Bei meinem gestrigen #mittwochsquickie, rund um da Thema „Sinn des Lebens“ habe ich einen durchaus kontroversen Artikel verfasst, in dem ich behauptet habe, dass wir alle Egoisten sind.
Kontrovers ist dieser Artikel jedoch hauptsächlich, weil auch die Definitionen des Begriffs „Egoismus“ kontrovers bzw. zumindest nicht gleich eng geschnürt sind. So stimmt meine Ansicht laut Wikipedia zum Beispiel total mit der dort zu findenden Definition von „Egoismus im weiteren Sinne“ überein - manche Leser wie definieren Egoismus wohl aber primär wie die ebenfalls auf Wikipedia zu findende Definition von „Egoismus im engeren Sinn“.
Ironischerweise ein weiterer Beweis für den menschlichen Egoismus, dass sowohl als auch die anderen Leser, sowie ich als Autor, unsere jeweils eigene Definition von Egoismus zur Beurteilung des Textes herangezogen haben.
Für mich zeigt diese Diskussion auch einmal mehr, dass ich wohl ein generell eher positiv denkender Mensch zu sein scheine (laut manchen Usern wie oft zu positiv), weil ich mich nicht auf die oftmals negative verstandene Bedeutung von „Egoismus“ bezogen habe - auch wenn ich solch „negativen Egoismus“ natürlich auch tagtäglich beachte. Eben zum Beispiel durfte ich wieder einmal ein paar Jugendliche „bestaunen“ und ermahnen, die es offensichtlich ok fanden, eine Minute nachdem eine alte Putzfrau den Bahnsteige gekehrt hatte, diesen mit ihren Zigarretenstummeln zu beschmutzen.
Aber habe ich die Jugendlichen nicht auch nur ermahnt, weil diese sich meiner Meinung nach inkorrekt verhalten haben und mir diese Ermahnung zur Einhaltung meiner Sichtweise selbst moralische Genugtuung gibt?
Je nachdem wie man für sich selbst „Egoismus“ definiert, so wird man auch die Frage, ob wir alle Egoisten sind, bejahen oder verneinen. Ironischerweise hängt als auch das vom „Ego“, dem „Ich“ ab.
Philosophie(viertel)stunde 2.0 beendet, echt spannend sich mit diesem Thema gedanklich auseinanderzusetzen - Ich bin schon gespannt, welches Thema uns heute als #mittwochsquickie servieren wird.
Liebe Grüße,
Martin