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Gedanken in Zeiten des galoppierenden Wahnsinns und eine Bitte in eigener Sache.
Die Geschehnisse auf unserem Planeten aus dem linken Augenwinkel beobachtend, musste sich (beinahe zwangsläufig) bei mir die Überzeugung in die vorderste Reihe drängeln, dass die Lenker (weniger die Denker) an den Steuermechanismen in den »Schaltzentralen der Mächtigen« entweder ein exorbitantes Drogenproblem mit sich herumschleppen, komplett den Verstand verloren oder sich zumindest im Labyrinth der Selbstüberschätzung verheddert haben.
Zwischenbemerkung: Ob nun aus dem linken oder rechten Augenwinkel betrachtet, bedarf keiner weiteren tiefgründigen Analyse, da die Geschehnisse sich mit der Verlagerung nicht wesentlich erträglicher gestalten. Beim Linkshänder erfreut sich lediglich der in der Einführung erwähnte Blickwinkel unbestritten größerer Beliebtheit und wird allerdings von der politischen Farbenlehre in keinerlei Hinsicht beeinflusst.
Ein waghalsiges Manöver, wie etwa das Herauslehnen aus dem heimischen Fenster, um einen besseren Blick auf das gesamte Weltgeschehen zu erhaschen, bedarf keiner praktischen Umsetzung, da der Blick in Richtung Nahost, weite Teile Afrikas, Pakistans, Afghanistans und den amerikanischen Kontinent keine weltverändernden Einblicke und Rückschlüsse in Aussicht stellt. Überall werde ich lediglich Zeuge eines Verdauungsprozesses, von dem die Ausscheider sturköpfig behaupten, damit den Mist beizusteuern, der, einmal kompostiert, das Wachstum (mitsamt der Demokratie) zur alten Stärke verhilft. Dabei offenbart sich zum wiederholten Mal: Auch die unfähigsten Propheten (wie es die Historie nicht verschleiert) dürfen sich stets einer nicht unbeträchtlichen, treuen Anhängerschaft erfreuen.
Mir genügt daher die vorsichtige Annäherung an den europäischen Vorgarten, der mit seiner verschissenen Ammoniumbelastung weit mehr als das Trinkwasser belastet. Auf jenem Sammelplatz obskurer Geistesblitze fühlt sich ein Jens Spahn insbesondere wohl und mehrt den Dung mit der Maßregelung an den deutschen Bundespräsidenten, seine Einschätzung über den Bruch des Völkerrechts doch bitte zukünftig nicht öffentlich kundzutun, sondern ihn vorzugsweise einer Rolle Klopapier im Schloss Bellevue anzuvertrauen.
Diesem verbalen Dünnschiss möchte der Koalitionspartner selbstverständlich in nichts nachstehen und verleiht Herrn Boris Pistorius die Ehre, sich seiner Magenkrämpfe zu entledigen. Dieser Messias, der komplett Enttäuschten im linken Spektrum der Hemisphäre, stets im korrekt gebügelten soziroten Hidschab über den roten politischen Teppich flanierend, verkündet, ohne jegliche Gewaltandrohung aus welcher Himmelsrichtung auch immer, die deutsche Truppe zur Verteidigung der Landesgrenzen sei bereit, den Dauerstau in der Straße von Hormus (ohne Einbeziehung des ADAC) fachgerecht aufzulösen. Dafür sei es jedoch unabdingbar, dass Bürger im wehrfähigen Alter ihren Jahresurlaub im besten Fall in der Nähe eines Truppenübungsplatzes, oder zumindest im Umkreis einer Kaserne verbringen.
An dieser Stelle sei mir eine Zwischenfrage gestattet: Hat dieser Mann noch alle Latten am Zaun?
Er ist derzeit der Leithammel einer Herde von 267426 Befehlsempfängern, von denen sich allerdings (wer möchte es ihnen auch verdenken) 81205 in Zivil einen bombensicheren Platz hinter den Schreibtischen oder Nähmaschinen gesichert haben. Doch noch immer verbleiben dem übereifrigen Verkehrsplaner eine Schar von 186221 Schiffslotsen in olivgrüner Uniform, die er dann in eine Region abkommandieren würde, die über den Rhein-Main-Donau-Kanal (auch nicht mit Wasserstoffantrieb) innerhalb von vier Stunden zu erreichen wäre. Ob bei einem mehr oder weniger geordneten Rückzug dann auch noch alle Lotsen (aufrecht stehend) an Bord wären, darf ohne viele Überlegungen bezweifelt werden.
