- Dezember 2021 - 16.59 Uhr
Julfest /Wintersonnenwende
Das gesamte Julfest dauert von Ende Dezember (21.- 22.12.) / bis zum Ende der ersten Januarwoche.
Jul bedeutet soviel wie Sonnenrad / Besprechung mit den Toten. Einige im Norden gepflegte Weihnachtsbräuche haben ihren Ursprung in dem Julfest – z.B. das Verbrennen des Julblockes am Herdfeuer oder das zauberkräftige Julbrot. Während der Jultage wurden auch die Juleide ( Eidsbruderschaften, Gemeinschaftsbindungen und militärische Bündnisse) neu geschworen, damit sie auch im neuen Jahr Bestand hatten. Im Allgemeinen wurden Freyr und Odin verehrt, der letzte Tag des Julfestes jedoch war Frigga gewidmet.
Die beiden wichtigen Daten der Sonnenwenden im Jahr begeht man seit Ur-Zeiten mit den sogenannten Sonnenwendfeiern. Die Sonnenwendfeier gilt heute vor allem als altgermanisches Volksfest, da sie in Mitteleuropa bis zur Neuzeit sehr beliebt war. Neben den Germanen gelten auch die Kelten und Slawen als eifrige Sonnenwendfeierer. Im Laufe der Christianisierung Europas wurden die Kulte um die Sonnenwende von kirchlicher Seite bekämpft und verboten.
Doch der Sonnenwendkult war im Bewußtsein der Menschen so stark verankert, daß man ihn nicht auslöschen konnte. Deshalb drückte die Kirche der Sonnenwendfeier einen christlichen Stempel auf. Ab dem 12./13. Jahrhundert wurde das Fest Johannis des Täufers auf die Sommersonnenwende gelegt und in das Johannisfest umbenannt. Der mit der Sommersonnenwende verbundene Brauch des Sonnenfeuers wurde zum Johannisfeuer.
Auch für die Wintersonnenwende wurde Ersatz gefunden. Erst im 4. Jahrhundert, als der oströmische Kaiser Konstantin eine schlagkräftige Armee brauchte und die verschiedenen Stämme und Völker unter einem gemeinsamen Zeichen marschieren lassen wollte (man merke, die "EU" ist viel älter, als man denkt), wurde das "Christentum" geboren .. eine bislang kleine jüdische Splittersekte, die bis dato einen Fisch als als Kennzeichen hatte, wurde aufgemotzt, umgedeutet und ausgestattet mit vertrauten germanischen, keltischen und mediterranen Merkmalen .. so wurde das Keltenkreuz, das Symbol der 4 Himmelsrichtungen im geschlossenen Kreis, zum Leitsymbol und die Geburt eines "neugeborenen" Lichtbringers auf den Tag der Wintersonnenwende gelegt. So wurde aus dem germanischen Julfest das christliche Weihnachtsfest mit dem Neugeborenen in der Krippe.
Bild: Die Rückseite des antiken Geldstücks zeigt „Sol“, den unbesiegbaren Sonnengott. Diesen sah der oströmische Kaiser Konstantin als persönlichen Schutzherrn an.
Als "Mutter", für die man im Germanischen kein Pendant finden konnte, hat man kurzerhand die im Mittelmeerraum unheimlich populäre Isis mit dem Horusknaben genommen .. ein verblüffendes Abbild heutiger Maria-Jesus-Abbildungen - oder ? und ist auf diese Art gleichzeitig eine starke unerwünschte Konkurrenz losgeworden. Und so wie Isis im normalen Volk sehr beliebt war rund ums Mittelmeer, war - MITHRAS als Mysterienkult der Gott der Wandlungen vor allem der Soldaten.
Isis mit dem Horusknaben als original ägyptische Statue und später um die Zeitenwende als griechisch-römische Gottheit
Etwa im Jahre 70 vor unserer Zeit begann sich in Rom eine neue Religion auszubreiten: Der Mithraskult. Mithras war ein aus Persien stammender Sonnengott, der zuerst über Kleinasien und dann über Griechenland nach Rom gelangte. Vor allem die Griechen trugen zur Verbreitung des Kultes bei, da sie Mithras mit ihrem Sonnengott Helios gleichsetzten. Der Mithraskult hielt unaufhaltsam den Siegeszug über das ganze Römische Reich und fand in der Bevölkerung eine breite Akzeptanz. Insbesondere bei den Legionären und Händlern erfreute sich der Kult großer Beliebtheit.
Mitrhas, der iranische Gott der Mysterien und Auferstehung/Wandlung mit dem Strahlenkranz, Herr des Stierkultes
Mit einem eigentlich ungewollten Staats- und Kulturstreich begründete Konstantin, der selbst ein Leben lang Heide war, die größte Vernichtung von antikem Wissen, Kulturen und Völkern aller Zeiten unter dem Feldzeichen des (Kelten)Kreuzes und der Machtgier der schlauen Priesterkaste. Um die militärische Vorherrschaft am Kontinent, den keltogermanischen Völkern im Norden und dem Mittelmeerraum im Süden zu behaupten, hat er nordische, östliche und südliche Götter als Instantreligion zusammengeschweißt .. und damit das Schicksal des Abendlandes ungewollt und unbewußt bis zu Napoleon beeinflußt -- der uns wenigstens teilweise wieder davon erlösen konnte.
Und doch war da die ganze Zeit, mehr als 1.500 Jahre lang, trotz schlimmster Vefolgung, Scheiterhaufen, Inquisition und Kulturvernichtung immer unser heidnischer Ursprung am Leben, gab es immer Geschichtenerzähler, die unsere Traditionen weitergegeben haben, aufgeschrieben haben, versteckt haben für freiere Zeiten .. bis die Sonne wiedergeboren werden durfte und unsere Völker wieder im Namen unserer Götter und Traditionen unsere Feste feiern dürfen. Auch heute sind wir wieder unter Druck, selbst wenn die oft stille Gemeinde der traditionellen Heiden in allen Ländern stark im Anwachsen ist .. wir werden noch viel zu erkämpfen haben, bis wir wieder WIR sein dürfen auf dem Boden unserer Ahnen und unter den Sternen unserer Götter !
Die Ratte wünscht euch allen ein wundervolle längste Nacht des Jahres im Gedenken an unsere Vorfahren - entzündet eine Yulekerze zu ihrem Gedenken und stellt sie ins Fenster für die müden Wanderer auf den dunklen Wegen, die heute Nacht kein Dach über dem Kopf haben, und laßt sie brennen bis zu einem mit neuer Stärke erfülltem Aufwachen am ersten Morgen nach der Wiedergeburt der Sonne und des Lichtes.
Astronomischer Winterbeginn und Übergabe an den Eichenkönig, an die neue Sonne heute Dienstag, den 21. Dezember um 16.59 Uhr MEZ
Und als Gruß der nordischen Barden von Draugablikk zu Ehren der Wintersonnenwende:
Official music video! To honor the Winter Solstice, we are releasing ‘Hreinnhǫfði – Solstice Sólablót’ today — Tuesday, December 21.
Listen & Stream ► https://draugablikk.ffm.to/solablot21
Hail den Göttern und unseren Ahnen - und leisten wir den Yuleschwur, in ihrem Sinne das neue Sonnen- und Mondjahr zu bewältigen !