In der Reihe "Rhetorik" vermittle ich in kompakten Einheiten Grundsätze und Tricks der Rhetorik.
Das Thema heute ist Kunstgriff 38: persönlich beleidigen
Zum Abschluss ein besonders schmutziger Kunsgriff, die persönliche Beleidigung.
Wenn wir sehen, dass wir keine andere Chance haben und verlieren werden. können wir noch einmal tief in unsere Trickkiste greifen und diesen hässlichen Kunstgriff hervorholen. Anders als beim argumentum ad hominem geht es uns nicht darum den Gegner zu diskreditieren und so seine Glaubwürdigkeit zu schmälern. Vielmehr geht es uns darum unseren Gegner vom Streit abzulenken und den Gegner persönlich anzugreifen.
Bsp: Professor sagt zu Student: Ihre geistige Leistungsfähigkeit wurde schon beim Besuch der Grunschule überschritten.
Wir verlassen den Streitgegenstand ganz und gehen auf unseren Gegner los (argumentum ad personam). Wir kränken unseren Gegner, sind hämisch, wir beleidigen ihn grundlos und sind auch sonst grob. Damit treffen wir ihn in seiner Eitelkeit und seiner Ehre, am besten zu unrecht.
Wer beherrscht diesen Kunstgriff wie kein anderer?
Genau, Donald Trump (man kann von ihm halten was man will, aber ich spreche ihm gewisse rhetorische Fähigkeiten zu). Hier ein Video mit Analyse von Trumps Rhetorik (mit Kunstgriff 38 in Anwendung gegenüber Jeb Bush), veröffentlicht während der republikanischen Vorwahlen (!):
Nachteil dieses Kunstgriffs: kann in einer Schägerei oder schlimmerem enden und Freundschaften nachhaltig zerstören.
Wie geht es weiter?
Dieser Kunstgriff war der Letzte in der Reihe "die Kunst Recht zu behalten". Am Donnerstag werde ich noch einen Beitrag veröffentliche, der sich mit Schopenhauer selbst befasst. Wie es dann kommende Woche weitergeht ist dem Uploadplan zu entnehmen.
Uploadplan (Mit allen wichtigen Informationen zu meinem Blog)
Quelle: Arthur Schopenhauer; Eristische Dialektik oder die Kunst, Recht zu behalten