Die gute alte Reflexion
Vermutlich gibt es kaum ein Wort, welches in Ausbildungsberufen des sozialen Bereichs häufiger verwendet wird. Sowohl an der Fachschule für Heilerziehungspflege als auch in der anschließenden beruflichen Praxis der letzten Jahre kann ich mich kaum erinnern, einmal ein fachliches Gespräch ohne die Worte „Reflexion“ „(un)reflektiert“ „Selbstreflexion“ geführt zu haben.
Und obwohl die Worte deshalb manchmal einen abgedroschenen Beigeschmack bekommen haben, so haben sie inhaltlich, wenn wir ehrlich sind, nicht an Bedeutung verloren.
Gerade im engen Umgang mit anderen Menschen, vor allem mit denjenigen die „etwas anders sind“, mit denen zum Beispiel keine verbale Kommunikation möglich ist oder die sich „verhaltenskreativ“ (in vielen heilpädagogischer Einrichtungen der „nette“ Begriff für „aggressiv und auffällig“) zeigen und damit ihr Gegenüber an menschliche Grenzen bringen, ist die Selbstreflexion unerlässlich!
Denn, das hat meine Erfahrung leider mehr als deutlich gezeigt, das grausamste für „Schutzbefohlende“ sind schwarze Pädagogen, die ihre Macht ausnutzen und ihr eigenes Handeln nicht mehr von außen betrachten und somit ihr Tun nicht mehr hinterfragen.
Bei der Reflexion ist unerlässlich regelmäßig Fremd- und Selbstwahrnehmung ein wenig „abzugleichen“, denn nur zu oft haben wir einen „Knick in der Optik“ und Wahrnehmung ist ja bekanntlich stets subjektiv.
Gerade aktuell in meiner neuen beruflichen Praxis, reflektiere ich sehr intensiv, was um mich herum geschieht. Je frischer und neuer die Eindrücke, desto besser reflektiert es sich bekanntlich, da man gefühlt von einem Berg auf das Geschehen blickt und nicht bereits blind durch einen Wald irrt, dessen Bäume man sprichwörtlich nicht mehr sehen kann.
Diesen Zauber des Neuanfangs, der eine ganz spezielle Form der Reflexion begünstigt, empfinde ich als sehr bereichernd und denke, ihr kennt dieses Gefühl, wenn alles möglich erscheint, weil das Leben vollkommen neue Aspekte von sich preis gibt.
Ich wünsche euch noch eine schöne und erkenntnisreiche Woche,
bleibt reflektiert in Wort und Tat.
Mal wieder war es eine abwechslungsreiche Erfahrung, einfach mal wild drauf los zu reflektieren ;-)
Alles Liebe
eure Yaraha 🌸
So läuft's:
-Sei ca. 10 Minuten kreativ
-zum jeweiligen Mittwochsquickie-Thema
-am besten spontan und unvoreingenommen
-unter dem #MittwochsQuickie
und dann...
-staune, wie bunt die Vielfalt der Beiträge geartet ist!