Mein Turm mein ich
Die meiste Zeit verbringe ich auf meinem Turm.
Sitze oben, ob bei Hitze oder Sturm.
Schaue runter, schaue links und rechts
und bin dabei dennoch weiter unten als die meisten.
Manchmal kletter ich herunter,
lass mich auch mal fallen wenn ich 'n guten Grund hab.
Komme später eher spärlich wieder rauf,
doch Bewährtes ist Bewährtes und ich kann ihm vertrau'n.
Wenn ich meinen Turm verlasse und das Unten erkunde,
mich für nur eine Stunde, auch nur für eine Sekunde
auf das einlasse was mich unten erwartet,
geschehen Dinge mit mir, die ich nicht kontrollieren kann.
Ich geh durch Wälder nur aus leeren Rinden,
kann mich dennoch kaum erwehren mich an denen zu binden.
Freu mich immer wenn's ein wenig hält,
hab die Seilstärke immer wieder verstellt.
Geh' durch Meere die nur Seen sind und
erkunde Sterne die sich ähnlich sind.
Verbreite Kunde die ich niemals belege,
lache über Dinge die hier unten bewegen.
Ich scheiter' an Bergen, die eigentlich nur Hügel sind,
verbrauche die Rinden zu sehr, die eigentlich meine Flügel sind.
Ich versuche zu fliegen, schlag meine Arme umher,
könnte am Aufzug fragen aber hab' die Sprache verlernt.
Betrete dunkle Höhlen die im Inneren Leuchten,
und in solchen fühlte ich mich meistens wohl.
Verbringe Nächte vor Spiegeln, bin Teil von mehreren Kriegen.
Ganze Fluten treten mir entgegen,
ich kann kaum atmen bei den vielen Wegen,
die sich mir auftun, mich staunen lassen
und so hilflos ergrauen lassen, voller Angst mich zu entscheiden,
noch irgendwo zu bleiben und so bleibe ich auf der Kreuzung stehen.
Voller Hoffnung mal in's Gold zu sehen und
das Glück zu finden von irgendwo her.
Und weil ich allein niemals weiter als zur Kreuzung kam,
ging ich immer wieder zurück zu meinem Turm.
Von meinem Turm aus sieht es alles gut aus,
ich bin hier oben gern.
Und davon wie schön ich von unten ausseh',
kann ich mich gut ernähren.
Mensch sein."