Eine Kultur des Teilens.
Zu Beginn der 1990er Jahre legte Tim Berners-Lee im CERN, der europäischen Organisation für Kernforschung in der Schweiz, den Grundstein für das Internet. Mit dem ersten grafikfähigen Webbrowser Mosaic, der öffentlich zum kostenlosen Download angeboten wurde, nahm die Kommerzialisierung des weltweiten Netzes ihren Lauf.
Das Internet war ursprünglich als ein offenes, neutrales Netzwerk konzipiert, das weltweit neue Formen der Interaktion und Kreativität für Individuen und Gemeinschaften ermöglichen sollte. Heute stellt das digitale Netzwerk zwar einerseits den freien Zugang zu Wissen sicher, andererseits ist es auch ein Medium voller Einschränkungen und Urheberrechtsproblematiken.
Eine scheinbar unerschöpfliche Quelle für Texte, Bilder, Grafiken, Videos und Musik findet sich in den unendlichen Weiten des World Wide Web. Wer sich ihrer bedient, sollte sich über deren Urheberrechte im Klaren sein. Geschützt ist im weiteren Sinne das geistige Eigentum des Urhebers.
Eine Verletzung gegen dieses Recht liegt vor, wenn urheberrechtlich geschützte Werke ohne die Zustimmung des Urhebers verwertet werden. Gegen solche Verstöße kann der Urheber juristisch vorgehen.
Creative Commons
Mit Creative Commons (CC) entstand 2001 in den USA eine gemeinnützige Organisation, die in Form vorgefertigter Lizenzverträge eine Hilfestellung für Urheber zur Freigabe rechtlich geschützter Inhalte anbietet.
Die Grundidee dahinter: erschaffene Werke leichter für die Allgemeinheit zugänglich zu machen und damit freie Inhalte zu fördern.
CC bietet sechs verschiedene Standard-Lizenzverträge an, in welchen die rechtlichen Bedingungen für die Verbreitung kreativer Inhalte festgelegt werden können.
Die Lizenzen weisen große Unterschiede auf. Während einige das Nutzungsrecht stark einschränken, wird bei anderen nahezu gänzlich auf das Urheberrecht verzichtet.
Am Namen des jeweiligen CC-Lizenztyps erkennt man bereits die wichtigsten Bedingungen bei der Nutzung des Inhaltes. Bei allen Lizenzen muss der Name des Urhebers in der von diesem festgelegten Art und Weise erfolgen. Die weiteren Merkmale betreffen die Weitergabe, Bearbeitungsmöglichkeiten und die kommerzielle Nutzung. Daraus ergeben sich in unterschiedlicher Kombination die folgenden sechs Lizenztypen:
Nur eine Namensnennung ist erforderlich. Das Werk darf verbreitet, vervielfältigt, bearbeitet, abgewandelt und kommerziell genutzt werden.
Eine Namensnennung ist erforderlich. Das Werk darf verbreitet, vervielfältigt, bearbeitet, abgewandelt und kommerziell genutzt werden. Eine Weitergabe ist nur unter den gleichen Lizenzedingungen möglich.
Dieser Lizenz unterliegen die Inhalte von Wikipedia.
Eine Namensnennung ist erforderlich. Das Werk darf verbreitet, vervielfältigt, bearbeitet, abgewandelt und kommerziell genutzt werden. Es ist keine Bearbeitung erlaubt.
Eine Namensnennung ist erforderlich. Das Werk darf verbreitet, vervielfältigt, bearbeitet und abgewandelt werden. Das Werk darf nicht kommerziell genutzt werden.
Eine Namensnennung ist erforderlich. Das Werk darf verbreitet, vervielfältigt, bearbeitet und abgewandelt werden. Das Werk darf nicht kommerziell genutzt werden. Eine Weitergabe ist nur unter den gleichen Lizenzbedingungen möglich.
Eine Namensnennung ist erforderlich. Das Werk darf verbreitet, und vervielfältigt werden. Das Werk darf nicht kommerziell genutzt und bearbeitet werden.
EDIT:
Aufgrund des sehr wichtigen Hinweises von in den Kommentaren ergänze ich den Beitrag um die
CC0-Lizenz
Das Werk darf verbreitet, vervielfältigt, bearbeitet, abgewandelt und kommerziell genutzt werden. Diese als gemeinfrei oder public domain bezeichneten Werke unterliegen keinem Urheberrecht.
Pixabay
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Was hat der Rechteinhaber davon?
Die Vorteile für den Nutzer von CC-Lizenzen liegen klar auf der Hand. Aber auch der Rechteinhaber profitiert von einer klar definierten Freigabe ohne dabei den Schutz durch das Urheberrecht völlig aufzugeben.
So führt eine Veröffentlichung unter einer freien Lizenz oft zu einer spürbar größeren Verbreitung der Inhalte. Über bestimmte Plattformen und Suchmaschinen kann gezielt nach frei lizenzierten Inhalten gesucht werden, was die Zahl der potentiellen Nutzer stark ansteigen lässt.
Immer mehr Kreative erkennen, dass das Teilen ihrer Werke im Internet keine Bedrohung darstellt, sondern Anerkennung und Aufmerksamkeit nach sich zieht und oft auch Monetarisierungsmöglichkeiten eröffnet. Creative Commons liefert für diese Ökonomie des digitalen Teilens eine sichere rechtliche Grundlage.
Soweit es möglich ist, mache ich die Fotos für meine Beiträge selbst. Das ist einerseits ein Beitrag zu dem hier auf Steemit sehr geschätzen unique content und andererseits macht es auch viel Spass.