Der schonungslose Expressionist.
Als Wiener Moderne werden jene Strömungen in Literatur, Musik, Kunst und Architektur bezeichnet, die das Kulturleben der Bundeshauptstadt zwischen 1890 und 1910 nachhaltig prägten.
Im Jahr 2018 feiert Wien die Moderne. Hundert Jahre zuvor starben vier ihrer bedeutendsten Protagonisten: der Architekt Otto Wagner, der Universalkünstler Koloman Moser und die Maler Gustav Klimt und Egon Schiele.
Im ersten Teil meiner Trilogie geht es um Egon Schiele, den Ausnahmekünstler und Maler, dessen Werke heute noch immer polarisieren.
Geboren wird das Egon Schiele im Juni 1890 in Tulln, Niederösterreich. Mit nur 28 Jahren verstirbt das enfant terrible der Klassischen Moderne im Oktober 1918 an den Folgen der Spanischen Grippe in Wien.
Bereits in der Schule wird das zeichnerisches Ausnahmetalent entdeckt, was dazu führt, dass Egon Schiele mit 16 Jahren an der Akademie der Bildenden Künste in Wien aufgenommen wird, diese jedoch nach drei Jahren wieder verlässt.
Inspiriert durch seinen väterlichen Freund und Förderer Gustav Klimt sind Schieles erste Werke noch an den Jugendstil angelehnt. Später wendet er sich dem Expressionismus zu. Bekanntheit erlangt der Künstler durch seine zahlreichen ausdrucksstarken Selbstporträts.
Mit seinen Aktzeichnungen sorgt Schiele für handfeste Kunstskandale und löst öffentliche Diskussionen über die Grenzen des Erlaubten in der Kunst aus.
Dass die Zurschaustellung von Nacktheit selbst in einer scheinbar aufgeklärten Gesellschaft einen wunden Punkt trifft, zeigt die Tatsache, dass in einigen europäischen Großstädten Schieles Akte nicht unverhüllt in der Öffentlichkeit gezeigt werden dürfen.
Leopoldmuseum
Mit insgesamt 42 Gemälden und über 180 Arbeiten auf Papier beherbergt das "Leopold-Museum" in Wien die größte und bedeutendste Schiele-Sammlung der Welt.
Albertina
Das Kunstmuseum "Albertina" zeigte bereits als Auftakt zum Gedenkjahr anlässlich des 100. Todestages von Egon Schiele im Frühjahr 2017 eine umfassende Ausstellung des Künstlers.
Im folgenden Video lädt der Direktor der Albertina zu einem Streifzug durch die Ausstellung ein.
Gustav Klimt, der "Erfinder" des Wiener Jugendstils und künstlerischer Gegenpart von Egon Schiele steht im Mittelpunkt des zweiten Teils meiner Serie über die Wiener Moderne 2018.