Kurze Anmerkung zum Sport dieser oder der vergangenen Zeit.
Der Anfang ist gemacht und Deutschland ist hochzufrieden. Mit Thomas Bach oder mit Katharina Althaus? Ich weiß es nicht so ganz genau, jedoch macht es mich glücklich, wenn Deutschland was zum Feiern hat. Da jedoch Feiertage eher selten auf dem Kalender anzutreffen sind, wende ich mich nun dem tristen Sportalltag zu.
Wie kann es angehen, dass sich deutsche, massengeteste Sportler in Frankfurt am Main in den Flieger nach Peking steigen und dort am Flughafen positiv getestet werden? Hatte die Lufthansa-Maschine die Fenster nicht richtig geschlossen, kam es zu Kontakten der unterschiedlichsten Art mit dem Flugpersonal? Wäre mir im Grunde genommen schnurzpiepegal, wenn da nicht die Folgekosten wären. Als passionierter Lotto-Toto-Spieler und Steuerzahler muss ich mich soeben fragen, weshalb muss ich eine Wochendreise eines deutschen Sportlers mitfinanzieren, wenn das so hochgelobte Kontrollsystem schon im Ansatz versagt?
Claudia Pechstein, die, fast identisch politischer Entscheidungsträger, in ihrem Leben scheinbar nichts anderes gelernt hat, als auf zwei Kufen auf poliertem eiszulaufen, wird ehrenvolle Letzte über die Distanz von 3000 Meter. Originalton des Kommentators der ARD: Sicherlich steckt ihr die gestrige Eröffnungsfeier doch zu sehr in den Knochen. Wieso finanziere ich als Steuerzahler eine Athletin, die vom Tragen einer Fahne bereits aus der Puste kommt?
Und, nicht dass es vollkommen unter den Tisch fällt – Horst Eckel soll jetzt doch kein Ehrengrab zugeteilt bekommen. Den absoluten Luschen unter euch muss ich augenblicklich erst einmal erklären, wer dieser Herr Eckel überhaupt ist.
Bern, 1954, also nur wenige Jahre, nachdem ein gewisser Adolf Hitler beweisen konnte, dass das tausendjährige Reich ein auch in den Minusbereich minimierbarer Begriff ist, eroberten elf tapfere, deutsche Kämpfer den Pokal, der sie über den Rest der Welt zu erheben schien. Hätte Adolf dann doch besser Sepp Herberger verpflichten sollen. Zu spät darüber Spekulationen anzustellen. Vor Stalingrad 4-3-3 oder doch besser volle Offensive 4-1-5?
Jedenfalls müssten diese taktischen Finessen Horst Eckel weniger interessiert haben. Er war meist damit beschäftigt, sich selbst zu finden, denn so dünn war er. Heutzutage würde man ihn als Strich in der Landschaft bezeichnen. Nicht waagerecht, wegen seines Sprintvermögens, sondern ganz hundsnormal senkrecht, weil er vom Gegenspieler wegen seines Körperbaus schlichtweg übersehen wurde. Dieser strich-ähnliche Mann, der Deutschland mit dorthin führte, wo früher Nationen wie Uruguay und Italien waren, der bekommt jetzt kein Ehrengrab.
Kurze Zwischenfrage meinerseits. Was ist ein Ehrengrab? 50 cm tiefer, 80 cm breiter und Plastikschmuck für 20 Jahre? Ich weiß es nicht. Auf jeden Fall sollte sich Malu Dreyer nicht lumpen lassen, Biontech um eine kurze Zwischenfinanzierung bitten und zumindest die Bestattungskosten übernehmen. So schmal wie der Mann war, kann es ja nicht so teuer werden.