VG Wort ist die Verwertungsgesellschaft für Autoren, Journalisten, Wissenschaftler. Seit einigen Jahren können auch Webmaster und Blogger Tantiemen von ihr bekommen. Im folgenden Artikel gehe ich darauf ein, wie man auch für seine Online-Texte Geld bekommt.
Anmerkung: Über das Thema VG Wort habe ich bereits schon vor über sieben Monaten geschrieben, aber aus zwei Gründen habe ich mich dafür entschieden das Thema noch einmal aufzugreifen.
Zum einen wollte ich ein paar weitere Aspekte hinzufügen und zum anderen wollte ich das recht wichtige Thema sichtbarer machen.

[Bildnachweis: CC0, Pixabay]
Was ist VG Wort?
Die VG Wort ist eine Verwertungsgesellschaft für die Autoren und auch für die Verlage. Manch einer würde sagen: "so etwas wie GEMA, aber für Autoren von Büchern und Fachartikeln" … nicht ganz richtig, aber auch nicht falsch. Es hilft für den ersten Moment um zu wissen worum es überhaupt geht.
Wobei bei VG Wort nicht nur schreibende Autoren (Journalisten, Schriftsteller etc.) sondern auch Autoren von Videos und Autoren im Hörfunk-Bereich vertritt. Seit einigen Jahren gehören auch die Blogger und andere Webmaster dazu.
Wer auch dazu gehört sind Wissenschaftler, die Ihre Publikationen einreichen können. Dazu gehören Bücher, Fachartikel usw.
Im Übrigen: VG Wort akzeptiert auch Gedichte.
Welche Länder werden berücksichtigt?
Die VG Wort hat mit den entsprechenden Schwester-Gesellschaften sog. Gegenseitigkeitsverträge abgeschlossen, so dass folgende Länder berücksichtigt werden:
Argentinien, Australien, Belgien, Brasilien, Bulgarien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Hongkong, Irland, Island, Italien, Japan, Kanada, Korea, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Mauritius, Mexiko, Neuseeland, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Rumänien, Schweiz, Singapur, Slowakei, Spanien, Südafrika, Tschechische Republik, Ungarn sowie den USA.
Förderungsfonds Wissenschaft:
Druckkosten, Übersetzungen, Promotionsstipendien
Die VG Wort zahlt nicht nur Geld bzw. Tantiemen an die Wahrnehmungsberechtigten aus, sondern pflegt auch mehrere Sozialeinrichtungen für Autoren, wie zum Beispiel das Sozialfond oder den Autorenversorgungswerk.
Darüber hinaus gibt es speziell für den Bereich Wissenschaft eine zusätzliche, recht interessante Förderung:
Gewährt werden Druckkostenzuschüsse für bis zum Zeitpunkt der Bewilligung unveröffentlichte, herausragende wissenschaftliche Werke, die aufgrund hoher Spezialisierung und geringer Auflage ohne finanzielle Hilfe nicht erscheinen könnten. Ein paritätisch aus Verlegern und Wissenschaftlern zusammengesetztes Gremium befindet nach streng wissenschaftlichen Kriterien über die Vergabe der Zuschüsse.
Der Druckkostenzuschuss entspricht bis zur Höchstgrenze von € 12.000 einer Vollförderung.
— Förderungsfonds Wissenschaft: Druckkosten, Übersetzungen, Promotionsstipendien
Dann gibt es noch eine Möglichkeit, dass man die Förderung bekommt, dass ein Werk ins englische übersetzt wird.
VG Wort für Blogger und andere Online-Autoren
Seit mehreren Jahren Jahren können auch Autoren ihre Webtexte bei der VG Wort anmelden. Nach der erfolgreichen Anmeldung bei T. O. M. (Texte Online Melden) und dem Abschließen des Wahrnehmungsvertrages darf man Zählpixel bestellen. Ein Zählpixel besteht aus 3 Komponenten.
Aus einer Zählgrafik für HTML-Dokumente:
<img src="https://ssl-vg03.met.vgwort.de/na/abc123" width="1" height="1" alt="">
Einem Zähllink wenn man PDF-Dokumente melden möchte:
<a href="https://ssl-vg03.met.vgwort.de/na/abc123?l=http://www.url-zum-pdf.de">LINK-NAME</a>
Und einem Privaten Identifikationscode, der in etwa so ausschaut:
789def123defgh8990iklmyx
Den privaten Identifikationscode sollte man nicht veröffentlichen, weil man mit diesem am Ende der Zählperiode die Texte meldet bzw. mit dem privaten Identifikationscode legitimiert man seinen Zählcode: "Halo, I bims. Vong wegen ID.". Ich würde einfach mal sagen, behandle die private ID ähnlich wie ein Passwort.
