Linsen-Küchlein mit Bohnengemüse und Chinakohl
Mit dem heutigen Rezept beschreiten wir erneut das vegetarische Terrain, das sich ja abwechslungsreich präsentieren kann, falls man nicht in die pingelige Erbsenzählerei verfällt.
Die ganze Palette der Hülsenfrüchte, nicht nur gesund, sondern auch vielfältig nutzbar, spielt bei dieser Form der Ernährung eine essenzielle Rolle. Wenn jedoch heute, neben den Linsen auch noch Bohnen zum Einsatz kommen, dann ist es der Tatsache geschuldet, am gestrigen Tag nicht vertilgt worden zu sein. Weggeworfen wird schließlich nichts.
Zur Herstellung der Küchlein benötigt ihr Linsen (für welche Sorte ihr euch entscheidet, bleibt grundsätzlich eurem Gusto überlassen - lediglich gelbe oder rote würde ich nicht nutzen, da sie nichts anderes als geschälte Linsen sind), Rundkornreis, Eier, 1 Zwiebel, Knoblauch, altbackenes Weißbrot oder trockene Semmel (Brötchen), Kräuter und Gewürze.
Die unproblematischste Weise, die Linsen und den Reis zu garen, halte ich für das gemeinsame Abtauchen in den Reiskocher. Die Garzeit der beiden Produkte ist nahezu identisch. Prise Salz nicht vergessen! Danach weiche ich das Weißbrot in kaltem Wasser ein.
Damit die Frikadellen später nicht als geschmacksloses Etwas daherkommt, wird die Zwiebel in feine Würfel geschnitten und mit dem geriebenen Knoblauch in Butterschmalz leicht angeschwitzt. Dazu gesellt sich mildes Paprikapulver, die Eier, scharfer Senf, Salz, Pfeffer, Thymian und gehackte Petersilie (oder Selleriegrün). Haben die Linsen und der Reis ihren Garprozess abgeschlossen, werden beide Zutaten gemischt und zum Abkühlen auf die Seite gestellt. Das eingeweichte Brot in einem Tuch oder einem Sieb gut ausdrücken, um es dann mit dem ganzen Rest zu einer geschmeidigen Masse zu kneten.
Für den Chinakohl röste ich in einer fettfreien Pfanne Kokosflocken und Sesamkörner an. Etwas Vorsicht ist geboten, da es schnell zu dunkel wird und dann bitter schmeckt. Da das Gemüse nur etwa 2 Minuten Hitze unter dem Hintern benötigt, um den richtigen Garpunkt zu erreichen, wende ich mich nun den Bohnen zu. (Wie bereits angedeutet, kann stattdessen auch ein Salat beigesteuert werden). Angeschwitzte Zwiebel werden mit einem Schuss Weißwein und etwas Sahne oder Crème fraîche abgelöscht, mit Kräutersalz und Pfeffer würzen, die gekochten Bohnen und gewürfelten Schafskäse zugeben (vielleicht ein wenig Bohnenkraut) und kurz vor dem Anrichten noch ein paar Cherry-Tomaten beisteuern (oder auch nicht - reine Geschmackssache).
Es ist an der Zeit für die Frikadellen. Ein wenig Fett in die heiße Pfanne geben (hier bleibt anzumerken, dass eine beschichtete Pfanne mit viel weniger Fett auskommt, als meine Edelstahlpfanne), die Linsenmasse zu kleinen Küchlein formen und ab geht es, ins heiße Bad. Da alle Zutaten ja bereits gegart sind, benötigen die Teile maximal 2 Minuten auf jeder Seite. So, dass sie eine schöne goldgelbe Farbe erhalten.
In einen Wok oder eine tiefwandigen Pfanne kommt ganz wenig Kokosfett. Wenn es richtig heiß ist, gebe ich den geschnittenen Chinakohl zu, schwenke ihn bei hoher Hitze und lösche ihn nach kurzer Zeit mit etwas Shoju oder Sojasoße ab. Noch mit dem Sesam-Kokos-Gemisch bestreuen - und fertig ist das Gericht.
Ob die Buletten/Linsen-Küchlein/Frikadellen noch von Ketchup, Chilisauce, einem scharfen Chutney oder Senf Besuch bekommen, bleibt einzig und alleine euch überlassen. Kalt sind sie übrigens auch gut zu genießen.
Guten Appetit!
PS: Heute ist ja der viel umworbene Hive Power Up Day, an dem ich mich möglicherweise auch irgendwann einmal aktiv beteilige - falls ich je 10HP zusammengespart bekomme.