Ab 2020 soll ich also bei jedem noch so kleinen Kauf einen Bon ausgedruckt bekommen. Bisher fragen sie mich beim Edeka "Möchten Sie einen Bon?" und ich antworte ablehnend.
Der Sinn hinter der neuen Regelung ist es, Steuerbetrug zu vermeiden. Unsere Politiker glauben nämlich, ich sei ganz wild auf Kassenbons und werde lautstark danach verlangen, wenn der Einzelhändler mir keinen gibt. Weit gefehlt, meine Damen und Herren. Ich werde ganz bestimmt nicht als Hilfsscheriff auftreten und den Vigilanten raushängen lassen. Das Gewaltmonopol liegt immer noch beim Staat.
Ich erinnere mich noch an meinen ersten Italien-Urlaub, vor weit mehr als 10 Jahren. Dort gab es damals schon eine Bonpflicht und ich war entsetzt über den Zustand der Fußwege. Vor jedem Ladeneingang lagen hunderte, wenn nicht tausende von achtlos weggeschmissenen Kassenbons. Niemand wollte sie haben und niemand hat danach verlangt. Eine Bonpflicht ist keine Lösung.
Ich zweifle nicht daran, dass es Steuerbetrug in manchen Läden gibt. Wo betrogen werden kann, da passiert es auch. Darüber mache ich mir keine Illusionen. Das Ausmaß kann ich nicht abschätzen. Falls es zu viel ist, schlage ich vor: stellt Steuerprüfer ein. Warum haben Politiker so eine große Aversion dagegen, Arbeitsplätze zu schaffen?
Was übrigens die Öko-Argumente angeht: Ja, es ist Verschwendung. Nein, es steht nicht im Gesetz, dass Kassenbons aus dem üblen Thermopapier bestehen müssen. Wir befinden uns im 21. Jahrhundert. Selbstverständlich gibt es Alternativen. Versteckt euch doch bitte nicht hinter durchschaubaren Scheinargumenten. Das schlimme an der Bonpflicht ist nicht die Ökologie, sondern die Wirkungslosigkeit.