Der karminrote Schnabel und die roten Beine sind mir sofort ins Auge gestochen. Bei meinem Spaziergang im Belvedere-Park in Wien entdeckte ich dieses Exemplar inmitten einer Schar grau-weiß gefiederter Möwen. Dass es sich bei dieser Gattung um Lachmöwen handelt, erfuhr ich im Zuge einer Internet-Recherche.
Warm eingepackt bei Temperaturen um den Gefrierpunkt kam mir der Gedanke, warum Vögel eigentlich nicht festfrieren, wenn sie sich auf dem Eis die Füße vertreten.
Das dichte Gefieder und die Fettschicht unter der Haut schützen den Vogelkörper vor Nässe, Wind und Kälte. Das alleine genügt aber nicht, um winterliche Eisbäder zu überleben.
Daher sind Vögel sind mit einer ganz besonderen Temperaturregelung ausgestattet. Während der Körper eine Temperatur von etwa 40 Grad aufweist, sinkt die Temperatur vom Bauchbereich abwärts bis zur Fußsohle auf unter 1 Grad ab.
Gegenstromprinzip
Der in den Beinen eingebaute "Wärmetauscher" lässt das kalte Blut von den Füßen in den Venen zurück zum Herzen fließen. Dabei sind die Venen mit den Arterien eng verflochten, die warmes, sauerstoffreiches Blut vom Herzen weg transportieren. Im Gegenstromprinzip kühlt während des Blutflusses einerseits das venöse Blut das arterielle ab, andererseits wird die Wärme vom arteriellen Blut fast vollständig auf das zurückfließende venöse Blut übertragen.
Der Wäremaustausch findet zwischen dem kalten venösen Blut (blau) und dem warmen arteriellen Blut (rot) statt.
Das führt dazu, dass Möwen immer kalte Füße haben. Dadurch wird einerseits Energie gespart, die ansonsten von den Füßen an die Umgebung abgegeben würde und andererseits können Möwen dadurch am Eis nicht festfrieren.