Wir haben ja bereits geklärt, dass es da diese gewissen fiesen Viren gibt, vor denen keiner von uns geschützt ist. Früher oder später erwischt es jeden. Und jeden unterschiedlich stark und für unterschiedlich lange.
Da wäre die Sorgeritis, die sich bei mir eingenistet hat und an meiner Energie zehrt. Es ist nicht leicht diese loszuwerden, aber wer einmal den Kampf gegen die Sorgeritis aufgenommen hat, kann nur gegen diese gemeingefährliche Krankheit bestehen, wenn man immer am Ball bleibt und sein persönliches psychisches Immunsystem fleißig stärkt.
Und es gibt noch die Ja-Aberitis, liebevoll Beratungsresistenz genannt. Ja, von wegen liebevoll. Die Ja-Aberitis ist hinterhältig und macht die Betroffenen in gewisser Weise stolz über den virulenten befall und außerdem blind für die wahre Tragweite der Krankheit. Jeder gute Freund, jede beste Freundin, die Partner und definitiv jede Person, die es wagt dem Betroffenen in irgendeiner Art und Weise mit Rat und Tat behilflich sein zu wollen, weiß vermutlich genau, was ich meine…
Aber die Liste der gemeingefährlichen Krankheiten hat noch kein Ende.
Die Negativitis
Willkommen im dunkelsten und abgrundtiefsten Virus aus der von mir vorgestellten Virusfamilie!
Dieser Virus hat die Eigenschaft die Materie einer Lebensform durchzudringen und sein tiefstes Innerstes in Besitz zu nehmen. Es bedarf schon eines Exorzismus der ganz eigenen Art die tiefsten Wurzeln der Negativitis auszutreiben.
Zu den Symptomen:
Ganz klassisch sind negative Überzeugungen aller Art. Negative Gedanken über sich selbst, die anderen, die Umwelt, die Vergangenheit und die Zukunft erleben Betroffene im unterschiedlichen Ausmaß, je nach Ausbreitung des Virus.
„Ich schaff das sowieso nicht.“
„Meine Arbeit ist nicht gut genug.“
„Was soll in der Zukunft schon groß passieren? Ich erwarte nichts Neues und schon gar nichts Gutes.“
„Keiner mag mich wirklich. Keiner weiß mich wirklich zu schätzen.“
„Was hat mir meine Kindheit schon Gutes gebracht?“
Der Virus ist besonders bekannt für seine negativen Gedanken über sich selbst:
„Ich darf keine Schwäche zeigen.“
„Ich muss stark sein.“
„Ich werde nie wieder jemanden an mich heranlassen. Ich werde nur wieder verletzt und verarscht.“
„Ich bin nicht gut genug.“
Nicht selten wird die Negativitis in Zusammenhang mit dem depressiven Krankheitsbild gestellt. Doch ist die Negativitis nicht mit der Depression gleichzusetzen.
Zu weiteren Symptomen der Negatitivis gehört das ewige Hinterfragen und damit hat die Negativitis Ähnlichkeit zur Sorgeritis:
„Meint er/sie es wirklich ernst mit mir?“
„Ist meine Arbeit wirklich gut genug?“
„Stimmt es, was er/sie zu mir sagt?“
„Kann mir das wirklich helfen?“
Die Betroffenen der Negativitis sehen die Welt um sich herum durch eine verdunkelte Brille, nur wissen sie oft nicht, dass sie diese Brille aufhaben. Die Brille trübt nicht nur den Verstand, zieht Energie und schwächt das eigene Potenzial, sondern sie mindert die Fähigkeit zum Vertrauen und zur Zuversicht. Daneben beeinträchtigt sie die Gefühle der Freude, der Leichtigkeit, des Genusses, der Hingabe und der Liebe und im Besonderen wirkt sie negativ auf das Selbstwertgefühl.
Das wunderherrliche an der Negativitis ist wohl seine Eigenschaft die Symptome der anderen Viruserkrankungen (Sorgeritis, Ja-Aberitis und Jammeritis) zu übernehmen. Das Hinterfragen von der Sorgeritis, der eingefleischte Pessimismus und die Abwehrhaltung von der Ja-Aberitis und das Mangeldenken von der Jammeritis.
Ein harter Brocken, die Negativvitis...
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