Nach langem warten auf regenfreie Tage ist es endlich so weit.
Auch wenn Martin lieber am Video des Giegelhofes arbeiten möchte, muss gemäht werden, den das Heu, dass wir im Winter für den Hühnerstall brauchen mäht sich nicht von alleine.
Die meisten würden einen Stall wohl eher mit Stroh einstreuen. Dieses müssten wir kaufen, dass Heu wächst aber auf unserer Wiese. Ein guter Grund sich die Mühe zu machen.
Während Martin lärmend mit dem Balkenmäher zum Kartoffelfeld rattert, bewaffne ich mich mit meiner Sense um dem hohen Gras im Hanggarten zu Leibe zu rücken.
Nicht viel Zeit ist vergangen als ich den Balkenmäherlärm immer näher kommen höre, verwundert lege ich die Arbeit nieder um zu lauschen.
„Der kann doch noch nicht fertig sein“ denke ich mir.
„Was ist nun schon wieder kaputt“ schoss es mir in den Kopf.
Nach kurzer Begutachtung, hat Martin das Übel entdeckt.
Eine Schraube hat sich gelöst und ein Zahn des Mähwerks ging verloren.
Also macht er sich auf den Weg zurück um ihn zu suchen.
Während ich weiter Sense, ärgere ich mich über den Schaden.
„Müssen wir das Bachgrundstück mit der Sense mähen?“ Schnell verdränge ich diesen Gedanken wieder.
“Alles wird Gut“ wirke ich entgegen.
Leider konnte Martin den Mähwerkzahn nicht finden, allerdings hatte er schon eine Idee.
„Ich leih mir den Metalldetektor vom Sägewerk“ meint er und ein Lächeln macht sich auf meinem Gesicht breit.
Gesagt getan und gar nicht lange gebraucht um das Teil zu finden, sogar die Schraube hat er gefunden. Nur die Mutter blieb verschollen, was kein Problem darstellte.
Auch die Reparatur war schnell erledigt und es konnte weiter gehen.
Ein kritischer Blick auf die Uhr „Wir liegen noch gut in der Zeit“
Für heute ist gut, nun bleibt das Gras erst einmal liegen.
Am nächsten Tag wird es zwei mal gewendet.
Es ist brühend heiß und der Schweiß rinnt über Augenbrauen und Wangen, die Kleider kleben am Laib, während wir das Heu wenden. Nichts desto trotz, braucht es zum Heu machen sehr warm, also „Augen zu und durch“.
Die Fläche die zu bearbeiten ist, ist überschaubar, aber groß genug um kräftig ins schwitzen zu kommen.
Beim zweiten mal wenden ist klar, „Wir können morgen Nachmittag das Heu einfahren“ und wir lauschen dem raschelnden Geräusch voller Freude. „Das Heu hätte Futter Qualität“ und so träumen wir mal wieder wie so oft von der eigenen Milch.
Während Martin schon fleißig die verbleibenden Zeiträume am Video bearbeiten genutzt hat, mache ich mich am folgenden Tag erneut auf den Weg. „Ich werde noch einmal wenden gehen, du kannst gerne da bleiben und weiter am Video arbeiten“. Es ist mir wichtig das er daran arbeiten kann.
„Wenn es zu viel wird holst du mich bitte“, wohl ist ihm dabei nicht.
Während ich das Heu noch einmal wende schaue ich mir das ganze noch einmal peinlich genau an. Es wird offen auf dem Dachboden gelagert, dabei ist es sehr wichtig das es gut ausgetrocknet ist. Noch feuchtes Gras kann zu Glutnestern führen und so einen Brand auslösen. Wer schon einmal seinen Rasenschnitt auf einen Haufen gelegt hat und dann mit der Hand hinein gefasst hat weiß was ich meine.
Am Spätnachmittag machen wir uns dann gemeinsam auf den Weg um endlich unser Werk zu vollenden.
Mit dem Einachser fahren wir auf das Bachgrundstück und sind schon sehr gespannt wie groß in diesem Jahr unser Heu Vorrat sein wird wenn wir fertig sind.
Zu zweit fällt es uns leichter und die Hitze hat etwas nachgelassen.
Um nicht so oft fahren zu müssen wird die Ladung kräftig zusammen gedrückt, da passt ganz schön viel rein in den Hänger. Auch dass schmunzeln kann ich mir nicht verkneifen wenn ich Martin zu schaue wie er auf dem Hänger steht.
Was macht er den jetzt?
Eilig rennt er nach der Kamera und Fotografiert am Einachser. Er hat einen Blinder Passagier entdeckt.
So fahren wir Hänger für Hänger an sein Ziel.
Der Transport auf den Dachboden sieht etwas Abenteuerlich aus, ist jedoch die beste Lösung da wir die Scheune nicht befahren können.
Martin zieht den Korb nach oben und entleert ihn, ich beneide ihn nicht, den die Luft ist dort oben bei großer Hitze kaum zu ertragen.
Vier Ladungen Heu liegen nun für den Winter bereit, so haben die Hühner einen warmen Boden unter ihren Füssen und müssen nicht frieren.
Ingrid
Ich bin weil wir sind und wir sind weil ich bin