Servus Leute,
Nachdem ich euch vor wenigen Tagen eine verlassene Ziegelfabrik und einen Bunkereingang gezeigt habe, die/der sich auf Reinberg in der Marktgemeinde Thalheim bei Wels befindet, wenden wir uns nun dem größten noch offenen Stollensystem dieses Berges zu. Folgt mir also in den sogenannten Monsterbunker.
Luftschutzstollen
Das Stollensystem des Monsterbunkers diente den Arbeitern der Ziegelei Würzburger, die ich im ersten Teil dieser Reihe vorgestellt habe, als Versteck und Schutz vor den Luftangriffen der Alliierten, die im Rahmen der Befreiung Österreichs auf die Stadt Wels geflogen wurden. Wels wurde aufgrund seiner für die Rüstung und Infrastruktur interessanten Firmen als Ziel für solche ausgewählt. Beim letzten Mal haben wir ja wegen zu schlechter Ausrüstung beim Haupteingang des Bunkers, den ihr auf dem obigen Bild noch einmal seht, Halt gemacht - heute ging es mit kraftvollen Taschenlampen und der Hilfe von dann aber endlich in den Stollen. Nach etwas mehr als zehn Metern standen wir plötzlich vor zwei Verengungen, die zuerst von der linken und dann der rechten Wandseite in den Gang ragten.
Spätere Recherchen bestätigten meine Vermutung, dass es sich hierbei um sogenannte Druckbrecher handelt, die im Falle einer Explosion die Druckwelle und eventuell herumfliegende Gegenstände abfangen sollten. Unmittelbar hinter diesen Druckbrechern befindet sich dann die Fassung für eine Türe, die das Innere des Stollensystems vom Zugang trennt. Das wir nicht die ersten Menschen hier waren, zeigte sich auch an zahlreichen Wandverzierungen, die eindeutig erst nach der Kriegszeit entstanden sind. Hier ein Graffiti, welches sehr gut zum Namen passt.
Verzweigtes Stollensystem
Das Innere des Bunkers ist ein Gangsystem, welches in der Form eines Rechteckes aufgebaut ist, welches zusätzlich durch einen Quergang verbunden ist. Ich habe die Schritte nicht gezählt - im Nachhinein würde ich das Rechteck aber schon auf mindestens 30x10 Meter schätzen. Außerdem fanden wir mehrere kleine Seitengänge, die in einer mit Ziegelsteinen verschlossenen Türfassung endeten.
Ob es hier noch weitere Stollen gab, oder ob diese lediglich geplant waren, kann ich euch leider nicht mit letzter Sicherheit sagen. Sicher ist nur, dass auch an diesen Stellen einige Leute mit Spraydosen ihr Unwesen getrieben haben.
Neben dem Haupteingang gibt es außerdem noch zwei offene Seitenzugänge zum Bunkersystem. Wenn ich ehrlich bin waren diese auch der Grund, warum wir uns überhaupt getraut haben, das System zu betreten. Selbst wenn einer dieser Eingänge zusammengebrochen wäre, hätten wir also immer noch entkommen können.
Diese beiden Seiteneingänge führen ebenfalls über jeweils ca. zehn Meter lange Gänge zum rechteckigen Hauptstollen. Interessant ist, dass nur der zweite der beiden Seitenzugänge ebenfalls über Druckbrecher verfügt - beim anderen wurde vermutlich aufgrund der Lage am Ende einer kleinen Schlucht auf diese verzichtet. Oder sie wurden abgerissen, was ich jedoch nicht wirklich glaube.
Auch die Seiteneingänge konnten wohl mit Türen verschlossen werden - im jetzigen Zustand könnten die Halterungen der Tür jedoch nicht mehr viel aushalten!
Nachdem wir noch eine letzte Besichtigungsrunde gedreht hatten, verließen wir das Gangsystem auch wieder und tauschten die feuchte Kühle gegen angenehm warme Frühsommertemperaturen außerhalb des Bunkers. Es war aber auf jeden Fall sehr interessant, den Bunker zu erkunden. Mal sehen, ob wir noch mehr solcher Stollen im bzw. am Reinberg finden können - Stay tuned, wir halten unsere Augen auf jeden Fall offen und halten unsere Taschenlampen bereit ;)
Schlusswort
Wie schon den ersten Teil, möchte ich auch diesen Beitrag mit einem Fotos eines Mahnmales beenden - Denn auch wenn solche Erkundungstouren heutzutage spannend und lustig sind, so sollte man nie vergessen, unter welchen Umständen solche Bauten angefertigt wurden und wie viele zivileOpfer auf der einen Seite den Verbrechen des NS-Regimes, auf der anderen Seite der Befreiung durch die Alliierten zum Opfer gefallen sind.
Liebe Grüße,
Martin
Die Fotos dieses Beitrages wurden allesamt von mir selbst mit meinem iPhone X aufgenommen und am Smartphone selbst sowie mit iPhotos nachbearbeitet. Alle Fotos lassen sich durch Draufklicken in der Originalauflösung betrachten.
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