Je nach dem ob man ein PDF oder einen Webtext einreichen möchte, wird entweder der Link oder die 1×1 Pixel Zählgrafik eingebaut … beim einreichen von Artikeln aus dem web also der 1×1 großer Zählpixel.
Den Zählpixel baut man am einfachsten ein, in dem man in die HTML-Ansicht des Redaktionssystems wechselt und dort den Code einbaut. Achte bitte darauf, dass der Zählpixel nicht in den Archiven oder auf Übersichtsseiten erscheint, sondern nur unter der eigentlichen Artikeladresse (Permalink), weil es sonst Ärger mit der VG Wort gibt.
Hier ein paar Beispiele:
- deine-domain.xyz/kategorie/tipps-tricks/ – falsch
- deine-domain.xyz/2018/05/ – falsch
- deine-domain.xyz/2018/02/artikel-name/ – richtig
Um das zu erreichen gibt es je nach dem welches CMS man einsetzt verschiedene Möglichkeiten. Bei WordPress kann man entweder auf Plugins zurückgreifen oder manuell die Zählpixel unterhalb dem sog. more-Tag unterbringen. Also unterhalb der Trennung, die den Beitrag in den Anreißer und dem restlichen Artikel trennt.
Alternativ: einfach am Ende des Artikels einbauen.
Wer bis jetzt immer noch Bahnhof versteht, hier ein kleines YouTube-Video von mir:
Der Screencast hat ein paar Jährchen auf'm Buckel ist aber nach wie vor aktuell.
Wie viel Geld kann man verdienen?
Anmerkung: Folgende Berechnungen beziehen sich auf die Online-Inhalte und nicht auf die Artikel in Zeitungen & Zeitschriften und auch nicht auf die Bücher. Diese werden anderes berechnet. Unter anderem wird berücksichtigt, wie verbreitet die Werke in den Bibliotheken sind.
Damit man einen Artikel einreichen kann, muss er über mindestens 1.800 Anschläge (inkl. Leerezeichen) verfügen. Damit man für ihn auch Tantiemen bekommt muss er mindestens 1.500 Zugriffe im Kalenderjahr erreicht haben. Folgende Einnahmen sind pro Artikel möglich:
- ab 1.500 Zugriffen pro eingereichten Artikel: ca. 29 Euro
Die obere Zahl bezieht sich für die Ausschüttung 2018 für die Texte aus 2017. Diese Zahlen werden regelmäßig angepasst.
Im übrigen kann man mit einem Artikel, so lange er die Zugriffszahlen erreicht, jedes Kalenderjahr Einnahmen erzielen.
Wie schon bereits oben erwähnt: die VG Wort ist für alle schreibende Autoren zuständig. Hast du einen Gastbeitrag für eine Zeitschrift oder Buch geschrieben, dann kannst du diese ebenfalls einreichen. Genau so kannst du deine Zählpixel "mitnehmen" und in einem Gastartikel in einem anderen Weblog einbauen.
Eigene Erfahrungen und Infos aus Gesprächen mit Kollegen
Wir reden hier also von soliden vierstelligen Beträgen, die ein durchschnittlich begabter Blogger durchaus erreichen kann. Wenn man es halbwegs gut anstellt, dann kann VG Wort durchaus mit den Steemit-Einnahmen konkurrieren und wenn der Steemit-Kurs niedrig, wie es momentan der Fall ist, dann überholt VG Wort Steemit ohne Probleme.
Und wie schaut es mit Steemit aus?
An sich kann man auch Texte aus Steemit melden. Wichtig ist für die VG Wort nur, dass die Texte öffentlich zugänglich sind. Die Frage ist natürlich ob das sinnvoll ist, da die meisten Beiträge hier nicht die 1.500 Aufrufe erreichen.
Anmerkung: Bei Steemit muss man leider beachten, dass bei den eingefügten Bildern – und nichts anderes ist der Zählpixel – der Pfad geändert wird. Ich habe testweise einen Zählpixel in einem der älteren Artikel auf Steemit eingebaut. Der Start der Zählung ist erfolgt, allerdings weiß ich nicht ob die Zählung an sich auch korrekt gezählt wird. Müsste ich mal bei VG Wort nachfragen
Quellen:
- https://de.wikipedia.org/wiki/Tantieme
- https://de.wikipedia.org/wiki/Verwertungsgesellschaft_Wort
- http://www.vgwort.de
- Merkblatt für Urheber und Verlage
- Sozialfonds
- Autorenversorgungswerk
- Förderungsfonds Wissenschaft: Druckkosten, Übersetzungen, Promotionsstipendien
- http://www.vgwort.de/verguetungen/auszahlungen/texte-im-internet.html
- https://tom.vgwort.de/Documents/pdfs/dokumentation/metis/DOC_Urhebermeldung.pdf
- https://www.vgwort.de/publikationen-dokumente/quoten-uebersicht.html