„Es war ein Mal….“ Aber es ist bestimmt kein Beginn von einem Mädchen.
Sondern von einer wahren Geschichte über Sie und mich und jeden anderen Menschen.
Ja, heute möchte ich eine Geschichte mit Ihnen teilen, die mir echt ans Herz gewachsen ist.
Sie handelt von der intimen Geschichte von Selbstwert und Selbstwertgefühl.
Es war einmal ein Bauprojekt
Es war einmal ein wunderbares Bauprojekt. Dieses Bauprojekt wurde für ein Schloss entworfen, welches es so auf dieser Welt noch nicht gegeben hat.
Dieses Schloss sollte einzigartig werden, märchenhaft und wunderschön. Das schönste Schloss, welches man sich vorstellen kann und unvergleichbar mit allen anderen Schlössern und Burgen auf der Welt.
Die Idee hinter diesem Bauprojekt war es, unserer Welt ein Schloss zu schenken, welches die Welt bereichern kann. Mit seiner Einzigartigkeit und Unverwechselbarkeit sollte es nicht nur von außen schön anzusehen sein und den Menschen Freude bereiten. Nein, der Sinn dieses Schlosses war im ersten Moment nicht offensichtlich. Doch es sollte Glück in die Welt bringen und den Menschen wertvolle Dienste erweisen.
Wer dieses Bauprojekt gezeichnet hat, das lässt sich gar nicht mehr genau herausfinden. Aber es muss ein wahrer Schöpfer der Schönheit und Liebe gewesen sein.
So wurde dieses Bauprojekt in die Welt gerufen und der Bau an diesem einzigartigen Schloss begann.
Gebaut werden sollte das Schloss von niemand anderem, als von demjenigen, der später selbst in diesem Schloss leben würde – dem Bauherrn selbst.
Doch das Bauvorhaben verlief nicht reibungslos. Bereits von Anfang an mussten erste Hürden genommen und Schwierigkeiten gelöst werden. Denn obwohl dieses Schloss die Welt der Menschen bereichern sollte, waren nicht alle Menschen diesem Projekt wohlgesonnen. So stellten sich einige Menschen dem Bau in den Weg, sabotierten das Vorhaben und redeten das Schloss schlecht, bevor es überhaupt fertig werden konnte. Es schien, als sei dieses Bauprojekt in der Welt der Menschen gar nicht willkommen.
Dass sie sich selbst eines wunderschönen, unverwechselbaren Schlosses berauben würden, welches ihnen große Dienste erweisen und ihnen Freude, Liebe und Glück bringen sollte, das wussten diese Menschen zu dem Zeitpunkt leider nicht.
Und so kam es, dass der Bau immer mehr ins Stocken geriet. Denn durch die negativen Einflüsse von außen kam der Bauherr dieses Schlossen selbst immer mehr ins Zweifeln. Was es richtig, was er tat? War das Schloss wirklich so besonders oder doch etwas völlig gewöhnliches? Konnte es den Erwartungen der Menschen gerecht werden oder würde es deren Leistungsansprüchen niemals genügen? Womit sollte das Schloss diesen Menschen überhaupt dienen können? Und wie sollten die Menschen Freude und Liebe für das Schloss empfinden, wenn sie nicht einmal das Bauprojekt würdigen und anerkennen konnten? Traurigkeit und Enttäuschung machten sich breit und die Euphorie und kindliche Freude des Bauherrn wurden immer weniger.
So kam es, dass sich der Bauherr des Schlosses immer weiter von dem Bauvorhaben zurückzog. Die erlittenen Verletzungen von außen zogen immer mehr Zweifel und Ängste nach sich, sodass er schließlich selbst aufhörte an die Einzigartigkeit des Schlosses zu glauben.
Stattdessen begann er das Bauprojekt mit denen der anderen Menschen zu vergleichen. Wegen seiner tiefen Zweifel schien es ihm, als sei alles andere auf der Welt schöner, liebenswerter und besonderer, als sein eigenes entstehendes Schloss.
Wie sollte sein Schloss dann noch bestehen können? In seinem Kummer fing der Bauherr an Verbesserungen an dem Bauvorhaben vorzunehmen. Er wollte sein Schloss zur Perfektion umgestalten, sodass kein Mensch auf der Welt noch Missfallen an diesem Schloss finden könnte und es damit auch keinen Grund mehr geben müsste, sein Werk und sein Zuhause schlecht zu machen.
