Ich habe mich reflektiert, versucht zu erinnern und mir sogar noch ein paar Gedanken gemacht.
Das Resultat will ich dir nicht vorenthalten.
Ich bin mir fast ganz sicher, an der unausrottbaren Gefallsucht noch nie so wirklich erkrankt zu sein. Zweimal habe ich es versucht – beide Male bin ich gescheitert. Der erste Versuch scheiterte an einer unüberbrückbaren Eiszeit zwischen mir und meinem Vater, während der zweite Versuch bereits im Ansatz nach Scheitern roch. War mir aber nicht so wichtig, da ich ja nicht die Schwiegermutter, sondern lediglich (oder zum Glück) nur die Tochter heiraten wollte.
Im Job wäre die Gefallsucht eher hinderlich gewesen, da ich sowieso nie sichtbar, sondern nur an den abgelieferten Zeilen oder Gedanken gemessen wurde. Was mich jedoch, so schätze ich mich zumindest ein, von solchen Aktionen abhielt, war meine Befürchtung, mich in einer gewissen Art zu verkaufen. Schlimm genug die Vorstellung, der auf diese Weise „emotionsbefreite“ Neu-Freund könnte mir Seiten von sich präsentieren, die ich lieber nie gesehen hätte.
Aber ich denke trotzdem weiter nach. Vielleicht hatte ich doch mal einen schweren Anfall?
Gruß, Wolfram
RE: The Complaisant Man - Der Gefallsüchtige