Es braucht radikale Ideen, um die große Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Diese Ansicht vertritt der Journalist und Historiker Rutger Bergman. In seinem Buch "Utopien für Realisten" macht der Holländer deutlich, dass unsere Auffassung von Arbeit eine grundsätzliche Erneuerung benötigt. Er vertritt darüber hinaus die Ansicht, dass an einem bedingungslosen Grundeinkommen in Zukunft kein Weg vorbei führen wird.
Bergman sagt:
"Es gibt Millionen von Menschen, die jeden Tag im Büro sitzen, E-Mails an Menschen schreiben, die sie nicht mögen, oder Berichte verfassen, die keiner jemals lesen wird und in Wirklichkeit sind sie auf Facebook unterwegs. Das nennen wir Arbeit. Wenn man einen Blick auf unsere Gesellschaft wirft, fällt auf, dass diese Arbeit teilweise sehr gut bezahlt wird, obwohl sie nicht wirklich wichtig für ein gesellschaftliches Zusammenleben ist. Gleichzeitig gibt es Menschen, die unbezahlt arbeiten. Sie kümmern sich um ihre Kinder, engagieren sich freiwillig und auf lokaler Ebene und tragen so zur Gesellschaft bei. Das nennen wir aber nicht Arbeit, und es wird nicht mit ins Bruttoinlandsprodukt (BIP) eingerechnet."
Der Historiker stellt weiter fest, dass wir ideologisch noch immer gefangen sind in den Anfängen des 20. Jahrhunderts. Wir erfinden ständig immer wieder Jobs, die keiner braucht. Ein bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) könnte dabei helfen, dass wir uns von diesen, wie er es nennt, "Bullshit-Jobs" zu lösen:
"Der Staat versucht, Menschen in Arbeit zu drücken, selbst wenn es keine Arbeit gibt. Es gibt eine riesige Bürokratie an Regierungsvertretern und Paternalisten, die versuchen, Menschen zu managen, zu lenken und umher zu schubsen. Und das muss abgeschafft werden, am besten zugunsten eines bedingungsloseren Systems sozialer Sicherheit."
Die Vision von Rutger Bergman ist es, dass das BGE die Möglichkeit schafft, dass Menschen statt zwingend einer bezahlten Arbeit nachzugehen und mehr unbezahlte Arbeiten durchführen können. Menschen sollen die Freiheit haben, mit ihrer Zeit machen zu können, was sie wollen. Damit könnten sie dann nach Belieben zur Gesellschaft beitragen. Aktuell ist es so, dass dort wo es die längsten Arbeitswochen gibt, die Menschen ihre Zeit danach bspw. vor dem Fernseher verbringen. So werden Menschen nach der Arbeit antriebsloser als bei vergleichsweise kürzerer Arbeitszeit.
Quelle: www.mein-grundeinkommen.de
So sehe ich das
Die Idee des BGE ist im Grunde nichts neues. Jedoch bekommt sie im Zuge der voranschreitenden Digitalisierung mE. einen immer größeren Stellenwert. Weltweit werden Millionen von Jobs wegfallen oder werden neu definiert. Klar wird es auch neue Jobs in diesem Zusammenhang geben. Jedoch halte ich die Grundidee "Arbeit nur gegen Geld" langfristig nicht zukunftsträchtig, wenn wir eine stabile Gesellschaft erhalten wollen.
Dies wird vor allem vor dem Hintergrund einer immer älter werdenden Gesellschaft deutlich. Denn es ist nicht nur Bedingung, eine Arbeit zu haben, um finanziell einigermaßen im Sattel zu sitzen. Es ist noch wichtiger, ein Leben lang immer gut bezahlte Arbeit gehabt zu haben, um später im Alter zumindest über ein kleines Einkommen zu verfügen. Bezahlte Arbeit ist also die Bedingung. Trotzdem reicht für viele nach bspw. 40 Jahren Arbeit das Geld zum Leben nicht. Das soziale Chaos ist hier vorprogrammiert.
Das Chaos beginnt aber schon in der Schule. Gestresste auf Leistung gepolte Schüler, die an der Grenze des Erträglichen schuften, um später zumindest ein kleines Stück vom Einkommenskuchen ab zu bekommen. Später dann sind alle auf dem Weg zum burnout, schlafen schlecht, essen schlecht, treiben keinen Sport oder leben einsam. Meine Eltern habe ich als Kind von Montag bis Freitag und teilweise am Wochenende kaum gesehen, da beide im Wechsel in 3 Schichten geklotzt haben, damit wir zumindest einmal im Jahr 2 Wochen in Urlaub fahren konnten. Und nun ist die Digitalisierung mit Vollgas im Anmarsch. Es ist Zeit, umzudenken und umzulenken. Man kann auch gegen den Wind segeln. Es ist eine Einstellungssache.
Ja, und wer heute über ein wirklich passives Einkommen verfügt, mit dem er ein hervorragendes Auskommen hat, dem ist das nicht in den Schoß gefallen. Der Preis war irgendwann einmal: Arbeit gegen Geld oder Zeit gegen Geld und vielleicht auch die Gesundheit. Wenn Geld glücklich machen würde, wären die reichsten Menschen die glücklichsten der Welt. Hingegen wenn Arbeit reich machen würde, wären die Arbeiter die reichsten Menschen der Welt. Doch worin besteht der wahre Reichtum im Leben wirklich? Sicher nicht in EUR, USD oder BTC ....
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