Es hört sich erst einmal toll an: Hessen tilgt 2018 200 Millionen Euro an Schulden.
Aber was steckt dahinter und ist dies wirklich eine Leistung ?
Der Landesrechnungshof hat er am Montag (21. November) festgestellt, dass es bei einem Schuldenabbau in diesem Tempo bis zum Jahr 2235 dauern würde um die mehr als 43 Milliarden Euro Schulden des Landes Hessen abzubezahlen.
Laut Landesrechnungshof betragen die Gesamtverbindlichkeiten des Landes Hessen unter Berücksichtigung von Pensionszusagen, Beihilfen und weiteren Verbindlichkeiten übrigens 151,6 Milliarden Euro.
Aber bleiben wir nur einmal bei diesen (abgerundet) 43 Milliarden Euro.
Es stellt sich die Frage wieviel würde Hessen noch tilgen, wenn die Zinsen nur um 0,5% steigen würden ?
0,5% von 43 Milliarden sind 215 Millionen und damit würde bereits eine Erhöhung der Zinsen um 0,5% dazu führen, dass die Schulden wieder steigen würden.
Jeder Hausbauer weiß, dass man mindestens 1% der Kreditsumme jährlich tilgen muss, dringend empfohlen sind in der derzeitigen Niedrigzinsphase sogar 2%, dies wären 430 Millionen Euro (1%) bzw. 860 Millionen Euro (2%).
Wenn man jetzt berücksichtigt, dass die Zinsen m.E. irgendwann wieder steigen werden sieht man sehr schnell, dass selbst ein geringer Zinsanstieg um 0,5% den Schuldenabbau stoppen würde.
Aus meiner Sicht gibt es die viel beschworenen Einsparungen zu Gunsten des Schuldenabbau nur in einem Bereich und dies sind die Zinsen. Nur aufgrund extrem niedriger Zinsen können in Hessen (und auch in Deutschland) Überschüsse erwirtschaftet werden und der Schuldenabbau geht viel zu langsam voran als das man bei einem Zinsanstieg, der m.E. irgendwann kommen wird, bereits genug getilgt haben wird um diesen "aushalten" zu können.
Aber wo soll man sparen ? Dies wird sicherlich eine Aufgabe sein, die aus vielen Einzelpositionen besteht, aber die eine oder andere Million kann man sicherlich noch einsparen.
So hat z.B. der Rechnungshof ausgerechnet, dass das Land Hessen jedes Jahr zwei Millionen Euro einsparen würde, wenn der Lebenszyklus der 68.000 Computer in den Hessischen Behörden von vier auf fünf Jahre erhöht würde. Die hessische zentrale für Datenverarbeitung hat übrigens keine Bedenken gegen diese Verlängerung der Nutzungszeit und ganz nebenbei hätte man auch noch etwas für die Umwelt getan.
Wie ist Eure Meinung ?