Ein Plädoyer für das gedruckte Buch.
Am 17. Juli 2017 habe ich meinen Steemit-Account erstellt. Seitdem sind drei Monate vergangen. Für die Bücher, die ich während dieser Zeit gelesen habe, brauche ich zum Zählen nicht einmal die Finger einer Hand bemühen. Es sind nämlich null gedruckte Werke, die ich meiner Leseliste hinzufügen kann."Homo Deus", Eine Geschichte von Morgen von Yuval Noah Harari verstaubt im Bücherregal. Im Buch "Eine kurze Geschichte der Menschheit" vom gleichen Autor habe ich zumindest ab und zu geschmökert. Andere Sachbücher, aber auch leichtere Kost wie Romane oder Krimis, die ich zur Entspannung zwischendurch immer wieder gerne in die Hand nehme, blieben unberührt.
Aber jetzt kommt für mich wieder die genussvolle Zeit des Lesens. Einerseits verbringe ich durch die derzeit unbefriedigende Performance von Steemit nicht mehr so viel Zeit auf dieser Plattform und habe dadurch wieder ein größeres Freizeit-Kontingent.
Andererseits ist für mich der Spätherbst mit seinen feuchtkalten und trüben Tagen die ideale Zeit, dem Lesevergnügen zu frönen. Es mir mit einem Buch und einer Tasse Tee oder auch mal einem Glas Wein auf der Couch so richtig gemütlich zu machen, ist für mich gleichermaßen entspannend und anregend, ebenso wie das aktive Hören von Musik.
Für mich wird diese, im Zeitalter von E-Book und E-Readern, altmodisch anmutende Art des Lesens nie aus der Mode kommen. Es werden dabei gleich drei Sinne angesprochen. Der Geruch von gedrucktem Papier ist unvergleichlich und hat sich mir seit meinen ersten Leseabenteuern eingeprägt. Ich liebe es, Bücher anzufassen, das Papier zwischen meinen Fingern zu spüren, den Lese-Fortschritt anhand der steigenden Seitenzahlen mitzuverfolgen. Außerdem sind manche Buchumschläge oder Illustrationen zusätzlich noch ein wahrer Augenschmaus.
Der E-Book-Shop im Internet ist für mich kein Ersatz für den Besuch einer guten Buchhandlung oder einer Bibliothek, wo ich in Ruhe stöbern und das eine oder andere Buch auch in die Hand nehmen kann.
Hier kann man einen virtuellen Spaziergang durch den barocken Prunksaal der Nationalbibliothek unternehmen. Es muss aber nicht die Nationalbibliothek sein.
Mit der Hauptbücherei und ihren 38 Zweigstellen bietet die Stadt Wien allen Lesebegeisterten ein flächendeckendes Bibliotheksnetz.
Eine STADT. Ein BUCH
Bereits zum 16. Mal führt die Stadt Wien in Zusammenarbeit mit Wien Energie die Buch- und Leseförderungsaktion "Eine STADT.Ein BUCH" durch.
Im Rahmen des Projektes wird dieses Jahr der amerikanische Autor Stewart O’Nan vorgestellt und ab 10. November 2017 werden 100.000 Stück seines Werkes "Letzte Nacht", das 2007 unter dem Titel "Last Night at the Lobster" erschienen ist, an Interessierte ausgegeben.
Auf der Liste der AutorInnen, die an dieser Gratis-Buchaktion bereits teilgenommen haben, finden sich bekannte Namen wie John Irving, Toni Morrison, Ruth Klüger, Mario Vargas, Rafik Schami, T.C. Boyle, Anna Gavalda oder im letzten Jahr Michael Ondaatje.
Lesen ist Abenteuer im Kopf
Von wem auch immer der Ausspruch stammt, für mich trifft er zu. Auf meiner nächsten Reise werde ich Tyll (Autor: Daniel Kehlmann) bei seinen Abenteuern durch die Schrecken des Dreißigjährigen Krieges begleiten. Hier ist eine Rezension zu diesem Buch von ZeitOnline.