Leider muss man finde ich sagen, dass man den Verkehr auf unseren Straßen leider sehr oft mit dem generellen Verhalten und der Selbstbezogenheit vieler Bürger unseres Landes vergleichen kann. Und das leider überwiegend eher zu einem negativ, als zu einem positiv behafteten Teil.
Ein Beispiel wo ich mir sehr oft denke, wie rücksichtslos und unachtsam viele Menschen in ihren Wagen durch die Gegend fahren ist meine Garagenausfahrt. Etwa zwanzig Meter von dieser entfernt ist eine Ampel rein für Fußgeher, sprich keine Kreuzung. Es passiert mir sicher mehrmals die Woche, dass ich aus der Garageneinfahrt auf die Straße abbiegen wollen würde, Autos aber nicht bereit sind mich in die Hauptstraße einordnen zu lassen, obwohl die Ampel gerade rot ist und sie sowieso in 20 Metern stehen müssten und so nicht mal wirklich Zeit verlieren würden. Die Folge ist dann, dass sich so viele Autos bei der Ampel anstellen, dass ich nicht mehr nach links abbiegen kann, einfach weil kein Platz mehr ist für mich. Wenn die Ampel dann auf grün schaltet, kommt dann in 99% der Fälle eine Lawine von Autos auf der Gegenfahrbahn, weswegen ich dann wieder nicht abbiegen kann. So warte ich oft auch einmal eine Minute, einfach weil ein rücksichtsloser Verkehrsteilnehmer nicht im Stande dazu war, mich einfach einordnen zu lassen.
Hier eine Skizze der Situation, die mich so aufregt:
Es ist natürlich nur ein kleines unwichtiges Beispiel, symbolisiert aber in meinen Augen dennoch ganz gut, wie wenig sehr viele Menschen bereit sind, einem fremden Menschen minimal auszuhelfen, obwohl es für einen selbst keinen wirklichen Nachteil hätte.
Noch dreister wird es, wenn man selbst solchen Leuten das Herausfahren ermöglicht und dafür heftigste Kritik, geäußert in Form von wilder Herumhuperei und Gestikuliererei, einfährt. Auf einer gewissen Bundesstraße, auf welcher es gerade im Abendverkehr extremst zugeht, fahre ich relativ oft und lasse regelmäßig Leute heraus, wenn die Gegenfahrbahn frei ist, da ich weiß, wie schwierig man von einer Zufahrtsstraße auf diese kommt. Mein negatives Highligt an Fahrerin hinter mir war eine Dame die gemeinsam mit ihrer pubertierenden Tochter unterwegs war und, wie ich zuvor minutenlang im Rückspiegel beobachten konnte, während dem Fahren fleißig Selfies mit der Tochter machte. Als ich dann ganz normal abbremste, um eben jemanden auf die Straße zu lassen, musste sie natürlich auch bremsen. Und das mochte sie ganz und gar nicht. Von der Reaktion der Dame muss man leider mutmaßen, dass ich ihr mit meiner Aktion das perfekte Selfie zerstört habe - Mea culpa!
Zum Fahren unter Alkoholeinfluss und Handykonsum möchte ich hier eigtl. nichts weiter sagen, da es einfach offensichtlich ist, wie dumm und rücksichtslos dies ist. Manchen Leuten scheint einfach die Insta-Story von einer Person, die man seit einem Jahr nicht persönlich gesehen hat, wichtiger als das eigene oder fremde Leben. Alkohol ist fast noch schlimmer, ich kenne Leute die bereits einen Unfall unter Alkoholeinfluss hatten (mit verletzten Dritten), für diesen wahrscheinlich immer noch bezahlen und dennoch nach 3-4 Bier ohne zu überlegen ins Auto steigen. Leider scheint es hier auch von Polizei akzeptierte Orte für diese Vergehen zu geben, anders kann ich mir nicht erklären, wieso bei Fußballspielen/Zeltfesten/etc. so wenig kontrolliert wird. Aber gibt ja wesentlich schlimmere Dinge, wie Fußgeher die eine einspurige Straße bei roter Ampel und keinem Auto weit und breit überqueren oder Dingen wie diesen:
Bitte nicht falsch verstehen, ich halte sehr wenig von getunten Autos - Ob man die Beamten von diesem Video aber nicht sinnvoller einsetzen könnte, bezweifle ich doch stark.
Was haltet ihr von dieser Problematik? Mehr (sinnvolle) Alkoholkontrollen und härtere Strafen bei Vergehen sinnvoll?
Warum rege ich mich eigentlich auf?
Dieser Post sollte eigentlich eine Teilnahme zur Homo-Sapiens-Challenge von sein, wo es darum geht, menschliche Geschichten aus dem Alltag zu präsentieren und zu teilen.
Ich glaube die Autorin hätte sich zwar eher positive Geschichten gewünscht, leider gehört zum Spektrum des menschlichen Wesens halt aber auch viel negatives. Und vielleicht öffnet dieser Post ja dem einen oder anderen ein bisschen die Augen, der solche Situationen bisher nur aus seiner eigenen Perspektive gesehen hat.
Denn mit einem hat die Autorin sicherlich recht - Es sollte in vielen Bereichen unserer Welt, sein es auf Steemit, im Internet generell oder auf der Straße, wieder menschlicher zugehen!
Und wie ihr seht, müssen es keine großen Dinge sein, die das Leben von Mitmenschen besser machen können. Es musst nicht jeder via Ärzte ohne Grenzen herumreisen und helfen. Manchmal (ich würde sogar sagen meistens) sind es gerade die kleinen Gesten im Alltag, die das Leben für viele deutlich angenehmer, stressfreier und schöner machen würden.
In diesem Sinne ein schönes Wochenende,
Martin