Welcher Umstand hat mich überhaupt bewogen, dem Blick aus dem Augenwinkel ein wenig mehr Aufmerksamkeit beizumessen?
Es war zum einen der einem Ritual gleichende Gang am frühen Morgen, um die Hühner mit frischem Futter und Wasser zu versorgen und dabei die gesamte Bande aus ihrem Nachtgehege zu entlassen. Was mich stutzig werden ließ, war diese ungewöhnliche Ruhe. Kein Ruf des Hahnes, kein Gegaggere der nervösen Hühnerschar. Die Erklärung dafür offenbarte sich mir beim ersten Blick in den Hühnerstall. 16 tote Hühner lagen quer verteilt im Stroh. Es bedurfte keiner langen Überlegungen, um mich mit der Tatsache abfinden zu müssen, dass sich in der Nacht eine mir unbekannte Anzahl von Mardern Zugang verschafft hatte.
Verlust schmerzt nicht nur – er hat auch die Trauer in seinem Gepäck. Ob die jetzt Leblosen zuvor auf zwei Beinen oder Kratzfüßen standen, ist dabei definitiv belanglos.
Zum anderen, wurde mir die Welt des real existierenden Wahnsinns veranschaulicht, als ich meine Zahnärztin aufsuchte, um mir die TÜV-Plakette für eine unbeschädigte Kauleiste an die Wange kleben zu lassen. Doch, nicht wie sonst üblich, empfing mich die Fachmechanikerin für Beißwerkzeuge jeglicher Art, nicht mit einem freundlichen Lächeln. Bedrückt, nachdenklich oder sorgenvoll – dies waren die Adjektive, die für den sich mir bietenden Gesichtsausdruck absolut passend schienen.
Ohne lange darüber zu sinnieren, ob es nun angebracht ist oder ob ich damit an der Privatsphäre der Frau kratze, lautete meine Frage: »Sind noch alle am Leben?«
Die Antwort: »Hoffentlich.«
Es folgte eine für mich unendlich erscheinende Zeitspanne, die vollends mit einem beklommenen Schweigen gefüllt war.
Der Name meiner Zahnärztin (übersetzt): „Die, die in der Nacht flüchtete xxxxxxx - geboren und aufgewachsen im Libanon und anschließendem Studium im Iran.
Die nächste Frage richtete sich an mich: »Wer wird diesen Krieg gewinnen?«
»Ein Krieg hinterlässt ausschließlich Verlierer.«
Ich muss mir im Nachhinein eingestehen, meine Antwort doch besser mit dem diplomatischen Bügeleisen geglättet zu haben. Allerdings wäre die Reaktion von Frau “Nachtflucht” wohl dieselbe: »Aber die Amerikaner gewinnen unter Garantie nicht.«
Für einen kurzen Moment dachte ich darüber nach, ob bei dieser Garantieerklärung nicht ein ganz bestimmter Staat unerwähnt blieb. Doch, anstatt darauf näher einzugehen, bat ich um Erlaubnis, am PC der Praxis nach einem Lied suchen zu dürfen. Es erfolgte kein Einspruch.
Dieser kleine Beitrag aus meiner Feder soll auch als Erklärung dafür dienen, weshalb ich in den vergangenen Wochen und Monaten wenig Motivation dafür freimachen konnte, mich auf Hive aktiv einzubringen. Andere Dinge sind und bleiben mir unbestritten wichtiger. Auch das sich in der letzten Phase befindende neue Buchprojekt, welches meine volle Aufmerksamkeit verdient.
Zum Schluss möchte ich noch eine Bitte äußern. Da ich mich mit Tinte, Federhalter und oft wirren Gedanken viel besser als mit Finanzgeschäften auskenne, wäre ich mehr als dankbar, wenn mir jemand die Gebrauchsanleitung dafür liefern könnte, wie ich meine Hive-Tokens (möglicherweise mit SimpleSwap) tauschen und auf ein anderes Wallet übertragen kann. Ich bedanke mich schon einmal vorab.
Beste Grüße aus dem hügeligen Land