Jedem Menschen sind sprichwörtlich schon einmal "die Schuppen von den Augen gefallen". Ihm wurde eine Wahrheit offenbar, die er nie für möglich gehalten hätte. Sei es eine vor vielen Jahren erfolgte medizinische Revolution, die von der Pharmaindustrie im Keim erstickt wurde oder die Verflechtungen der internationalen Banken. In jedem Themengebiet liegt eine okkulte(verborgene) Wahrheit, die vor der Öffentlichkeit verborgen bleiben soll.
In der heutigen Zeit vervielfältigen sich die Quellen, die ein Mensch zu Rate ziehen kann permanent. Sein soziales Umfeld, sein Arbeitsplatz, seine Schule oder Uni, die Medienlandschaft, das Internet oder Bücher, haben alle einen Einfluss auf seine Wahrnehmung von Wirklichkeit und demnach auch auf seine geglaubte Wahrheit.
Nicht selten stehen einzelne dieser Institutionen einander konträr gegenüber oder es existiert ein Ungleichgewicht in der Darstellung einer "Wahrheit". Meist hat, der Sender einer Botschaft die Intention seine Botschaft als alleinige Wahrheit darzustellen, was grundsätzlich sehr kritisch zu sehen ist, da es immer mehrere Blickwinkel und unterschiedlich betrachtete Faktoren gibt.
Im Allgemeinen muss ergänzt werden, dass bei der Suche nach der Wahrheit nicht die Quantität der Stimmen, sondern die Qualität der Argumente zählen sollte. Wenn man versucht unvoreingenommen die Kernaussagen hinter Beiträgen, Dialogen etc. zu erkennen, bilden diese ein gutes Fundament, um sich der Wahrheit zu nähern. Eine falsche Aussage schafft keine Wahrheit, auch wenn sie in den schönsten Worten immer wieder neu erfunden wird.
Selbsterklärtes Expertentum steht der Wahrheitsfindung meiner Meinung nach erheblich im Weg. Wenn sogenannte Experten eine Stellungnahme zu einer aktuellen Situation machen, liegt dieser primär der angeführte Beweiß ihrer Scheinauthorität zu Grunde, der sie gegenüber der Bevölkerung der Erde zur meinungsbildenden Instanz machen soll, anstatt die Stellungnahme mit Argumenten zu einer validen Expertise zu machen. Derartige emotionsbasierte Unterstützung einer bewusst gesteuerten Wahrnehmung, kann dem freien wahrheitsorientierten Diskurs die Luft zum Atmen rauben und ist demnach aufs Schärfste zu verurteilen.
Häufig lassen sich durch Selbstrecherche genauere Standpunkte ausarbeiten, die eine bessere Faktenlage berücksichtigen. Wieder einmal bleibt mir nur der Appell sich seines eigenen Verstandes zu bedienen, keine Scheu zu haben sich auf neuen Gebieten zu bilden, kritisch zu hinterfragen und Faktenchecks durchzuführen.
Wissen ist niemals Schwäche.