In der Reihe "Rhetorik" vermittle ich in kurzen Einheiten Grundsätze und Tricks der Rhetorik.
Das Thema heute ist Kunstgriff 24: den Satz des Gegners verdrehen
Hier haben wir einen, wenn nicht den beliebtesten Kunsgriff aller Politiker.
Der Kunstgriff funktioniert so: wir verdrehen Sätze des Gegners und verstehen Begriffe absichtlich falsch. Damit können wir dem Gegner einen Satz oder eine Schlussfolgerung in den Mund legen, den/die er so nie gesagt hat, ja der sogar seiner Meinung völlig widerspricht.
Bsp: Bayrischer Politiker A sagt: Ich möchte die deutschen Grenzen besser schützen und deshalb wieder bewachen lassen.
Politiker B macht daraus: Politiker A möchte an der Grenze auf Flüchtlinge schießen lassen.
Da wir die Folgerungen aus den Sätzen des Gegners ziehen, liegt uns natürlich viel daran den Gegner so einer ungeliebten Position zuzuordnen oder seine Aussage als völlig dämlich darzustellen. An dem Beispiel ist besonder gut zu erkennen widerwärtig dieser Kunsgriff in der Anwendung sein kann.
Dieser Kunstgriff kann auch anders verwendet werden. Wenn zB jemand gegen uns argumentiert, behaupten wir einfach er wäre auf unserer Seite und will uns unterstützen.
Bsp: Ein Minister äußert sich Provokant zu einem Thema. Kanzlerin Merkel relativiert das, indem sie klarstellt, dass man ein gemeinsames ziel habe, sich der Minister nur etwas im Ton vergriffen habe.
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Quelle: Arthur Schopenhauer; Eristische Dialektik oder die Kunst, Recht zu behalten