Ich schreibe diesen Artikel, weil uns vor der Reise sehr viel Kritik entgegengebracht wurde. In meinem Ohr hallt immer noch der Satz: “Ihr wisst schon das es schwachsinnig ist mit einem Baby zu Reisen, da sie sich sowieso nicht dran erinnern kann und dass Erinnerungen erst mit 3 Jahren anfangen“
Also wäre deren Meinung nach der richtige Zeitpunkt, erst mit 3 Jahren loszuziehen... Abgesehen davon, das wir damals schon gelernt haben unser Leben nicht von anderen bestimmen zu lassen, fragten wir uns, wie die Leute darauf kommen. Nur weil es irgendwelche Wissenschaftler diesen „Fakt“ Neurologische untersucht haben und es auf irgendwelchen Internet-Seiten steht.
Abgesehen davon ist es uns nicht wichtig dass unsere Tochter sich daran erinnert wo Sie genau war, schließlich muss sie später kein Aufsatz darüber schreiben. Wir sind davon überzeugt, dass sich viel im Unterbewusstsein abspielt, und das menschliche Wesen viel komplizierter ist als wir alle annehmen.
Wir beobachten die letzten Monate, wie freundlich und aufgeschlossen Emilia gegenüber Menschen ist. Wie interessiert und neugierig sie ist. Wie sie die Gesten und Gesichtsausdrücke der Menschen in den verschiedenen Ländern zu verstehen erlernt.
Durch die Reise mit uns hat sie jeden Tag ihre Eltern um sich. Sie genießt die Zeit mit uns beiden, beide Eltern immer dabei zu haben. Das war vorher nicht der Fall gewesen, denn sie war vor der Reise mehr auf mich als Mutter fixiert. Schnell hatte sich das aber geändert. In manchen Dingen ist Timo sogar gefragter als ich. Sie schläft besser ein, wenn Timo neben ihr liegt. Nicht nur für Sie ist die Reise schön, auch für uns. Wir erleben zusammen die ersten wertvollen Lebensjahre bewusst mit ihr.
Wir haben viele glückliche Tage, wo wir uns alle gleichzeitig anschauen und strahlen. Ich bin mir sicher, dass wenn wir diese Reise nicht angetreten hätten, dann wären diese glücklichen Augenblicke zu dritt seltener.
Timo wäre jeden Tag auf der Arbeit und erst spät nach Hause gekommen- die Kleine würde in der Zeit dann schlafen oder quengeln, weil sie müde ist wenn er nach Hause kommt.
Es ist doch viel wichtiger die Geborgenheit und die Liebe zu spüren ob zwischen uns, oder zwischen allen Menschen denen wir auf der Reise begegnen. Wir sind überzeugt dass diese schönen Momente sie jetzt schon positiv prägen. Ein Baby lernt jeden Tag von seiner Umwelt. Also auch jetzt auf der Reise.
Unsere Reise ist nicht beendet, wir werden zusammen weiter Reisen. Wir möchten ihr Offenheit und Respekt gegenüber den Menschen, Tieren und der Natur beibringen. Möchten ihr zeigen wie schön unsere Welt da draußen ist, aber auch wie zerbrechlich diese Welt ist, wenn man nicht auf sie achtet. Eine Reise hat keine Altersbeschränkung.
Ob sie sich unterbewusst daran erinnert oder bewusst, das spielt für uns keine Rolle. Diese Reise verändert uns alle Drei. Innerlich mehr als man annehmen würde.
Liebe Grüße an Euch Steemian's
Salima & Timo