Die VG Wort ist die Verwertungsgesellschaft für Autoren. Seit einigen Jahren können auch Webmaster und Blogger Tantiemen von ihr bekommen. Im folgenden Artikel gehe ich darauf ein, wie man auch für seine Online-Texte Geld bekommt.
Der Grund warum ich diesen Artikel hier verfasse ist folgender. Ich habe neulich zum zweiten Mal in Zusammenarbeit mit dem Entwickler.de-Verlag eine WordPress-Zeitschrift herausgebracht und dabei habe ich mal wieder festgestellt, dass einige der Kollegen dabei nicht bei der VG Wort als Wahrnehumgsberechtigte angemeldet sind. Und das finde ich schade, denn die Tantiemen stehen den Autoren zu.
[Bildnachweis: CC0 Pixabay]
Die VG Wort ist eine Verwertungsgesellschaft für die Autoren und auch für die Verlage. Manch einer würde sagen: so etwas wie GEMA, aber für Autoren von Büchern und Fachartikeln … nicht ganz richtig, aber hilft für den ersten Moment um zu wissen worum es überhaupt geht.
Wobei bei VG Wort nicht nur schreibende Autoren (Journalisten, Schriftsteller etc.) sondern auch Autoren von Videos und Autoren im Hörfunk-Bereich vertritt. Seit einigen Jahren gehören auch die Blogger und andere Webmaster dazu.
Die VG Wort zahlt nicht nur Tantiemen an die Wahrnehmungsberechtigte aus sondern pflegt auch mehrere Sozialeinrichtungen für Autoren, wie zum Beispiel das Sozialfond oder den Autorenversorgungswerk.
VG Wort für Blogger und andere Online-Autoren
Seit einigen Jahren Jahren können auch Webautoren ihre Texte bei VG Wort anmelden. Nach der erfolgreichen Anmeldung bei T. O. M. (Texte Online Melden) darf man Zählpixel bestellen. Ein Zählpixel besteht aus drei Komponenten.
Aus einer Zählgrafik für HTML-Dokumente:
<img src="https://ssl-vg03.met.vgwort.de/na/456def" width="1" height="1" alt="">
Einem Zähllink wenn man PDF-Dokumente einreichen möchte:
<a href="https://ssl-vg03.met.vgwort.de/na/456def?l=http://www.adresse-zum-pdf.de">LINK-NAME</a>
Und einem Privaten Identifikationscode, der folgendermaßen ausschaut:
456def4567defgh890iklmno
Den privaten Identifikationscode sollte man nicht veröffentlichen, weil man mit diesem am Ende der Zählperiode die Texte meldet oder besser gesagt mit dem privaten Identifikationscode legitimiert man seinen Zählcode: Hey, ich bin’s wirklich, das ist mein Zählcode. Ich würde einfach mal sagen, behandelt die private ID ähnlich wie ein Passwort.
Je nach dem ob man ein PDF-Dokument oder einen Webartikel einreichen möchte, wird entweder der Link oder die 1×1 Pixel Zählgrafik eingebaut … beim einreichen von Artikeln aus dem web also der 1×1 großer Zählpixel.
Den Zählpixel baut man am einfachsten ein, in dem man in die HTML-Ansicht des Redaktionssystems wechselt und dort den selbigen einbaut. Achtet bitte darauf, dass der Zählpixel nicht in den Archiven oder auf Übersichtsseiten erscheint, sondern nur unter der eigentlichen Artikeladresse, weil es sonst Ärger mit der VG Wort gibt. Hier ein Beispiel:
- deine-domain.xyz/kategorie/tipps-tricks/ – falsch
- deine-domain.xyz/2017/12/ – falsch
- deine-domain.xyz/2017/02/artikel-name/ – richtig
Um das zu erreichen gibt es je nach dem welches Redaktionssystem man einsetzt verschiedene Möglichkeiten. Bei WordPress kann man entweder auf Plugins zurückgreifen oder manuell die Zählpixel unterhalb dem sog. more-Tag unterbringen. Also unterhalb der Trennung, die den Beitrag in den Anreißer und dem restlichen Artikel trennt.
Wer bis jetzt immer noch Bahnhof versteht, hier ein kleines YouTube-Video von mir:
Das Video hat ein paar Jährchen auf'm Buckel ist aber nach wie vor aktuell.
Wie viel Geld kann man verdienen?
Damit man einen Artikel einreichen kann, muss er über mindestens 1.800 Anschläge (inkl. Leerezeichen) verfügen. Damit man für ihn auch Tantiemen bekommt muss er mindestens 1.500 Zugriffe im Kalenderjahr erreicht haben. Folgende Einnahmen sind pro Artikel möglich:
- ab 1.500 Zugriffen pro eingereichten Artikel: 20 Euro
Die obere Zahl bezieht sich für die Ausschüttung 2017 für die Texte aus 2016. Jetzt irgendwann in der ersten Hälfte 2018 werden die Quoten für die Artikel festgelegt, die im Jahr 2017 die Zugriffszahlen erreicht haben.
Im übrigen kann man mit einem Artikel, so lange er die Zugriffszahlen erreicht, jedes Kalenderjahr Einnahmen erzielen. Anmerken sollte man, dass nicht nur Autoren aus Deutschland sondern auch auch Österreich und der Schweiz mitmachen können.
Wie schon bereits oben erwähnt: die VG Wort ist für alle schreibende Autoren zuständig. Hast du einen Gastbeitrag für eine Zeitschrift oder Buch geschrieben, dann kannst du diese ebenfalls einreichen. Genau so kannst du deine Zählpixel "mitnehmen" und in einem Gastartikel in einem anderen Weblog einbauen.
Und wie schaut es mit Steemit aus?
An sich kann man auch Texte aus Steemit melden. Wichtig ist für die VG Wort nur, dass die Texte öffentlich zugänglich sind. Die Frage ist natürlich ob das sinnvoll ist, da die meisten Beiträge hier nicht die 1.500 Aufrufe erreichen.