir geht es nicht um ein Streitgespräch, sondern vielmehr darum, eine andere Position zu verstehen und eine unaufgeregte Diskussion zu führen.
RE: Der Aufstieg der AFD in Deutschland - Eine Sicht von aussen