Der Wiener Heldenplatz als geschichtsträchtige Kulisse war Ende Oktober 2017 Schauplatz einer spektakulären Eröffnungsfeier für das Weltmuseum Wien. Nach einer mehrjährigen Renovierungsphase und einer Neuausrichtung des Museumskonzeptes wurde das ehemalige Völkerkundemuseum im Trakt Corps de Logis der Hofburg wieder eröffnet.
Der Haupteingang befindet sich auf dem Heldenplatz, die angeschlossene Bibliothek ist über den Eingang im Burggarten zu erreichen.
Die glasüberdachte und mit Fresken geschmückte Säulenhalle kann auch ohne Eintrittskarte besichtigt werden.
Die Dauerausstellung umfasst vierzehn Säle, in denen die bedeutendsten Bestände des Museums , geordnet nach einzelnen Themengebieten, präsentiert und aus zeitgemäßer Sicht interpretiert werden.
Geschichten aus Mesoamerika
Als wertvollstes Objekt der Schausammlung gilt ein aztekischer Federkopfschmuck aus dem frühen 16. Jahrhundert, der aus Hunderten langen Quetzal-Federn und über tausend Goldplättchen gefertigt ist.
Eine Rückgabe an Mexiko stand in der Vergangenheit öfters im Raum. Aber nachdem Gutachter aus beiden Ländern festgestellt haben, dass die Federkrone einen Transport nicht unbeschadet überstehen würde, scheint eine Rückkehr nach Mexiko unwahrscheinlich.
Der Orient vor der Haustüre
Lebensgeschichten und Erinnerungsstücke einzelner Sammlerpersönlichkeiten sowie Gegenstände aus dem Alltag erzählen von facettenreichen Begegnungen zwischen Wien und dem angrenzenden Orient.
In eine neue Welt
Die Sammlung präsentiert exemplarisch die unterschiedlichen Kulturen und Traditionen der vielschichtigen Bevölkerung Nordamerikas in der Vergangenheit und Gegenwart.
Welt in Bewegung
Farblich in Weiß gehaltene Räume widmen sich diskursiven Themen. So stehen Migration und Globalisierung im Mittelpunkt dieses Ausstellungsbereiches.
Fasziniert von Indonesien
Die Inselgruppe im fernen Osten übt auf viele Menschen eine magische Anziehungskraft aus. Beinahe 150 Jahre lassen sich indonesisch-österreichische Beziehungen anhand von Erlebnisberichten zurückverfolgen. Präsentiert werden ausgewählte Sammlerstücke und Porträts von Menschen, die von ihren unterschiedlichen Zugängen zur Bevölkerung des weltgrößten Inselstaates berichten.
Südsee: Begegnungen mit dem verlorenen Paradies
Alltags-, Schmuck- und Ritualgegenstände, die von Forschungsreisen in die Südsee stammen, erzählen von ereignisreichen Begegnungen mit der Bevölkerung der pazifischen Inselwelt.
Yap ist ein Bundesstaat der Föderierten Staaten von Mikronesien, dem rund 145 kleinere Inseln und Atolle im westlichen pazifischen Ozean angehören. Das Steingeld (Rai) stellt zwar kein gesetzliches Zahlungsmittel dar, wird aber noch immer auf der Insel für symbolische Geschäfte verwendet. Dabei wechseln nur die Nutzungsrechte am Stein, beispielsweise beim "Verkauf" von Land. Die Eigentumsrechte sind dem jeweils Dorfältesten bekannt. (Näheres zum Steingeld siehe hier )
Sammlerwahn. Ich leide an Museomanie!
Ein Großteil der Bestände des Weltmuseums ist der Reise- und Sammlerleidenschaft der Habsburger zu verdanken. Der Thronfolger Franz Ferdinand litt nach eigenen Aussagen unter Museomanie, da er den Spleen hatte, ungeachtet der prekären Staatsfinanzen Artefakte aus aller Welt in Bausch und Bogen anzukaufen. Er träumte vom größten Privatmuseum Wiens und bereiste ebenso wie die beiden Erzherzöge Maximilian von Mexiko und Kronprinz Rudolf im späten 19. Jahrhundert die Welt, auf der Suche nach Kunstschätzen fremder Kulturen.
In Teil 2 stelle ich die restlichen sieben Ausstellungsräume vor:
- 1873 - Japan kommt nach Europa
- Die neue Wahrnehmung - Der Blick auf China
- Im Schatten des Kolonialismus
- Ein österreichisches Mosaik Brasiliens
- Kulturkampf in Wien
- Benin und Äthiopien, Kunst, Macht, Widerstand
- Ein Dorf in den Bergen
Informationen
Haupteingang:
Weltmuseum Wien
Heldenplatz, 1010 Wien
Öffnungszeiten:
Täglich außer Mittwoch von 10 bis 18 Uhr
Freitag bis 21 Uhr
Eintrittspreise:
Erwachsene: 12 Euro
Ermäßigt (u.a. Studierende bis 25 Jahre): 9 Euro
Freier Eintritt für Jugendliche bis 19 Jahre
Freier Einlass für mexikanische StaatsbürgerInnen nach Vorzeigen ihres Reisepasses