In dem Vorhaben den Ansprüchen, Meinungen und Erwartungen der anderen Menschen gerecht zu werden, verlor sich schließlich der Bauherr und vernachlässigte den eigentlichen Bau am Schloss vollends.
Doch egal, wie sehr sie der Bauherr bemühte und sich an die anderen Menschen anpasste, damit sein Schloss ihnen irgendwann gefiel, es schien niemals zu genügen und seine Hoffnungen blieben unerfüllt.
In dem Versuch anderen doch noch zu gefallen, verbog sich der Bauherr selbst und verausgabte seine Kräfte. Mit der Zeit fühlte er sich immer unglücklicher, innerlich leerer und körperlich kränker. Sein eigenes schönstes Werk – sein Schloss, fand er nicht mehr schön.
Immer mehr missfielen ihm Dinge an seinem unfertigen Schloss, er übte selbst Kritik daran und entfremdete sich immer mehr von seinem Zuhause. Viel schlimmer noch, er redete es schlecht und vernachlässigte es.
So kam es schließlich, dass das Bauvorhaben, welches im Stillstand lag, verwilderte. Es verlor zwar nicht seinen ursprünglichen Zauber und seine Einzigartigkeit, aber es verblasste. Es erhielt keine Zuneigung, keine Pflege und keine Liebe des Bauherrn mehr.
Das Verblassen des Schlosses ärgerte den Bauherrn zusätzlich. Er wünschte sich immer mehr jemand anderes zu sein und ein anderes Bauvorhaben bekommen zu haben, welches ihm nicht so viel Kummer bereitete.
Um weitere Verletzungen, Kränkungen und Kritik von außen abzuwehren, errichtete er eine große, starke und dicke Mauer um sein Schloss. Der Bauherr wollte sein „Wrack“ niemandem mehr zeigen und niemandem mehr gestatten diesem „Elend“ näher zu kommen.
Es wurde ihm immer wichtiger, dass kein anderer Mensch mehr erkannte, was sich hinter den Mauern wirklich befand. Denn das Schloss wurde zu seinem Schwachpunkt, anstelle seine Quelle der Kraft, Inspiration, Motivation, Freude und Liebe zu sein.
Das Schloss blieb auch von dem Bauherrn selbst unberührt, denn wie es inzwischen dort aussah, das weckte im Bauherrn Schuldgefühle und er schämte sich für sein Werk und für sich selbst.
So versuchte der Bauherr ein normales Leben zu führen und so zu tun, als gebe es weder die Mauer noch das Objekt dahinter. Als gebe es nicht seinen Kummer, seine Enttäuschung, die vielen Verletzungen, und die unerfüllten Wünsche und Sehnsüchte in ihm.
Mit der Zeit gelang es dem Bauherrn immer mehr Distanz zwischen sich und seinem Bauprojekt zu bekommen. Er errichtete sich ein Leben, welches nach außen hin gut aussah und erfolgreich zu funktionieren schien. Sein Selbstschutz schien ihm zu helfen, doch tief im Inneren war er unglücklich und traurig.
Doch ganz egal, wie sehr das Schloss verwitterte und verwilderte, ganz egal wie schlimm es hinter der Mauer aussah und wie groß die Distanz zwischen Bauherr und seinem Schloss wurde – Das Schloss verschwand nicht aus seinem Leben. Es war da und besaß all sein zauberhaftes Potential, um dem Bauherrn und den Menschen auf der Welt zu dienen.
Dieses vernachlässigte Schloss wartete darauf, dass sein Bauherr sein Herz für das Schloss wieder öffnen konnte.
Liebe Steemians...
Nehmt euch bitte einen Augenblick Zeit und versucht euch in diese Geschichte hineinzuversetzen.
Stellt euch vor, ihr wärt ein Teil dieser Geschichte. Lasst es auf euch wirken und achten auf eure Empfindungen und Gedanken. Versucht als nächstes die folgenden Fragen (für euch selbst) zu beantworten:
- In welchen Teilen der Geschichte habe ich mich wiedererkannt?
- Was aus dieser Geschichte traf oder trifft auf mich zu?
- Welche Erfahrungen aus meinem Leben passen zu den Erfahrungen, die der Bauherr gemacht hat?
Wie hat euch diese Geschichte gefallen?
Sie ist ein Ausschnitt aus meinem brandneuen eBook, das ich zum Thema Selbstwertgefühl geschrieben habe und welches kostenlos hier zu bekommen ist!
Ich freue mich über Feedbacks!!
Herzlich
Tatjana