In meinem letzten Beitrag habe ich mir ja mal gehörig den Frust von der Seele geschrieben - was richtig gut getan hat!
Und bereits vorher habe ich mehrfach hier (auch in den Kommentaren und im Discord) mit einigen von euch rege zu meiner aktuellen beruflichen Situation Ratschläge eingeholt und Meinungen ausgetauscht.
Diese Gespräche kommen dann (fast) immer an den Punkt, an dem mir folgende Frage gestellt wird:
„Warum suchst du dir nicht eine Alternative?“
Insgesamt fällt es mir ja (offensichtlich) schwer, mich kurz zu fassen und dennoch mit dem Gefühl aus dem Gespräch zu gehen, alles nötige beschrieben zu haben, um meine Sichtweise verstehen zu können.
Deswegen bin ich mal so frei und verfasse diesen "kleinen" Beitrag dazu, wo für mich die großen Vorzüge dieser Stelle liegen.
Seit Beginn der neuen Stelle besuche ich die zugehörigen, externen Sitzungen und Integrations-AG’s. Hier versammeln sich jeweils aus einem gewissen Einzugsgebiet alle Integrations-Kräfte und dort wurde mir sehr schnell klar:
Mir wird hier eine einzigartige Chance gegeben.
Denn: in der Integrations-Gruppe herrscht reger Wechsel, da:
alle Verträge normalerweise auf die Dauer der Integration befristet sind.
Diese beträgt in der Regel maximal 3 Jahre verstirbt ein Kind, kommt in die Schule, wird sein Integrationsbedarf aberkannt oder es zieht weg (was wohl häufiger vor kommt, wie ich mitbekommen habe) auch manchmal eben deutlich kürzer.
Außerdem passen sich die Stellengrößen dem Integrationsbedarf an, sodass einige dann mit Stellen von 15 Stunden da stehen, wenn sich hier etwas ändert.
Somit müssen meine Kolleginnen in diesem Bereich, sich ständig neue Stellen suchen und ich erzähle wohl nichts neues, wenn ich daran erinnere:
wie nervig Bewerbungsverfahren sein können.
Für mich ist ganz davon abgesehen, ein planbares und sicheres Gehalt aktuell einfach wichtig.
Und da ich in der Krankheitsphase der Leitung von deren Stellvertreterin eingestellt wurde, hat sie sich dieses neues Model für mich und die Situation ausgedacht:
Sollte ich die Probezeit trotz der Kollegin, die mich versucht um jeden Preis heraus zu mobben, überstehen,
habe ich eine unbefristete Vollzeitstelle.
Die Stunden setzen sich dann unterschiedlich zusammen und sobald (wie es mir nach den Ferien ergeht, da mein eines Integrations-Kind in die Schule kommt) die Integration wegfällt werden diese Stunden in Erzieher Stunden umgewandelt.
Ich darf aber ganz normal weiter in der Einrichtung bleiben und werde dann bevorzugt für die nächsten Integrationskinder eingesetzt.
Da nächstes Jahr wohl die aktuelle Leitung auch in Rente geht und ihre super sympatische und sehr kompetente Stellvertreterin dann übernimmt, sehe ich hier viel Potential, gemeinsam vieles zu verändern.
- Die geregelten Arbeitszeiten in der 39 Stunden/ 5 Woche
- wegfallenden Rufbereitschaften sowie Wochenend- und Feiertagsdienste
- feste Bürozeiten, in denen ich meine pädagogische Arbeit fachlich vorbereiten kann
- und feste Pausenzeiten
habe ich ja bereits öfter erwähnt =)
Worüber man ja in der Regel nicht offen spricht, ist dennoch für die Auswahl eines Jobs nicht unerheblich:
Der Verdienst.
Denn im sozialen Bereich verdient man nicht berauschend, das ist wohl allgemein bekannt.
Dennoch verdiene ich, obwohl meine Schichtzulagen (die ich im vorherigen Job ja hatte) wegfallen mindestens 500 € mehr im Monat.
Für eine junge, alleinverdienende Frau ist das eine Menge Holz!
Ich kann zwar auch nicht nachvollziehen, wie ich in diese hohe Erfahrungs- bzw. Eingruppierung-Stufe rutschen konnte aber ich werde mich definitiv nicht beklagen ;-)
Und nun zum Kern der Sache:
Mir macht die Arbeit mit den Kindern total viel Spaß!
Und gerade die Möglichkeit hier die Bedingungen, vorallem für die "besonderen" Kinder in dieser Kita insgesamt beeinflussen zu können, reizt mich sehr.
Ich bin nämlich außerdem die erste Integrationskraft, die in der Kindertagesstätte wöchentlich an den Team-Sitzungen teilnehmen und sich hier einbringen darf!
Auch wenn ich nicht nachvollziehen kann, dass es Kolleginnen mit teilweise nur 9 Wochenstunden weniger anders ergeht, sehe ich hier viele Möglichkeiten.
Denn der Anfang ist auch hier gemacht: das Thema ist auf dem Tisch und zu mindest ab und zu dürfen die anderen "I-Kräfte" hier ebenfalls erscheinen und ansonsten trage ich deren Anliegen vor.
Es hat sich insgesamt also auch schon sehr viel verändert in der Kita, seit meinem Start im April und das finde ich extrem erfreulich!
All das in Summe sind für mich genug gute Gründe, um bis zum Ablauf der Probezeit Ende September, weiterhin mein Bestes zu geben und der Kollegin, die mich nun, wie bereits erwähnt, bereits als 7. Person in Folge in die Flucht bzw. in die Kündigung schlagen möchte den Erfolg diesmal so schwer wie möglich (vielleicht unmöglich? ) zu machen.
Erst heute morgen wurde ich wieder zur Leitung zitiert, da meine Kollegin sich mal wieder heimlich über mich beschwert hat, ich bestand diesmal jedoch darauf, dass sie ebenfalls anwesend sein muss - da war die Kritik dann schon gleich deutlich relativiert...
Im gemeinsamen Gespräch mit beiden Leitungen und der besagten Kollegin habe ich sehr deutlich gemacht, dass ich nicht der Grund für die schwierige Kooperation bin und fühlte mich hier gut unterstützt von Leitungsseite.
Offen kommuniziert habe ich ebenfalls, dass es mich erstaunt, dass ich nun bereits die siebte Person auf dieser Position bin, die angeblich vollkommen ungeeignet ist... Diesem Punkt mussten auch die Führungspersonen zustimmen.
Mein Ball ist also noch im Spiel, es bleibt spannend...
Sollte es dennoch nicht "zu meinen Gunsten" ausgehen, habe ich in diesem sehr harten halben Jahr wohl trotzdem viel dazu gelernt und kann das hier erworbene Wissen und ebenso das hier zugelegte dickere Fell dann eben in einem anderen Job nutzen =)
Das war's für heute von mir!
Ich schalte jetzt ab und genieße den lauen Sommerabend, um morgen den letzten Tag vorm Urlaub bestmöglich hinter mich zu bringen.
Mit dem Rückenwind des greifbaren Urlaubs sehe ich insgesamt jedoch schon alles wieder viel bunter.
Euch wünsche ich ebenfalls einen wunderschönen Abend!
Alles Liebe,