Times have changed … (1.)
Wer weiß heutzutage überhaupt noch was?
Zuerst einmal sollte ich damit beginnen, mich intensivst mit den mir verbliebenen Erinnerungen auseinanderzusetzen, um aus den noch im Hinterstübchen vorhandenen Fragmenten die Person erinnerungstechnisch wieder zum Leben zu erwecken, von der ich noch immer der Meinung bin, sie habe mich bei der Premiere zum Theaterstück der Gefühle begleitet, während dessen Aufführung mir so richtig bewusst wurde, dass Verlangen, Gier und Ungeduld zwar enorme Antriebskräfte beinhalten, doch, gespickt mit der Komponente des höherschlagenden Herzens, wieder eine ganz andere Dimension erklimmen kann.
Ein Satz zum Anfang, der nicht unbedingt auf die Würze in gewollter Kürze schließen lässt, zumindest jedoch mein Bemühen unterstreicht, mit ausgewählten Worten das wiederzugeben, was einst passierte, zwischenzeitlich in Vergessenheit zu geraten drohte und dann doch, dank einer nachmittäglichen Inspiration heraus, das Leben eingehaucht bekommt, die längst Verstaubtes wieder zu neuem Glanz verhilft. Das mag zwar wie aus einem Werbeslogan geklaut klingen, darf es übrigens auch, da ich damit weder Gott beleidige, Jesus in eine Vaterschaftsklage dränge, Costa Cordalis wiederauferstehen lasse, noch die Treibhausgase in der Atmosphäre messbar beeinflusse. Die Fähigkeit ganze Sätze zu bilden, an deren Abschluss sich ein Punkt auch wirklich gut aufgehoben fühlt, sollte sowieso (zumindest regional) mit einer Packung Haribo Goldbären oder einer Tafel Vollmilch-Trauben-Nuss honoriert werden. Da es jedoch noch nicht einmal der Landkreis Merzig/Wadern, dem es an gelungenen Sätzen seit Generationen (also umgangssprachlich ausgedrückt) ununterbrochen mangelt und dort daher täglich jede Menge Porzellan zerbrochen wird, geschafft hat, die dafür benötigen Trophäen im jährlichen Haushalt abzusichern, wo sollte da der Funken Hoffnung noch aufkeimen, der auf zusammengesetzte Wortkreationen hoffen lässt, die einen Edmund Stoiber ins brandenburgische Asyl treiben sollten?
Über was wollte ich übrigens schreiben?
Ach so, jetzt dämmert es mir wieder. Es war die Erinnerung an das erste große Kribbeln von Kopf bis Fuß – also nicht nur das Jucken weitläufig rund um die Sackhaare. Genau dort wollte ich eigentlich hin, doch haben die Sätze sich wieder mal dermaßen verschachtelt, dass ein Abhandenkommen des Überblicks beinahe vorhersehbar war. Aber ich krieg' das wieder hin. Das Zurückfinden in die Spur, wie der ADAC es nennen würde, sollte auf meiner anstehenden Agenda einer der vorderen Plätze einnehmen. Wenn ich darüber alleine entscheiden könnte – kein Problem. Doch mischt sich der Kopf auch noch ein und der besteht dabei auf ein einstimmiges Votum, droht dazu gleichzeitig mit Kurzarbeit oder gar kompletter Arbeitsniederlegung, dann nähern sich bereits die Fluten, die wohl gepflegte Felle auf Nimmerwiedersehen verschwinden lassen könnten.
Jetzt, da ich mich dieser Aufarbeitung verschrieben habe, kommt es mir langsam so vor, als habe das sensationelle Gefühl damals nur eine kurzlebige Batterie implantiert bekommen, da der größte Strippenzieher überhaupt nicht wissen konnte, dass ich so viele Sätze vernichte würde, um überhaupt in die Startlöcher zu steigen. Und dann, wenn das endlich geschafft, ist ein Fehlstart noch immer nicht ausgeschlossen!
Also warten wir, was da noch kommen mag.
Die Fortsetzung wird Überraschungen bieten, von denen ich bisher auch noch keine Ahnung habe.