In der Reihe "Rhetorik" vermittle ich in kurzen Einheiten Grundsätze und Tricks der Rhetorik.
Das Thema heute ist Kunstgriff 25: Widerlegung durch einen einzigen Sonderfall
Um diesen schwierigeren Kunstgriff zu verstehen müssen wir wissen was eine Apagoge ist. Eine Apagoge ist der Schluss aus einem gültigen Obersatz und einem glaubwürdigen Untersatz.
Bsp: Obersatz: Alles Wissen ist lehrbar.
Untersatz: Tugend ist Wissen.
Schlusssatz: Tugend ist lehrbar.
Jetzt zum Kunstgriff:
Das apagogische Beweisverfahren kann auch angewendet werden um einen allgemein gültigen Obersatz zu widerlegen. Dabei ist das Tolle, dass wir nur einen einzigen Sonderfall brauchen um den Obersatz zu widerlegen. Andersherum braucht ein Obersatz viele Beweise um als allgemeingültig anerkannt zu werden.
Bsp: Obersatz: Alle Wiederkäuenden Tiere sind gehörnt.
Untersatz: Kamele sind nicht gehörnt aber trotzdem Wiederkäuer.
Schlussatz: Nicht alle Wiederkäuer sind gehörnt.
Unsere Kunstgriff ist jetzt einfach der, einen Untersatz zu bilden, der dem Obersatz unseres Gegners (scheinbar) widerspricht und schon haben wir ihn (scheinbar) widerlegt.
Hier lasse ich eurer Fantasie freien lauf, wie ihr hier einen scheinbaren Widerspruch für euer Gespräch konstruieren, habt ihr in den vorangegangenen Kunstgriffen bereits gelernt ;)
Konter:
Die Überprüfung fällt oft schwer aber wir haben folgende hilfreiche Fragen, die eine scheinbare Widerlegung aufdecken können:
1. Ist das Beispiel war?
2. Passt das Beispiel unter den dargestellten Obersatz?
3. Steht das Beispiel wirklich im Widerspruch zum Obersatz?
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Quelle: Arthur Schopenhauer; Eristische Dialektik oder die Kunst, Recht zu behalten